1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Horstmar
  6. >
  7. Sammlung wächst und wächst

  8. >

Zahlreiche Fuhren fürs Schweinemuseum in Horstmar

Sammlung wächst und wächst

Horstmar-Leer

Langsam, aber sicher entwickelt sich die Stadt Horstmar zum Schweinemekka. Dabei handelt es sich nicht um lebendige Tiere, sondern um Nachbildungen dieses nützlichen Geschöpfes in Form von Plastiken aller Art. Die Eröffnung des Schweinemuseums am ehemaligen Horstmarer Bahnhof steht unmittelbar bevor. Damit geht ein langgehegter Wunsch des Initiators Norbert Wiechers in Erfüllung.

Franz Neugebauer

Diese Schweine sind Norbert Wiechers besonders an Herz gewachsen. Foto: Neugebauer

Langsam, aber sicher entwickelt sich die Stadt Horstmar zum Schweinemekka. Dabei handelt es sich nicht um lebendige Tiere, sondern um Nachbildungen dieses nützlichen Geschöpfes in Form von Plastiken aller Art. Die Eröffnung des Schweinemuseums am ehemaligen Horstmarer Bahnhof steht unmittelbar bevor. Damit geht ein langgehegter Wunsch des Initiators Norbert Wiechers in Erfüllung.

Anfang der 90er Jahre war es, als der Horstmarer von seiner Schwester ein Keramikschwein bekam und zwar als Glücksbringer für die Eröffnung seines Geschäftes im Horstmarer Gewerbegebiet. Später schenkten ihm Kinder, Kunden und Freunde weitere dieser Vierbeiner. Das war der Beginn seiner wahren Leidenschaft.

Mittlerweile haben zahlreiche Schweine aus ganz Deutschland im ehemaligen Bahnhofsgebäude zwischen Horstmar und Laer ein neues Domizil gefunden. Noch sind sie in Kartons gelagert und warten nach entsprechender behördlicher Genehmigung auf ihre Befreiung. Landrat Dr. Martin Sommer  hatte bei einem Besuch vor Ort seine  Unterstützung bei der Genehmigung zugesagt.

Norbert Wiechers und Ludger Hummert haben in den vergangenen Jahren zig Exemplare  nach Horstmar transportiert. Sie stammen beispielsweise aus Berlin, Potsdam oder Leipzig. „Wir holen die Sammlungen immer selber ab, denn wir wollen die Leute gerne persönlich kennen lernen und von ihnen wissen, warum sie zu Sammlern geworden sind“, begründet Wiechers den intensiven Einsatz.

In den meisten Fällen sei Raumnot der Grund für die Weggabe einer Sammlung gewesen. Die Besitzer wollten ihre Lieblinge in guten Händen wissen und nicht auf einem Straßen- oder Flohmarkt verhökern. Über das Internet seien viele auf ihren Verein und die Adresse des Horstmarer Vereins gestoßen.

Eine ältere Dame aus Berlin musste beispielsweise ins Altenheim umziehen. 20 000 Schweine waren im vierten Stock in einer Dachgeschoßwohnung untergebracht. Ludger Hummert kann sich daran noch gut erinnern, musste er doch fast alle Kartons  die Treppen hinuntertragen. In Leipzig musste eine Seniorin die Wohnung fürs Enkelkind räumen. Ihre 1500 Schweine wurden über das Balkongelände gehoben und auf dem Rasen zwischengelagert.   500 Schweine  haben die Sammler in Berlin von einem Ehepaar bekommen.

Erst kürzlich stand ganz kurzfristig der Transport einer großen Ladung Schweine der Familie Bohnes aus Espenau (Hessen) an. Sohn Patrik Wiechers hatte sich dafür in Kassel einen gebrauchten Kastenwagen mit einem großen Ladevolumen gekauft und diesen für den Transport eingesetzt.

Coronabedingt musste Norbert Wiechers die  Tour alleine  mit seinem Sohn ohne Ludger Hummert bestreiten. Da die Ladung  aus  fast 20 000 Schweinen beziehungsweise 220 Bananenkartons bestand, war eine ordentliche Vorplanung erforderlich. Ludger Hummert organisierte dafür die Bereitstellung eines großen Anhängers mit Plane durch die Schreinerei Niehues in Leer. Zur Sammlerfamilie Gaby und Uwe Bohnes besteht schon seit zirka fünf Jahren ein sehr freundschaftliches Verhältnis.

Damals hatte man sich am Horstmarer Bahnhof getroffen. Dabei erzählten die Besucher, dass sie ihr erstes Schwein im Jahr 1983 zur Hochzeit von einem Kollegen bekommen haben. Flohmärkte, Souvenir-Shops, Geschenke-Läden, Basteleien von den Kindern und Geschenke zu allen Möglichkeiten ließen die Sammlung stetig wachsen. Als der Platz in den Vitrinen und Schränken nicht mehr ausreichte, wurden die Schweine in Kartons gelagert. Jetzt können sie wieder in Horstmar das Tageslicht erblicken.

Drei Schweine der Bohnes erhalten einen besonderen Platz. Damit möchte Norbert Wiechers die Verbundenheit zur Familie zum Ausdruck bringen. Wie er abschließend verrät, hat ein älterer Mann aus Mainz testamentarisch seine Schweinesammlung nach seinem Tode dem Horstmarer Schweinerei-Verein übertragen.

Startseite