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Pflegepatenschaften auf den Weg gebracht

Bürger sollen zu Gießhelden werden

Ladbergen

Gast im Umwelt- und Verkehrsausschuss war jetzt Silke Groenewold von der Initiative „Zusammen Vielfalt schaffen“. Deren Anliegen: Bürger sollen Patenschaften übernehmen, um öffentliche Flächen ökologisch aufzuwerten und gleichzeitig die Gemeinde schöner zu machen. Die Mitglieder des Ausschusses nahmen die Idee positiv auf. Ob es letztendlich etwas wird, hat nun der Rat zu entscheiden.

Von Mareike Stratmannund

Eine gepflegte Baumscheibe – in Ladbergen besteht der Wunsch, dass Bürger sich darum auch verstärkt im öffentlichen Raum kümmern. Foto: kaj

Hier und da gibt es das schon: Dass der ein oder andere Anwohner zur Gießkanne greift, um einen durstigen Baum auf gemeindeeigener Fläche vor der eigenen Haustür mit Wasser zu versorgen. Dass sogar vereinzelt Baumscheiben von Nachbarschaften bepflanzt und gepflegt werden. Für Silke Groenewold, Sandra Blumenthal-Balsbering und Dr. Wolfgang Hungerberg sind es „kleine Schritte, die viel bewirken“. Es geht ihnen um die ökologische Aufwertung von gemeindeeigenen Flächen durch die Bürger. Doch die Vertreter der Initiative „Zusammen Vielfalt schaffen“ wollten mehr, wollten etwas Konzeptionelles – und hatten damit im Umwelt- und Verkehrsausschuss Erfolg.

Auf Einladung des Ausschusses präsentierte Silke Groenewold detaillierte Überlegungen, wie aus einer hier und da vorhandenen Eigeninitiative eine konkrete Pflegepatenschaft werden könnte, die von ökologischem Nutzen sei und das Dorf zugleich weiter verschönere. Dazu hatten sich sowohl die Mitglieder der Initiative als auch Klimaschutzmanagerin Alexandra Kattmann mit umliegenden Kommunen unterhalten, um ein solches Unterfangen auf stabilere Füße zu stellen und von deren unterschiedlichen Erfahrungen zu profitieren. Denn, so die Ladbergerin, die sich mit ihren Mitstreitern schon seit Jahren für den Erhalt und die Förderung der Artenvielfalt vor Ort einsetzt: „Wir müssen es einfach nur tun.“ Sie spielte damit auf die vielen Überlegungen zu dem Thema in der Vergangenheit an, ohne dass es konkrete Ergebnisse gegeben habe.

Das soll sich nach Ansicht des Umweltausschusses nun ändern. Nach intensiver Diskussion – vor allem darüber, ob es einer schriftlichen Vereinbarung zwischen Pflegepaten und der Gemeinde bedarf – wurde folgendes Paket geschnürt und von allen Politikern befürwortet: So wird die Gemeinde einen Flyer entwickeln, wie die Anlage einer ökologisch nachhaltigen Fläche gelingen kann. Darin sollen Tipps für geeignete Pflanzen an den jeweiligen Standorten (sonnig, trocken) gegeben werden, aber auch Spielregeln formuliert werden, was erlaubt ist. So hatte Hartmut Kaubisch (Grüne) die Pflegepatenschaft als „ganz tolle Idee“ bezeichnet, aber auch deutlich gemacht, dass klar sein müsse, dass jenseits des Bauhofs beispielsweise niemand eigenmächtig Bäume auf Gemeindegrund beschneiden darf.

Ferner soll es eine von Dr. Thomas Schulze Eckel (FDP) ins Spiel gebrachte Absichtserklärung geben, in der Ladberger ihre Patenschaft bekräftigen und sich mit den Spielregeln einverstanden erklären. „Ohne dass sie sich gegängelt fühlen“, wie Silke Groenewold betonte und Bürgermeister Torsten Buller versprach, „dass die Patenschaft jederzeit beendet werden“ könne. So soll die Patenschaft vor allem doch durch bürgerschaftliches Engagement getragen und diese durch eine Urkunde sowie ein Schild in der jeweiligen Baumscheibe verbrieft werden. Für das Projekt wird die Gemeinde – sofern der Rat zustimmt – 7500 Euro in den Haushalt für das kommende Jahr einstellen. Als „zusätzliche Werbemaßnahme“ für die Patenschaft regte Christoph Korte (SPD) eine Infoveranstaltung an, um das Gesamtkonzept vorzustellen.

Der Ausschussvorsitzende Hartmut Kotlewski (CDU) fasste schließlich zusammen, „dass wir uns alle einig sind, diesen Bürgerantrag zu unterstützen. Wir müssen die Leute auf dem Weg mitnehmen“. Nun ist der Rat am Donnerstag, 7. Oktober, am Zug.

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