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Untiet und Schulze Eckel wollen die Ampel-Koalition

CDU stürzt ab, SPD freut sich

Ladbergen

Die SPD hat die Bundestagswahl auch in Ladbergen gewonnen. Mit 33,3 Prozent ließ die SPD die CDU (28,2 Prozent) um 5,1 Prozent hinter sich. Ein Paukenschlag. Das hatte vor vier Jahren noch ganz anders ausgesehen: Da hatten die Christdemokraten die SPD um nahezu zehn Prozent distanziert. Grund zur Freude auch bei den Grünen: Sie fuhren ihr mit Abstand bestes Ergebnis ein – 15,0 Prozent. Nahezu stabile Werte indes bei FDP (11,2 Prozent) und AfD (5,5 Prozent). Die Linke ließ wie die CDU derbe Federn. Sie stürzte auf 2,4 Prozent ab.

Von Dietlind Ellerich und Mareike Stratmann

Mehr als ein Drittel der Wähler stimmte bei Briefwahl ab. Diese Ergebnisse waren denn auch die letzten, die am Sonntagabend ausgezählt waren. Foto: Dietlind Ellerich

Die SPD hat die Bundestagswahl auch in Ladbergen gewonnen. Mit 33,3 Prozent ließ die SPD die CDU (28,2 Prozent) um 5,1 Prozent hinter sich. Ein Paukenschlag. Das hatte vor vier Jahren noch ganz anders ausgesehen: Da hatten die Christdemokraten die SPD um nahezu zehn Prozent distanziert. Grund zur Freude auch bei den Grünen: Sie fuhren ihr mit Abstand bestes Ergebnis ein – 15,0 Prozent. Nahezu stabile Werte indes bei FDP (11,2 Prozent) und AfD (5,5 Prozent). Die Linke ließ wie die CDU derbe Federn. Sie stürzte auf 2,4 Prozent ab.

SPD als stärkste Kraft im Bund. Ein starkes Ergebnis auf lokaler Ebene. Und auch wenn Anja Karliczek (CDU) sich bei den Erststimmen mit 34,6 Prozent vor Jürgen Coße (31,5 Prozent) platzierte, war von dem Erdrutschsieg der Bundesministerin vor vier Jahren, als sie ihren SPD-Kontrahenten um 15 Prozent distanzierte, kaum etwas übrig geblieben. Jan-Niclas Gesenhues fuhr für die Grünen 15,1 Prozent ein.

Man dürfte meinen, bei der SPD herrschte großer Jubel. Doch als die WN deren Vorsitzenden Ulrich Untiet erreichen, nimmt er diese Ergebnisse geradezu gelassen hin. „Das täuscht. Das muss nur erstmal sacken. Wenn man überlegt, wo wir vor einem Jahr standen.“ Für den Sozialdemokraten ist der Erfolg seiner Partei eng mit dem Namen Olaf Scholz verknüpft. Entsprechend logisch, dass er der nächste Kanzler wird. Aber mit wem koalieren? „Ich bin ein sozial-liberales Kind. Zumal ich mich mit den Linken schwer tue. Deren Nein zum Nato-Doppelbeschluss geht gar nicht.“

„Nicht erfreulich, aber nicht so schlecht wie vorhergesehen“, kommentiert Dr. Markus Boertz, Vorsitzender der Ortsunion, das Abschneiden seiner Partei im Bund. Er sieht den Regierungsauftrag bei der CDU auch dann, wenn die SPD stärkste Kraft im Bundestag wird. Eine Jamaika-Koalition, die wegen der Absage der Liberalen vor vier Jahren nicht zustande kam, hält Boertz für möglich und richtig. Dass die CDU in Ladbergen deutlich Federn ließ, führt Boertz auf den Bundestrend zurück.

Karin Rahmeier, Sprecherin der Ladberger Grünen, ist mit dem Ergebnis ihrer Partei im Bund nicht zufrieden. „Wir sind mit tollen Umfragewerten gestartet“, erinnert sie sich an den April, als die Grünen Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin nominierten. Mehr Erststimmen hatte sich Rahmeier für Dr. Jan-Niclas Gesenhues versprochen, zumal dieser im Kreistag in den vergangenen Jahren sehr gute Arbeit geleistet habe. Eine Ampel-Koalition sei möglich, auch wenn sie persönlich Jamaika vorziehen würden. Ihre Wunschkoalition wäre Rot-Rot-Grün gewesen. „Hier wäre die Schnittmenge am größten gewesen“, sagt sie.

Die Ampel-Koalition ist auch das, was Dr. Thomas Schulze Eckel angesichts des SPD-Wahlsiegs favorisiert. Entsprechendes werde er heute im Bezirksvorstand empfehlen. „Denn aus der Regierung heraus kann man seine Ziele deutlich besser voranbringen“, so der FDP-Vorsitzende. Er bewertete den Ausgang der Wahl angesichts der leichten Zugewinne im Bund sowie der Tatsache, dass Rot-Rot-Grün keine rechnerische Mehrheit erlangt habe, als positiv. Allein: „Dass die AfD auch bei uns in Ladbergen derart viele Stimmen bekommen hat, empfinde ich als sehr besorgniserregend.“

Auffällig in Ladbergen: Die Wahlbeteiligung lag bei 83,02 Prozent. Davon hatten 34,67 Prozent ihre Kreuze bereits per Briefwahl gemacht. Ein absoluter Rekord. Vor vier Jahren lag die Quote bei 21 Prozent.

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