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Zweijährige Erfolgsgeschichte „Ladberger Kaffee“

Aus Dorfladen nicht wegzudenken

Ladbergen

Gut 30 Prozent des Umsatzes im Dorfladen machen fair gehandelte Produkte aus. Der Renner dabei: der Ladberger Kaffee.

Von Mareike Stratmann

Hans-Jürgen Mäscher, Günter Struck und Ingo Kielmann (von links) von „Nu män tou“ freuen sich, dass nicht nur der „Ladberger Kaffee“ (rundes Bild) bei den Kunden sehr gut ankommt. Foto: Mareike Stratmann

Andere Gemeinden vertreiben ihren eigenen Kaffee. Könnte das nicht auch für Ladbergen interessant sein? Vorausgesetzt, dass er fair gehandelt ist. Mit diesem Gedanken machte sich Günter Struck vor etwa drei Jahren ans Werk, suchte nach einem geeigneten Anbieter und stellt nun, nachdem der „Ladberger Kaffee“ bereits seit gut zwei Jahren im Dorfladen der Marketinginitiative „Nu män tou“ erhältlich ist, zufrieden fest, aufs richtige Pferd gesetzt zu haben. „Der Kaffee ist der Renner unter den Fair-Trade-Produkten“, freut sich Struck beim Blick in die gut gefüllten Regale.

Gut gefüllte Regale

Der Pfarrer im Ruhestand, der im Dorfladen für den Einkauf der fair gehandelten Artikel zuständig ist, berichtet, dass seit Oktober 2019 bereits über 300 Kilogramm des aromatischen Hochlandkaffees aus der Andenregion im Norden Perus verkauft worden sind. Macht bei einer Packungsgröße von 250 Gramm über 1200 Pakete Ladberger Kaffee, die bereits an den Mann beziehungsweise die Frau gebracht worden sind.

Doch kurz zurück zu den Anfängen: Nach umfänglicher Recherche war Struck 2019 in Baden-Württemberg auf den „Pidecafé“ gestoßen, der über das Fairhandelshaus GEPA importiert und vertrieben wird und mittlerweile für rund 10 000 peruanische Bauernfamilien ein sicheres Auskommen bedeutet. So steht er laut eigenen Angaben für ein integriertes, seit 30 Jahren stetig wachsendes und sich weiterentwickelndes Kaffeeprojekt nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“. Die Bäuerinnen und Bauern seien autark, gewerkschaftlich organisiert und arbeiteten nach den Zielen der Agrarökologie. Und für die Ladberger Zwecke ebenfalls nicht unwichtig: Die Packung bietet genügend Platz, um den identitätsstiftenden Aufkleber mit Afrouper und Biene sowie dem Hinweis auf die Fairtrade-Gemeinde unterzubringen, der von Markus Olesch entwickelt wurde.

Was den Kaffee auszeichnet? Er ist nicht nur fair gehandelt, sondern besticht auch durch seinen kräftigen Geschmack und hat einen unverwechselbarem Charakter, berichtet etwa „Nu män tou“-Geschäftsführer Ingo Kielmann und ergänzt, „dass wir im Laden sehr positive Rückmeldungen zu unserem Kaffee bekommen“. Struck verweist auf den ökologischen Anbau und die natürliche Beschattung der Kaffeepflanzen, die Ernte per Hand und die Landzeitröstung der Arabica-Bohnen, die dem Pidécafe seinen „super Geschmack“ verleihen.

Hans-Jürgen Mäscher

Was beide freut: Trotz der Aufnahme des „Ladberger Kaffee“ ins Sortiment im Herbst 2019 sei der Absatz der anderen Sorten nicht eingebrochen. Im Gegenteil: Der Ladberger Kaffee, so die Rückmeldung des Dorfladen-Teams, werde gerne als Geschenkartikel gekauft.

Gleichwohl ist der Kaffee ein Artikel von vielen im Fair-Trade-Bereich, wie sie betonen. So werden an der Alten Schulstraße eben auch zahlreiche Sorten Tee, Wein, verschiedene Kekse und Schokolade veräußert. Wie wichtig dieses Standbein im Dorfladen ist, weiß Hans-Jürgen Mäscher. „Die Fair-Trade-Artikel machen einen Anteil von 30 bis 33 Prozent aus“, sagt er mit Verweis auf die regionalen, selbst hergestellten und Bio-Produkte, die man im Dorfladen Dienstag- bis Freitagvormittag von 9 bis 12 Uhr sowie Dienstag- und Freitagnachmittag von 14.30 bis 17.30 Uhr erhält. Trotzdem, stellt Mäscher fest: „Durch die Corona-Pandemie haben wir einen Umsatzrückgang von 30 Prozent gehabt.“

Für die Fairtrade-Gemeinde Ladbergen ist der Vertrieb der Produkte im Dorfladen ein wesentliches Standbein, um die Rezertifizierung in diesem Jahr erfolgreich zu meistern. Dazu gehört aber auch, dass etwa die Kirchengemeinden und der Seniorentreff den fair gehandelten Kaffee bei Veranstaltungen servieren, die Gemeinde auf derartige Produkte setzt, bei Sportveranstaltungen beispielsweise mit fairen Bällen gespielt wird und „dass der Fair-Trade-Gedanke in Ladbergen gelebt wird“, wie Ingo Kielmann sagt. Dafür will sich die Steuerungsgruppe weiter einsetzen.

Der Ladberger Kaffee wird nicht nur im Dorfladen vertrieben. Er ist im Ort auch in der Drogerie „DroNova“, beim Blumenhaus Stilwerk sowie dem Getränkehändler „Trink + Spare“ erhältlich. 250 Gramm dieses exklusiven Kaffees kosten 4,80 Euro.

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