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Grüne in Ladbergen am Ziel

Aussagen zu Schottergärten auch in Bebauungsplänen

Ladbergen

Lange sind die Grünen in Ladbergen an dem Thema dran gewesen – am Ende mit Erfolg. Der Gemeinderat hat sich dafür ausgesprochen, dass sich künftig ein Hinweis zu Schotter- und Steingärten in Bebauungsplänen findet. Die sind der Fraktion ein Dorn im Auge.

Mareike Stratmann

Stein, Schotter und wenig bis gar kein Grün: Derartige Gärten möchten die Grünen um Jörg Berlemann (rundes Foto) in Ladbergen verhindern. Ein entsprechender Antrag ist jetzt vom Gemeinderat mehrheitlich angenommen worden. Foto: dpa/Die Grünen

Um das vorweg zu nehmen: Wer die Landesbauordnung zur Hand nimmt, kann dort in Paragraf 8 nachlesen, dass nicht überbaute Flächen zu begrünen oder zu bepflanzen sind. Was im Umkehrschluss heißt: Schotter- und Steingärten sind offenbar nicht das, was der Gesetzgeber gerne sieht. Nur wer hat jenen Gesetzestext schon studiert? Ergo bewertet es Jörg Berlemann als „sehr, sehr wichtig“, dass dieser Hinweis auf Antrag der Grünen-Fraktion fortan in die örtlichen Bebauungspläne aufgenommen wird. Denn die sollte sich jeder Häuslebauer und Architekt zu Gemüte führen.

Seit zwei Jahren arbeiten sich die Grünen an dem Thema „Verringerung von Schotter- und Steingärten“ ab (die WN berichteten). Und nachdem ihr erster, deutlich schärfer formulierter Vorstoß damals von den anderen Fraktionen viel Kritik einstecken musste und im September 2019 von der Tagesordnung genommen wurde, ging ihr neuer, fünf Punkte umfassender Antrag in der jüngsten Ratssitzung mehrheitlich durch. Einzig die CDU lehnte den Antrag gänzlich ab. Die FDP mochte sich nicht mit einer möglichen Förderung naturnaher Gärten ähnlich dem „Energiespareuro“ und der Gewährung von Anreizen für den Rückbau bestehender Steingärten anfreunden. Die SPD indes trug sämtliche Grünen-Ideen mit.

Schotterflächen gelten als "bebaut"

Was das für Bauherren bedeutet? Neben dem Hinweis auf das bestehende gesetzliche Verbot jener Gärten, wird in Bebauungsplänen künftig auch darauf hingewiesen, dass Schotter- und Steingartenflächen bei der Ermittlung der Grundflächenzahl (GRZ) – also der Fläche, die auf einem Grundstück überhaupt bebaut werden darf – mit eingerechnet werden.

Jenseits davon soll die Gemeinde einen Musterleitfaden zur Verhinderung und zum Rückbau von Schottergärten erarbeiten und eben prüfen, ob eine Förderung naturnaher Gärten und die Gewährung eines finanziellen Anreizes zum Rückbau bestehender Anlagen gewährt werden kann. Ferner sieht der Antrag die Erstellung von Mustergärten auf gemeindeeigenen Flächen durch ansässige Fachfirmen vor.

"Mehr als Gebot denn als Verbot" zu bewerten

Jörg Berlemann ist froh, dass das Thema nach zwei Jahren zu einem aus Sicht der Grünen guten Ende gekommen ist. „Nur, dass die CDU mit Hinweis auf den Eingriff auf Eigentumsrechte alles ablehnt, hat mich schon sehr geärgert“, sagte der Grünen-Fraktionssprecher und betonte zugleich, dass beispielsweise die Einbeziehung der mit Stein und Schotter „bebauten“ Gartenfläche in die Grundflächenzahl „mehr als Gebot denn als Verbot“ zu bewerten sei.

Vor allem aber hofft er, mit diesen Beschlüssen, „dem auch in Ladbergen wachsenden Trend, Gärten vegetationsfrei beziehungsweise -arm mit Steinen, Schotter, Kies und Splitter zu gestalten, entgegenwirken zu können“. Aktuelle Schätzungen gingen laut Berlemann davon aus, dass 15 Prozent der Vorgärten als Schottergärten angelegt sind. „Diesem steigenden Trend müssen wir entgegenwirken. Auch Hausgärten sind ein wichtiger Baustein, um die Artenvielfalt zu erhalten.“

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