MID-Förderprogramm

Digital werden – und Geld kassieren

Kreis Steinfurt

Die Digitalisierung der mittelständischen Unternehmen wird spätestens seit Corona wie ein Mantra gepredigt. Mancher mag es kaum noch hören, dennoch bleibt es wahr: Ohne eine zügige Digitalisierung werden kleinere Firmen ganz fix abgehängt. Doch wie packt man es an?

Michael Hagel

Helga Reckenfelderbäumer und Stefan Adam wissen, wie Firmen im Kreis sich digital zukunftsfähig machen können – und sich das Ganze sogar noch üppig bezuschussen lassen können. Foto: Michael Hagel

Dazu haben Helga Reckenfelderbäumer von der Wirtschaftsförderung des Kreises Steinfurt (WESt) und Stefan Adam, Transferberater der TAFH, einer hundertprozentigen Tochter der FH Steinfurt, eine zündende Idee: „Das Programm ,Mittelstand innovativ und digital‘, kurz: MID, des Landes NRW ist für die kleineren und mittleren Unternehmen bei uns im Kreis eine Riesenchance“, sagt Helga Reckenfelderbäumer. Stefan Adam, seit 2004 über die Initiative „TRAIN“ so etwas wie das personifizierte Bindeglied zwischen Forschung und Praxis, möchte die Firmen dann auch an die Hand nehmen auf ihrem Pfad zur Digitalisierung.

Und darum geht es bei MID: Es bezuschusst Kosten für Beratungsdienstleistungen im Zusammenhang mit Digitalisierungsvorhaben mit bis zu 80 Prozent. Kleinere Betriebe können sogar einen Zuschuss von bis zu 22.500 Euro im Jahr beantragen – sofern sie Akademiker einstellen. Diese Akademiker sollen mit konkreten Projekte die digitale Transformation im Unternehmen quasi maßgeschneidert vorantreiben. Unter bestimmten Umständen kann die maximale Fördersumme gar auf bis zu 40.000 Euro klettern.

Produkte, Prototypen, Pilotprojekte

„Das Programm gliedert sich in vier Varianten“, sagt Adam. Mit der MID-Digitalisierung können sich Betriebe Beratungs-, Entwicklungs und Umsetzungsdienstleistungen fördern lassen. Adam spricht etwa vom „Internet der Dinge“, von speziellen App-Entwicklungen und von der sogenannten „Virtual Reality“. Als „äußerst umsetzungsorientiert“ beschreibt er diese Fördervariante.

Das Modul „MID-Analyse“ bezuschusst eine externe wissenschaftliche und technologische Beratung, etwa durch die Steinfurter FH, und zwar im Vorfeld der Entwicklung eines innovativen Produkts. Machbarkeits- sowie Werkstoffstudien gehören beispielsweise dazu.

Das Innovations-Modul ist der nächste logische Schritt und unterstützt die Entwicklung innovativer Produkte, gemeint sind Prototypen, Pilotprojekte oder auch Demonstrationsmodelle. Mit dem Modul „MID-Assistent/in“ fördert das Land – wie bereits erwähnt – die Beschäftigung eines Hochschulabsolventen in den kleineren Betrieben des Kreises.

Empfehlung von FH Steinfurt und WESt

Das alles soll der Digitalisierung weiteren Schwung verleihen. Stefan Adam ist vom Erfolg des Programms überzeugt: „Unternehmen, die bestimmte Ideen in diese Richtung haben, sollten jetzt unbedingt zugreifen!“ Und Helga Reckenfelderbäumer sagt angesichts der – wohl coronabedingten – Spendabilität des Landes: „Es gibt derzeit sonst nichts Vergleichbares an Förderungen.“ Adam hat zudem „aus sicherer Quelle“ gehört, dass „der Topf für 2020 gut gefüllt sein soll.“

Fragen beantworten Stefan Adam unter Tel. (0 25 51) 96 26 40 oder adam@ta.fh-muenster.de oder Helga Reckenfelderbäumer unter Tel. (0 25 51) 69 27 00 oder per Mail helga.reckenfelderbaeumer@westmbh.de

Eine kostenlose Online-Information wird im Rahmen der WESt-Reihe „Business Kompakt“ am Donnerstag, 9. Juli, von 9 bis maximal 10 Uhr stattfinden. Stefan Adam wird die vier Bausteine des MID-Programms erläutern und auf die Fragen der Teilnehmer eingehen. Anmeldungen bei der WESt unter post@westmbh.de oder Tel. (0 25 51) 69 27 00. Die Interessenten erhalten am 8. Juli einen Link, der zur Teilnahme berechtigt.

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