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Blaumeisensterben

Behörde bestätigt Bakterium als Ursache

Ladbergen/Kreis S...

Das Bakterium Suttonella ornithocola ist für den rätselhaften Tod von Blaumeisen in Ladbergen verantwortlich. Das haben Untersuchungen im niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ergeben.

Michael Schwakenberg

Die Fälle von massenhaft verendeten Blaumeisen mehren sich seit einigen Wochen. Foto: Patrick Pleul

Immer wieder entdecken seit Mitte März Gartenbesitzer tote Blaumeisen. So erging es vor gut einer Woche auch einer Ladbergerin (WN berichteten). Bei allen toten Meisen in ihrem Garten wurde das Bakterium Suttonella ornithocola nachgewiesen und als Ursache für das Meisensterben diagnostiziert.

Dass dieses Bakterium, das eine Lungenkrankheit auslöst, gemeinhin für das Sterben der Meisen verantwortlich ist, hat jetzt das niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) bestätigt. Ein Gefährdungspotenzial für Menschen und andere Tiere bestehe demnach nicht.

Das Bakterium Suttonella ornithocola war laut Mitteilung erstmalig im Frühjahr 1996 in England und Wales für ein massenhaftes Meisensterben verantwortlich und wurde 2018 erstmals in Nordrhein-Westfalen registriert. Erkrankte Tiere zeigten eine Lungenentzündung und vereinzelt Erkrankungen des Darms. So war das auch bei verendeten Tieren in Ladbergen der Fall. Über die Infektionswege ist laut Laves wenig bekannt. Eine Übertragung via Aerosol oder durch Kontakt mit infizierten Sekreten sei denkbar. Menschen oder andere Tiere seien aber „scheinbar nicht gefährdet“.

Erste Fälle hatte der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) bereits Mitte März in Rheinhessen und Rheinland-Pfalz registriert. Seitdem sind mehr als 11 000 Fälle toter oder erkrankter Meisen gemeldet worden. Einen deutlichen Schwerpunkt gebe es im Dreiländereck von Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Auch im westlichen Niedersachsen gebe es vermehrt Fälle. Erkennen könne man die kranken Tiere unter anderem daran, dass sie „apathisch und aufgeplustert auf dem Boden sitzen und nicht vor Menschen fliehen“. Häufig seien Augen, Schnabel und Teile des Federkleids verklebt.

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