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Labor meldet 1000 Befunde nach

Inzidenz im Kreis: Und ganz plötzlich sind es 185

Das ist ein Hammer: Die Inzidenz im Kreis Steinfurt ist schlagartig gestiegen: Von 138 am Freitag auf aktuell 185. Ab Mittwoch wechseln die Schulen (bis auf Abschlussklassen und Förderschulen) in den Distanzunterricht, die Kitas in den Notbetrieb, und Einkaufen mit Termin geht auch nicht mehr.

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Die Inzidenz im Kreis Steinfurt ist über das Wochenende aufgrund vieler nachgemeldeter Befunde schlagartig gestiegen. Foto: Matthias Bein / dpa

Die Inzidenz im Kreis Steinfurt ist plötzlich von 138 am Freitag auf aktuell 185 gestiegen. Ab Mittwoch morgen sind bis auf wenige Ausnahmen die Schulen zu, die Kitas ebenfalls - bis auf die Notbetreuung. Was ist passiert? Wie kann das passieren? Wieso? Weshalb? Warum? Die vielen Fragen zu diesem massiven Inzidenz-Anstieg hat gestern die Kreisverwaltung Steinfurt beantwortet. Ganz so einfach jedoch ist das nicht ...

Dr. Karlheinz Fuchs (Corona-Stabschef) erklärt es so: Seit einer Woche steigt die Zahl der Positiv-Befunde im Kreis ganz erheblich an. Im Schnitt sind es über 120 neue Fälle pro Tag. Viel Arbeit für die 350 Mitarbeiter beim Kreis, die sieben Tage pro Woche im Schichtdienst 20 Stunden arbeiten.

300 von 1000 nachgemeldeten Befunden positiv

Zu viel wurde es dann am Dienstag der vergangenen Woche: Ein einziges Labor hat an nur einem Tag über 1000 Corona-Befunde beim Kreis nachgemeldet. Über 300 waren positiv. „Die regulären Fälle und die Nachmeldungen, all das mussten wir auf einmal bearbeiten“, sagt Fuchs. Eine Extremsituation, ein immenser Arbeitsaufwand. Weil nun aber nötige Isolations-Maßnahmen bei Positiv-Befunden und die Kontaktnachverfolgung höchste Priorität beim Kreis haben und alle Fälle auch bearbeitet wurden, kam es an anderer Stelle zu einem Verzug: Die Meldungen an das NRW-Landeszentrum für Gesundheit und damit ans RKI konnten nicht mehr zeitnah erledigt werden. Sogar von einem „erheblichen Meldeverzug“ ist die Rede.

Verzug durch zu große Datenmenge entstanden

Dieser Verzug ist auch deshalb entstanden, weil der Kreis sehr umfangreiche Datensätze zu jedem einzelnen Corona-Fall in das Computersystem ISGA (Informationssystem Gesundheitsamt) eingeben muss. Anders gesagt: Es war einfach nicht mehr zu schaffen.

Mit Blick auf die Maßnahmen der Bundesnotbremse wurde am vergangenen Freitag beim Kreis dann eine Entscheidung gefällt: Der Melderückstand muss abgearbeitet werden. Die Datensätze wurde abgespeckt, die Fallzahlen aber weitergemeldet, damit der Inzidenzwert korrigiert werden kann. Das ist geschehen. Konsequenz ist die sprunghafte Steigerung auf 185. „Aktuell sind wir wieder auf dem Stand der Dinge“, sagt Dr. Fuchs.

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