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Bürgermeister Robert Wenking hat Entscheidung bereits getroffen

Paketstation kommt in die Altstadt

Horstmar

Die neue Paketstation der Deutschen Post kommt in die Historische Altstadt von Horstmar. Das hat Bürgermeister Robert Wenking entschieden. Wie er während der jüngsten Ratssitzung berichtete, habe es sich dabei um ein Geschäft der laufenden Verwaltung gehandelt. Eine Diskussion über die Standortfrage löste ein SPD-Antrag aus, der die Paketstation lieber am neuen Einkaufszentrum gesehen hätte.

Sabine Niestert

Für Bürgermeister Robert Wenking gehört die neue Paketstation der Deutschen Post zwingend in die historische Altstadt. Das machte der Verwaltungschef während der jüngsten Ratssitzung deutlich, als es zu einer Diskussion um den Standort kam. Die Debatte hatte die SPD-Fraktion mit einem Antrag ausgelöst. So sehen die Sozialdemokraten den favorisierten Standort als nicht passend an. Vielmehr böte sich ein Platz bei den Verbrauchermärkten K&K, Aldi und Rossmann besser an, weil dieser für alle Bürgerinnen und Bürger auch mit dem Auto gut erreichbar sei, begründete SPD-Ratsherr Klaus Roters den Vorschlag seiner Partei.

Dass es sich in dieser Frage um ein Geschäft der laufenenden Verwaltung handelt, und er diese bereits entschieden habe, betonte der Bürgermeister. Zur Stärkung des Standortes gehöre die Paketstation unbedingt in die Altstadt, meinte er. Das habe auch Jens Ahmann von der Book­ing­agentur JoE – Just other Events“ bestätigt, die neuer Pächter der wiedereröffneten Postagentur ist. Die Betreiber erhofften sich einen Mitnahmeeffekt und mehr Frequenz durch den Paketshop, der gegenüber dem südlichen Eingang der Stadtverwaltung am Parkplatz entstehen soll.

Der Wunsch, die Altstadt zu beleben, sei doch ein altes Thema, gab der Bürgermeister in der weiteren Diskussion zu bedenken, dass Dienstleister dorthin gehörten. Dass die SPD das Einkaufszentrum in ihrem Antrag als „neue Mitte“ von Horstmar bezeichnet hatte, behagte dem Bürgermeister gar nicht. Er bezeichnete es als ein Problem, dass die Altstadt nicht die geografische Mitte der Burgmannstadt ist. Trotzdem wird sie als Zentrum angesehen.

„Die Logik ist schwer zu verstehen“, erklärte Grünen-Fraktionschef, Dr. Dirk Klein-Bölting, der die Gründe für die Entscheidung des Bürgermeisters beleuchtet wissen wollte, da man die Altstadt doch vom hohen Verkehrsaufkommen entlasten wollte. Dass hatte sich während der voraus gegangenen Diskussion über die weitere Schließung der Königstraße oder ihre mögliche Wiedereröffnung gezeigt. Letzteres haben weit über 600 Einwohnerinnen und Einwohner gefordert, damit der Verkehr im Ort wieder frei fließen kann (wir berichteten).

„Man kann die Pakete ja auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad abholen“, meinte CDU-Fraktionschef Winfried Mollenhauer. Dass sei im Dorfladen in Leer jedenfalls überhaupt kein Problem, pflichtete ihm sein Parteikollegen Christopher Kerkau bei. „Lasst die Leute doch entscheiden“, schlug Christdemokrat Klaus Niehoff vor.

Klaus Roters bedauerte, dass erst über den Paketshop entschieden wird und dann erst der Mobilitätsausschuss zum Zuge kommt. „Die Reihenfolge lässt sich doch nicht steuern“, entgegnete der Bürgermeister, dass sich die Entwicklung nicht immer genau planen ließe. Das Grundprinzip müsse stimmen, und Verwaltung und Politik seien gefordert, alles vorausschauend zu betrachten und abzuwägen. Das habe man seinerzeit auch gemacht, als es 500 Unterschriften gegen den K&K und Aldi gegeben habe, um den Edeka zu retten. Hätte die Stadt sich damals von ihren Bemühungen um die Ansiedlung der neuen Geschäfte abhalten lassen, hätte sie heute vermutlich nichts, so Wenking.

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