1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Horstmar
  6. >
  7. Widerstand gegen Pläne des Kreises

  8. >

Vorgesehene Vorfahrtsregelung auf der „RadBahn“ stößt auf Kritik des Bauausschusses

Widerstand gegen Pläne des Kreises

Horstmar/Laer

Die Pläne des Kreises Steinfurt die „RadBahn“ auf der gesamten Strecke als vorfahrtsberechtigt zu gestalten, stießen im Bauausschuss der Stadt Horstmar auf wenig Gegenliebe. „Es gibt keine Notwendigkeit zur Änderung, es funktioniert mit der gegenwärtigen Verkehrsregelung gut“, meinte Bürgermeister Robert Wenking, der sich für die Beibehaltung im jetzigen Zustand aussprach. Entscheiden wird aber allein der Kreis.

Franz Neugebauer

Noch haben die Autofahrer Foto: Neugebauer

Der Kreis Steinfurt beabsichtigt, die „RadBahn“ auf der gesamten Strecke als vorfahrtsberechtigt zu gestalten. Ausgangspunkt seiner Überlegungen war das Trinangel-Konzept mit einer Radvorrangroute oder auch Veloroute genannt als Radrundweg zu den einzelnen Ortszentren der Kommunen Ochtrup, Wettringen, Neuenkirchen, Rheine, Steinfurt und Metelen. Vorhandene Radwege sollen dabei bevorrechtigt als Schnellradweg ausgebaut werden. Im Anschluss an das Triangel-Projekt, so die Ansicht des Kreises Steinfurt, soll auch das restliche Teilstück der „RadBahn“ Münsterland von der Landesstraße 550 (Dumte Richtung Laer) bis zur Bahnhofssiedlung bevorrechtigt ausgebaut werden.

Betroffen davon ist somit auch die Teilstrecke auf Horstmarer Gebiet. Gegen diesen Plan erhob sich im Bauausschuss, mit Ausnahme der Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen, erheblicher Widerstand. „Es gibt keine Notwendigkeit zur Änderung, es funktioniert mit der gegenwärtigen Verkehrsregelung gut“, betonte Bürgermeister Robert Wenking, der sich im Bauausschuss während der Sitzung engagiert für die Beibehaltung im jetzigen Zustand aussprach.

Durch eine Änderung entständen zusätzliche Gefahrenmomente, befürchtete der Verwaltungschef, eine weiter zunehmende Frequenz der Strecke durch Radrennfahrer. Diese seien teilweise so schnell unterwegs, dass kreuzende Fahrzeuge, insbesondere langsam fahrende Trecker, Probleme bei der Querung der Straße bekämen. Durch eine ständige Vorrangsberechtigung auf der „RadBahn“ werde das Tempo der Radfahrer nicht mehr gedrosselt.

Der Bürgermeister konnte auch den Sinneswandel des Kreises nicht nachvollziehen. Ein Verkehrsausschuss habe sich beim Bau des Bahnradweges für die jetzt bestehende Lösung ausgesprochen. Im Übrigen, so Wenking, stehe er mit seiner Auffassung nicht allein.

Die Verwaltung wurde von einem Anlieger darüber informiert, dass dieser Unterschriften gegen den vorfahrtsberechtigten Umbau der „RadBahn“ sammle und Widerspruch beim Kreis Steinfurt einreiche.

In der Sitzung anwesend waren auch die Vertreter der Landwirtschaft, deren Anwesen unmittelbar von dieser Änderung betroffen sind. Die Besucher atmeten erleichtert auf, als sie das klare Ergebnis der Abstimmung gegen die Änderung der Vorfahrtsberechtigung wahrnehmen. „Es werden zusätzliche Gefahrensituationen geschaffen. Wenn wir mit dem Vorderteil des Treckers auf der Fahrbahn sind, können wir noch nicht den Radfahrer erkennen. Die Radfahrer sind einfach zu schnell“, erklärten sie.

Entscheiden, wie es weitergeht, wird aber allein der Kreis.

Startseite