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Nach schwerem Unfall: Anwohner machen sich für Tempolimit auf der Grevener Straße stark

„Das ist eine absolute Raserstrecke“

Ladbergen

Nach dem schrecklichen Unfall auf der Grevener Straße am 31. März konnte Frauke Saß nicht länger tatenlos zusehen. Sie machte in der Nachbarschaft mobil und übergab Bürgermeister Torsten Buller gut zwei Wochen später eine Liste mit mehr als 70 Unterschriften. Alle Unterzeichner sind der Meinung: Auf der Landstraße muss im Bereich Wester das Tempo runter. Ob ihr Vorstoß von Erfolg gekrönt sein wird?

Mareike Stratmann

Mehr als 70 Anwohner haben unterschrieben: Gemeinsam mit Frauke Saß machen sie sich dafür stark, auf der Grevener Straße eine Geschwindigkeitsbegrenzung einzuführen. Die Listen hat sie Bürgermeister Torsten Buller überreicht. Foto: Mareike Stratmann

Die Raserei auf der Grevener Straße ist Frauke Saß schon seit vielen Jahren ein Dorn im Auge. „Das ist wirklich schlimm“, moniert die Ladbergerin, die in unmittelbarer Nähe der Landstraße, am Feldweg, wohnt. Als sich am 31. März im Kreuzungsbereich Zur Woote/Feldweg zum wiederholten Mal ein schwerer Verkehrsunfall ereignete, wollte sie nicht länger tatenlos zusehen und machte mobil. Gut zwei Wochen später hat sie am Donnerstag einen Termin bei Bürgermeister Torsten Buller und überreicht ihm Listen mit mehr als 70 Unterschriften von Anwohnern, die sich für ein Tempolimit auf der viel befahrenen Landstraße stark machen. „Es reicht“, so ihre Auffassung.

Nicht allein der Unfall Ende März, bei dem eine Person lebensgefährlich und zwei weitere schwer verletzt wurden (WN berichteten), hat sie aufgeschreckt. Im Gespräch mit dem Bürgermeister erinnert Frauke Saß exemplarisch an einen Unfall aus dem Jahr 2015, bei dem an derselben Stelle ein 53-jähriger Motorradfahrer tödlich verletzt wurde. Und an eine Kollision im August 2018, bei der ein 84-Jähriger nur wenige hundert Meter weiter gen Greven an der Einmündung Krackenweg schwere Verletzungen davontrug. „So kann es nicht weitergehen“, sagt die Anwohnerin entschlossen. Ihr hehrer Wunsch: das Absenken der Geschwindigkeit auf 50 Stundenkilometer in der Bauerschaft Wester.

Torsten Buller freut sich über das Engagement, das Frauke Saß und die weiteren Anwohner an den Tag legen. „Ich unterstütze Ihr Vorhaben auf jeden Fall“, sagt er zu der Ladbergerin. Er wird die Unterschriftenlisten an die Regionalniederlassung Münsterland von Straßen.NRW weiterleiten und verspricht, „auch selbst noch ein paar Takte dazu zu schreiben“. Aber die Hoffnung auf Halbierung der Geschwindigkeit will er nicht aufrechterhalten. „Das wird nichts werden. Und selbst bei der Reduzierung auf 70 Stundenkilometer werden wir dicke Bretter bohren müssen“, befürchtet Buller nach einem ersten Gespräch mit den Verantwortlichen in Coesfeld.

Frauke Saß ist von der Notwendigkeit, auf der Grevener Straße geschwindigkeitsreduzierende Maßnahmen zu ergreifen, überzeugt. Zwei Wochen ist sie mit ihrem Anliegen in Wester unterwegs gewesen. „Ich habe überall offene Türen eingerannt“, erzählt sie. Viele Anwohner hätten in den vergangenen Jahren ihre eigenen Erfahrungen mit Rasern und brenzligen Situationen auf der Grevener Straße gemacht. „Das ist lebensgefährlich. Das habe ich selbst erlebt“, erzählt die Ladbergerin davon, wie sie eines Tages von der Grevener Straße links in den Feldweg abbiegen wollte und dabei noch links überholt wurde.

Das Problem: Kommt es in den Kreuzungsbereichen auf der Landstraße, auf der Tempo 100 gilt, zwischen Ladbergen und dem Kanal zu einem Unfall, dann kracht es gleich richtig. Eine Abbiegespur gibt es nirgends.

Trotz der schrecklichen Unfälle in den vergangenen Jahren sieht die Polizei in diesem Bereich aber keinen Unfallschwerpunkt. Wie es auf Nachfrage der Westfälischen Nachrichten bei der Kreispolizeibehörde heißt, müsste es pro Jahr drei ähnlich schwere Kollisionen geben, um als ein Unfallhäufungspunkt angesehen zu werden. Davon sei die Grevener Straße weit entfernt.

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