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Vorbereitungen auf Bundestagswahl: Claudia Höhn rechnet mit mehr Briefwählern

Auch in Frankreich wird gewählt

Ladbergen

Noch gut ein Monat, dann wird der neue Bundestag gewählt und 5310 Ladberger sind aufgerufen, ihr Kreuz zu machen. Für Claudia Höhn in der Gemeindeverwaltung bedeutet eine Wahl immer viel Arbeit, aber mittlerweile auch eine gewisse Routine. Was momentan alles zu regeln ist? Wir haben nachgefragt.

Von Mareike Stratmann

Ein langer Stimmzettel und doch nur zwei Stimmen: Claudia Höhn steckt mitten in den Vorbereitungen auf die Bundestagswahl am 26. September. Wer will, kann schon jetzt seine Kreuzchen machen. Foto: Mareike Stratmann

Was Frankreich mit der Bundestagswahl in Ladbergen zu tun hat? „Auch von dort sind Briefwahlunterlagen angefordert worden“, klärt Claudia Höhn auf. Die Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung ist schon seit Jahren mit der Vorbereitung sämtlicher Wahlen in Ladbergen betraut – und hat Routine in dem, was sie tut. Wählerverzeichnis erstellen, Wahlbezirke zuschneiden, ausreichend Wahlhelfer suchen, die Briefwahl vor Ort organisieren – es sind nur einige der Aufgaben, die in den Monaten und Wochen vor der Wahl anfallen. Hinzu kommen dann eben auch Anträge von Ladbergern, die mittlerweile im Ausland leben, aber an der Wahl teilzunehmen wollen. Der Vollständigkeit halber: Auch in die Niederlande und die Schweiz hat Claudia Höhn entsprechende Unterlagen geschickt.

Im Wahlbüro im Rathaus herrscht aktuell – 36 Tage vor der Bundestagswahl – jedenfalls Hochbetrieb. Die Datei für die Wahlbenachrichtigungen ist bei einem Rechzentrum in Osnabrück hochgeladen worden. Dort werden in diesen Tagen die Benachrichtigungen für die insgesamt 5310 Wahlberechtigten im Ort erstellt und auf den Weg gebracht. Spätestens am 5. September, so die Wahlbeauftragte der Gemeinde, müssen die Briefe angekommen sein.

Am Mittwoch sind zudem die Stimmzettel ins Rathaus geflattert. Das heißt: Wer ins Wählerverzeichnis eingetragen ist und sich ausweisen kann, kann sich – auch ohne, dass die entsprechende Wahlbenachrichtigung vorliegt – ab sofort die Briefwahlunterlagen abholen oder direkt im Foyer des Rathauses sein Kreuz machen. Die Wahlkabine ist aufgebaut. Aber Vorsicht: Wer beispielsweise für den Ehepartner die Unterlagen mit abholen möchte, der braucht unbedingt eine entsprechende Vollmacht. Darauf weist Claudia Höhn explizit hin. Sie hat da in der Vergangenheit immer wieder ihre Erfahrungen gemacht.

Apropos Briefwahl: Die Anzahl derer, die im Vorfeld der Wahl ihr Kreuz machen, nimmt kontinuierlich zu. So geht die Wahlbeauftragte davon aus, dass die Anzahl von 1121 Briefwählern bei der Bundestagswahl im Jahr 2017 dieses Mal deutlich übertroffen wird. Was auch Corona geschuldet sein dürfte. Vorsichtshalber hat sie 2500 derartige Vordrucke bestellt.

Ansonsten gilt: Die Ladberger sind in fünf Wahlbezirken zum Urnengang aufgerufen. Diese stehen am 26. September in der Begegnungsstätte Buddemeier – weil in der Seniorenwohnanlage Haus Widum aufgrund der Corona-Pandemie wie schon bei der Kommunalwahl 2020 nicht gewählt wird –, im Rathaus, im katholischen Pfarrzentrum St. Christophorus, in der Grundschule und im Vereinsheim des SV Hölter. 30 Wahlhelfer werden dort von 8 bis 18 Uhr im Einsatz sein. Hinzukommt das Auszählen, was nicht ansatzweise so kompliziert ist wie bei der Kommunalwahl. Da musste nämlich auch jeder Stimmzettel einem Stimmbezirk zugeordnet werden. Bei der Bundestagswahl gibt es einen Zettel mit zwei Stimmen: für die Direktkandidaten und die Parteien.

Langsam aber sicher scheint das Thema Bundestagswahl im Ort Fahrt aufzunehmen. Die ersten Großplakate („Wassermänner“) sind aufgestellt worden, einige Plakate an den drei Stellwänden angebracht. Wie Claudia Höhn berichtet, haben sich die örtlichen Parteien auf diese Art der Plakatierung geeinigt. An Straßenlaternen wird man von ihnen keine zusätzlichen Plakate sehen. Was allerdings nicht für ortsfremde Parteien gilt: „Für die gibt es eine freiwillige Selbstbeschränkung auf maximal 20 Plakate im gesamten Gemeindegebiet“, gibt sie die Maxime aus dem Ordnungsamt wieder.

36 Tage noch, dann ist Wahltag. Und für alle Statistikfans ein Blick zurück: Bei der Bundestagswahl 2017 lag die Wahlbeteiligung in Ladbergen bei 80,1 Prozent. Das heißt: 4149 der 5183 Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Die CDU holte mit 1524 (37,0 Prozent) die meisten Stimmen, gefolgt von der SPD (1145 Stimmen, 27,8 Prozent), der FDP (574 Stimmen, 13,9 Prozent) und den Grünen (336 Stimmen, 8,2 Prozent).

Anträge auf Briefwahl können auch online gestellt werden. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der Gemeinde unter www.ladbergen.de.

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