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Remondis kommt mit der Abfuhr der Gelben Säcke nur schleppend hinterher

Bürger sind sauer auf Entsorger

Lienen/Ladbergen/...

Mit Beginn des neuen Jahres hat das Unternehmen Remondis von seinem bisherigen Subunternehmer PreZero auch den Altkreis Tecklenburg in Sachen Abfuhr der Gelben Säcke übernommen. Dass es nach einem solchen Übergang anfangs hier und da Probleme gibt, erscheint nicht ungewöhnlich. Die Anzahl der Reklamation hat in jüngster Vergangenheit aber wohl deutlich zugenommen. Das bestätigte ein Remondis-Mitarbeiter aus der Niederlassung Ibbenbüren jetzt auf Anfrage der WN.

Michael Schwakenberg und Henning Meyer-Veer

Im Altkreis Tecklenburg hat Remondis mit Jahresbeginn die Abholung der Gelben Säcke übernommen. Der Start verlief alles andere als reibungslos.

Mit Beginn des neuen Jahres hat das Unternehmen Remondis von seinem bisherigen Subunternehmer PreZero auch den Altkreis Tecklenburg in Sachen Abfuhr der Gelben Säcke übernommen. Dass es nach einem solchen Übergang anfangs hier und da Probleme gibt, erscheint nicht ungewöhnlich. Die Anzahl der Reklamation hat in jüngster Vergangenheit aber wohl deutlich zugenommen. Das bestätigte ein Remondis-Mitarbeiter jetzt auf Anfrage der WN.

Nach Informationen der Redaktion wurde die Abfuhr der Gelben Säcke im Tecklenburger Land mit fünf Fahrzeugen kalkuliert. Nach den Erkundungsfahrten für die Tourenplanung sollen angeblich Zweifel aufgetreten sein, dass die eingeplanten Fahrzeuge für eine reibungslose Abfuhr ausreichen würden. Jedoch habe es aber keine Anstalten gegeben, die Flotte aufzustocken. Ferner fragten wir nach, ob die Mitarbeiter teilweise Schichten von mehr als zwölf Stunden fahren mussten, ob das Lager in Ibbenbüren zu klein für die gesammelte Menge Gelber Säcke ist und ob aufgrund der aktuellen Lage schon Mitarbeiter die Firma in Ibbenbüren verlassen haben.

Remondis-Sprecherin Anna Ephan antwortet darauf schriftlich, dass es „aus journalistischer Sicht absolut verständlich“ sei diese Fragen zu stellen, „jedoch sollten wir hier den Bezug zur Ursache nicht verlieren“. Die aktuellen Beschwerden beruhen demnach auf der wetterbedingten Ausnahmesituation von vor drei Wochen. Wörtlich schreibt Ephan: „Unserem Fahrpersonal gebührt unsere höchste Anerkennung, dass sie neben den tagesaktuellen Sammeltouren derzeit vollen Einsatz zeigen, um auch liegen gebliebene Säcke vor der nächsten, regulären Abfuhr nachzufahren. Wir haben aktuell selbstverständlich mehr als alle Kapazitäten ausgeschöpft, neben fünf regulären Fahrzeugen und 14 Mitarbeitern sind zwei Zusatzfahrzeuge und sechs weitere Mitarbeiter im Einsatz.“

Grundsätzlich werde der Einsatz von Fahrzeugen anhand der infrastrukturellen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des Kreises errechnet. Im gesamten Unternehmen halte man Schichtzeiten und erlaubte Fahrzeiten strikt ein, so Ephan. Die Größe der Umschlagplätze unterliege, ebenso wie diverse andere Prozesse eines Entsorgungsfachbetriebs, gesetzlichen Vorschriften, „die wir alle nachweislich einhalten. Es gibt daher derzeit keinen Grund zur Sorge, dass sich die Abfuhr der Gelben Säcke nicht binnen kurzer Zeit wieder im Normalbetrieb einpendelt.“

Aus der Niederlassung in Ibbenbüren war zu erfahren, dass der Start in Kommunen mit großen Außenbereichen für die Fahrer nicht einfach sei. Es handele sich um ein „logistisches Großprojekt“ und es ich dauere seine Zeit bis die Touren sitzen und auch der letzte Bauernhof abgespeichert sei. Hinzugekommen sei, dass Remondis unter anderem in Lienen einige Touren andersherum abfahre als das Pre-Zero das getan habe und einige Anwohner in Unkenntnis dieser Tatsache ihren Müll zu spät herausgestellt hätten.

„Die Übernahme eines neuen Gebiets ist immer mit einer Einarbeitungsphase verbunden, ganz unabhängig von guter Vorbereitung“, räumt auch Ephan ein. Zudem habe man neben dem Wintereinbruch von Anfang an mit unvollständigen Daten und kurzzeitig ausfallenden Fahrzeugen zu kämpfen gehabt.

Beim Dualen System, dem Auftraggeber der Sack-Entsorgung, sind die hiesigen Probleme bekannt. „Wir haben unmittelbar Remondis zur Stellungnahme aufgefordert“, sagt Pressesprecher Norbert Völl. „Wir sind in ständigem Austausch mit der Niederlassung und dringen auf die möglichst baldige Herstellung des vertragsgemäßen Zustands.“ Remondis habe dies zugesagt und wolle dazu auch zusätzliche Kräfte einsetzen. Darüber hinaus erklärt Völl: „Selbstverständlich sieht der Vertrag eine Reihe von Sanktionsmöglichkeiten vor, die wir auch einsetzen werden, wenn es notwendig werden sollte. Wir gehen aber davon aus, dass Remondis auch im eigenen Interesse für eine schnellstmögliche Bereinigung sorgen und einen ordnungsgemäßen Zustand herstellen wird.“

Ibbenbürens Bürgermeister Marc Schrammeyer äußert neben Verständnis auch deutliche Kritik: „Remondis hätte deutlich besser vorbereitet an die Aufgabe herangehen und vor allem offensiver und schneller an der Mängelbeseitigung arbeiten können.“

In der Lienener Gemeindeverwaltung stand das Telefon an manchen Tagen wegen nicht abgeholter Säcke und Tonnen nicht mehr still, bestätigte Mitarbeiterin Maren Stieneker auf Anfrage der WN: „Wir sind zwar nicht zuständig, nehmen die Beschwerden aber auf und geben sie weiter.“ Das sei ein immenser Aufwand. Sie appelliert deshalb an die Bürger, sich direkt an Remondis zu wenden.

Bei Beschwerden ist Remondis unter  0 54 59/91 38 850 zu erreichen.

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