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Landwirte hoffen auf eine positive Ernte

Blick auf die Felder macht Freude

Ladbergen

Die Wintergerste hat Hendrik König noch schnell vor dem Regen abgeerntet. Rund um den 1. August folgen Triticale und Weizen, Anfang Oktober ist der Mais dran. Keine Frage: Aktuell bereitet das Getreide dem Vorsitzenden des Landwirtschaftlichen Ortsvereins viel Freude. Wie er auf die aktuelle Situation auf die Landwirtschaft blickt? Die WN haben nachgefragt.

Von Mareike Stratmann

Hendrik König kann sich über fehlenden Regen in diesem Jahr nicht beklagen. Das Getreide ist gut gewachsen. In zwei Wochen etwa dürfte die Ernte der Triticale beginnen. Foto: Mareike Stratmann

„Ist der Mai kühl und nass, füllt‘s dem Bauern Scheun und Fass.“ Manchmal stimmen sie ja, die alten Weisheiten aus dem 100-jährigen Bauernkalender. Und was Hendrik König und seine Berufskollegen in Ladbergen angeht, scheint sie sich in diesem Jahr zu bewahrheiten. Jedenfalls sagt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsvereins, dass ihm der Blick auf die Felder derzeit „eine große Freude bereitet“. Und darauf hat das Wetter im Frühjahr natürlich einen großen Einfluss gehabt.

Die Wintergerste ist auf dem Hof König Anfang dieser Woche abgeerntet worden. Gerade noch rechtzeitig, bevor am Dienstag und vor allem am Mittwoch der Regen kam. Es sei, wie der Landwirt sagt, ein Spiel mit der Zeit gewesen. Denn eigentlich hätten der Gerste noch zwei, drei Tage auf dem Acker gut getan, aber so sei er auf der sicheren Seite gewesen.

Jedoch gilt das nicht für alle: Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsvereins geht davon aus, dass in Ladbergen erst die Hälfte bis zwei Drittel der Gerste eingefahren werden konnte. „Denn eigentlich gab es mit dem Samstag und Montag bisher nur zwei Tage für die Ernte.“

Sein Fazit: „Es ist eine durchschnittliche Ernte, weil die Gerste doch einige taube Ähren gebildet hat, die minderwertig sind.“ Aber, und das schiebt er direkt hinterher: „Ich will absolut nicht klagen.“ Zumal ihm der Blick auf Triticale, Weizen und Mais ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Das Getreide entwickele sich gut. Und entgegen der vergangenen Jahre, in denen die Bauern es bereits zu diesem Zeitpunkt eingefahren hätten, weil es zu vertrocknen drohte, ist die Kornfülle in diesem Jahr „noch im Gange“. Hendrik König geht davon aus, dass die Ernte um den 1. August startet.

Trockenheit in den vergangenen zwei Jahren

Es ist Balsam auf die Seelen der Landwirte, die in den vergangenen zwei Jahren mit extremer Trockenheit im Sommer zu kämpfen hatten. Auf vielen Getreideäckern wuchs das Korn nur mäßig und der Mais kam auf schlechteren Böden kaum bis zum Oberschenkel des Bauern hoch. In diesem Jahr indes stellt Hendrik König fest: „Besser als im Moment könnte der Mais nicht aussehen.“

Gute Aussichten aufs Getreide an sich, und auch über die Preise können sich die Landwirte im Moment nicht beklagen – so sie denn zu den Verkäufern gehören und nicht für die Tiere zukaufen müssen. In China, erklärt Hendrik König, gebe es eine große Nachfrage, dorthin fließe viel Getreide – und an den internationalen Börsen gehen deshalb die Preise in die Höhe.

Kritik an der Politik

Also alles gut bei den Bauern? Es scheint immer zwei Seiten der Medaille zu geben. Die marktwirtschaftliche und politische Lage mit immer neuen Ordnungen sei momentan äußerst schwierig. „Das zermürbt und macht uns zu schaffen“, sagt der Landwirt, der überzeugt ist, dass sich die Landwirtschaft in Sachen Ökologie und Tierwohl auf einem guten Weg befinde. Allein: „Das wird von der Politik leider nicht honoriert und von vielen nicht gesehen.“

Zu lange klagen will der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsvereins jedoch nicht. Beim Blick auf die Getreideäcker hellt sich die Miene auch. Wenngleich er weiß: „Eigentlich soll man erst über die Ernte reden, wenn sie auch auf dem Wagen ist.“ Gewitter, Sturm, Starkregen oder eben doch eine Hitzeperiode im August, September – da könne von einem auf den anderen Tag alles kaputt gehen.

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