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Autor Bent Ohle stellt seinen Krimi vor

Mord in der Idylle

Laer

Es ist eine Entdeckungsreise zu den dunklen Seiten des Landlebens: Autor Bent Ohle hat aus seinem Buch „Die Kommissarin und der Metzger – Auf Messers Schneide“ vorgelesen. Der Krimi spielt in Horstmar und verarbeitet verschiedenste Klischees des Landlebens, überstrapaziert sie aber nicht.

Von Regina Schmidtund

Autor Bent Ohle trug spannende und amüsante Passagen aus seinem Horstmar-Krimi vor. Yvonne Reher, Geschäftsführerin des Stadtmarketingvereins, dankte ihm (kl. Bild) mit einem Präsent und das Publikum mit Applaus. Foto: Regina Schmidt

Zwei grausige Leichenfunde in kurzer Zeit – und das in ihrer Heimatstadt Horstmar. Für Kriminalhauptkommissarin Tanja Terholte ein echter Schock. Krimi-Autor Bent Ohle schickt seine Protagonistin und seine Leserschaft in „Die Kommissarin und der Metzger – Auf Messers Schneide“ auf Entdeckungsreise zu den dunklen Seiten des Landlebens. Am Freitagabend war er auf Einladung des Stadtmarketingvereins Horstmar­Erleben für eine Lesung zu Gast in der Burgmannstadt.

Gebannt folgte das Publikum im Lernzentrum den „Kostproben“, die Ohle vortrug. Zur Handlung sei nicht zu viel verraten, das würde die Lektüre verderben. Die fesselnde Erzählweise des Buches mit überraschenden Wendungen lässt die Leserinnen und Leser bis zum Schluss miträtseln.

Detailgetreu und humorvoll schildert Bent Ohle seine Charaktere, ohne sie der Lächerlichkeit preis zu geben. Da gibt es Rudi, Tanja Terholtes Bruder und örtlicher Metzger, der die Kommissarin tatkräftig bei der Mördersuche unterstützt – schließlich kennt er sich mit Anatomie und Schnitttechniken aus. Oder Tanjas Nachbar Vossenkuhl, ein wenig steif und schüchtern, aber seit Kindertagen in sie verliebt. Oder die etwas schrullige Elisabeth, Rudis und Tanjas Mutter. Anklänge an moderne, alternative Lebens- und Wirtschaftsformen finden sich ebenfalls. Die Kommissarin züchtet auf dem elterlichen Hof edle Wagyu-Rinder und Rudis Freundin Silke ist ausgerechnet Veganerin.

Bent Ohle spielt mit verschiedensten Klischees des Landlebens, überstrapaziert sie aber nicht. Spürbar wird Ohles Sympathie für Land und Leute. Dabei hat er mit Horstmar eigentlich wenig zu tun. Der 1973 geborene Autor ist in Niedersachsen aufgewachsen und lebt mit seiner Ehefrau und zwei Söhnen in Braunschweig. „Der Vorschlag für einen Münsterland-Krimi kam von einem Verlag in Münster und einer Zeitschrift, mit denen ich schon Projekte realisiert habe“, erklärt Ohle.

Horstmar erkundete der Autor bei mehreren Besuchen gründlich. Die Historie des Ortes und die idyllische Lage gefielen ihm besonders. Schnell fiel die Entscheidung für die Burgmannstadt als „Tatort“ seines neuen Krimis. „Die Idee war da, aber ich brauche immer relativ lange, um mir die ganze Geschichte im Kopf zurecht zu legen“, schildert Bent Ohle den kreativen Prozess. Wenn es aber erst einmal ans Tippen gehe, erzähle sich die Story fast von selbst. Das Schreiben hat Bent Ohle schon als Junge in der Schule für sich entdeckt, seinen ersten Roman verfasste er mit 25 Jahren.

Mittlerweile sind es 19 Bücher – alles Krimis. Mehrere seiner Werke wurden mit renommierten Preisen ausgezeichnet, sein Krimi „Inselblut“ für das ZDF verfilmt. Doch abgehoben ist Bent Ohle trotz seines Erfolges nicht: „Ich bin sehr selbstkritisch, manchmal hasse ich meine Geschichten zu Anfang sogar.“

Nach der Lesung in Horstmar beantwortete Bent Ohle bereitwillig Fragen des Publikums und signierte Bücher. Krimi-Fans dürfen sich auf ein weiteres Abenteuer mit Tanja Terholte freuen. „Ein zweiter Teil ist in Planung“, kündigte Bent Ohle an.

„Die Kommissarin und der Metzger“ ist im Buchhandel erhältlich sowie in der Geschäftsstelle des Stadtmarketingvereins, Schöppinger Straße 4.

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