Waldfreibad in Recke

Ein Natursee, der wirklich alles bietet

Kreis Steinfurt

Baden in Baggerseen kann so schön sein. In unserer kleinen Reihe „Baggerseen – einst und jetzt“ haben wir einige dieser landschaftlich reizvollen Ausflugsziele von ihrer Entstehung bis zu ihrem heutigen Erscheinungsbild vorgestellt. Als letzter Baggersee wird heute das Waldfreibad in Recke präsentiert.

Matthias Lehmkuhl

Das Waldfreibad in Recke mit seiner beliebten Sprunganlage mit Ein- und Dreimeterbrett zieht viele Besucher an Foto: Förderverein/IVZ-Archiv

Auch das Waldfreibad Recke hat, wie die meisten bisher vorgestellten Baggerseen, eine lange Geschichte. Zwischen 1906 und 1915 wurde der Ems-Weser-Kanal (heute Mittellandkanal) gebaut. Um die künstlich angelegte Wasserstraße abzudichten, wurde damals im Recker Ortsteil Steinbeck der dazu benötigte Lehm abgegraben. So entstand ein von der umliegenden Bevölkerung und aus den Nachbarorten bald genutzter Badeteich, der anfangs eine Wasserfläche von etwa 2,5 Hektar hatte und bis zu sechs Meter tief war.

Das Waldfreibad in Recke war auch in früheren Zeiten schon ein beliebtes Auflugsziel. Foto: Förderverein/IVZ-Archiv

Ein erster Ausbau zu einer Badeanlage erfolgte 1935 durch das Anlegen eines Nichtschwimmerbeckens und den Bau von Umkleidekabinen. Diese Anlagen überstanden indes die Nachkriegsjahre nicht. Ein weiterer Ausbau fand von 1962 bis 1966 statt. Damals ergriffen Bürgermeister Martin Stroot und die Gemeinderatsmitglieder die Initiative und ließen den Badeteich zum heutigen idyllischen Waldfreibad mit zehn Hektar Wasserfläche ausbauen. Es wurden ein Nichtschwimmerbecken, ein Teil des Badestrandes, eine 50-Meter-Bahn, weitere Umkleideräume und -kabinen, ausreichende Toilettenräume, ein großer Schwimmmeister- und Sanitätsraum, mehrere Kaltduschen und Fußwäschen, ein Sprungbrett und ein drei Meter hoher Sprungturm integriert.

Auch aus der aus der Vogelperspektive machte das Waldfreibad in Recke schon immer mächtig Eindruck. Foto: Förderverein/IVZ-Archiv

Rund 255 000 DM (gut 130 000 Euro) investierte damals die Gemeinde Recke. Am 11. Juni 1966 wurde die Anlage sogar zum „schönsten naturbelassenen Freibad des Tecklenburger Landes“ gewählt. Aber in den Folgejahren schwankten die Besucherzahlen, vor allem wegen neuer Freibäder im Umland, die offensichtlich bevorzugt wurden. Um das Waldfreibad Recke wieder nach vorne zu bringen, gründete sich am 4. März 2010 ein Förderverein mit zunächst 50 Mitgliedern. Die Bedeutung des Natursees ist durch den Förderverein besonders aktiviert worden. So sorgen heute für zusätzlichen Spaß ein Ponton, mehrere Surfbretter und ein Tretboot, um den See zu erkunden. Es können natürlich auch Luftmatratzen, Wasserspielzeuge und Schlauchboote mitgebracht werden.

Ein großes Kinderbecken mit Rutsche wird besonders von Familien mit kleinen Kindern gut angenommen. Zum Matschen und Burgen bauen lädt die große Sandlandschaft mit Wasserpumpe direkt neben dem Kinderbecken ein. Auch neben der Wasserfläche wird hier einiges geboten. Zwei gepflegte Beachvolleyballfelder laden zum Spielen ein und sorgen nebenbei noch für das nötige „Strandfeeling“.

So soll die Nichtschwimmeranlage mit integriertem Babybecken nach Fertigstellung aussehen. Foto: Förderverein/IVZ-Archiv

Doch das Waldfreibad Recke soll noch attraktiver werden. „Neben den ‚normalen Instandhaltungen‘ möchten wir direkt nach der laufenden Badesaison das Nichtschwimmerbecken sanieren. Das Becken bekommt zwei neue Seitenwände und der Sandboden wird ausgetauscht. Der flache Zugang erfolgt über den Sandstrand“, erklärt Werner Rählmann, der erste Vorsitzende des Fördervereins, und ergänzt: „Zudem ist im vorderen Bereich ein Babybecken integriert. Sitzflächen und eine neue Brücke über das Becken runden die Maßnahme ab. Die Finanzierung ist zum größten Teil gesichert. Zurzeit fehlt noch ein Restbetrag von etwa 15 000 Euro.“

www.waldfreibad-recke.de

www.baeder-recke.de

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