1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Ladbergen
  6. >
  7. Den Insekten zum Wohl

  8. >

Initiative „Zusammen Vielfalt schaffen“ legt Streuobstwiese an

Den Insekten zum Wohl

Ladbergen

Eine bislang extensiv genutzte Grünfläche entlang des „Ladberger Pättkens“ ist zur Streuobstwiese geworden: Dieses Projekt hat die Initiative „Zusammen Vielfalt schaffen“ gemeinsam mit der Gemeinde und der Unternehmerschaft Ladbergen verwirklicht. Sehr zur Freude aller Beteiligter - und der Insekten.

Michael Baar

Silke Groenewold, Sandra Blumenthal-Balsbering und Dr. Wolfgang Hungerberg von der Initiative „Zusammen Vielfalt schaffen“ haben, unterstützt von Martin Hungerberg und Marco Balsbering, die Bäume in der Streuobstwiese gepflanzt. Foto: privat

„Zusammen Vielfalt schaffen“, ihrem Namen ist die Ladberger Initiative bei ihrem jüngsten Projekt vollauf gerecht geworden. Gemeinsam mit der Gemeinde und der Unternehmergemeinschaft Ladbergen ist eine Streuobstwiese angelegt worden. Das rund 1500 Quadratmeter große Areal liegt entlang des Ladberger Pättkens zwischen Mühlenbach und der neuen Siedlung Lütke Rott.

„Die Idee ist entstanden bei einem Gespräch mit Klimamanagerin Alexandra Kattmann und Bauamtsleiter Tim Lutterbei“, erzählt Silke Groenewold, die mit Sandra Blumenthal-Balsbering und Dr. Wolfgang Hungerberg die Initiative gegründet hat. Dabei war zunächst offen, wie diese bislang extensiv genutzte Grünlandfläche für den Erhalt und die Förderung der Artenvielfalt in Ladbergen – das ist das Ziel der Initiative – genutzt werden soll. Nach einer Ortsbegehung mit Annika Brinkert von der Biologischen Station Tecklenburg steht die Entscheidung pro Streuobstwiese.

Die nächste zu klärende Frage war die nach der Finanzierung. Der Kreis Steinfurt hat ein Förderprogramm Streuobstwiesen aufgelegt. Dass die Initiative über Sponsoring die Realisierung erreicht hat, „freut uns sehr“, so Silke Groenewold. Aus einem einfachen Grund: Die Unternehmergemeinschaft Ladbergen steigt bei diesem ökologischen Projekt mit ins Boot.

Regionale, robuste, standortgerechte Obstsorten – unter dieser Prämisse werden die Hochstämme in der Folge ausgesucht. Bei den Äpfeln sind es Dülmener Rosenapfel und Kaiser Wilhelm, bei den Birnen Winterköttelbirne und Westfälische Speckbirne. Die genauen Pflanzorte werden bei einer weiteren Ortsbesichtigung festgelegt. Ausgerüstet mit von der Gemeinde gestellten Pfählen, Verbissschutz, Anbinde-Seilen, Hornspänen, weißer Farbe und Wassersäcken geht’s mit zusätzlicher Unterstützung durch Landschaftsarchitekt Marco Balsbering und Martin Hungerberg ans Werk.

Entstanden aus dem Wunsch nach Doppelnutzung

Streuobstwiesen sind keine „Erfindung“ der Neuzeit, sondern seit Jahrhunderten prägender Bestandteil des Kultur- und Landschaftsbildes. Entstanden sind sie in siedlungsnahen Bereichen als Weg einer Doppelnutzung: Extensiv genutztes Grünland und Obstbäume. Bei diesen Hochstämmen wurden regionale Pflaumen-, Kirschen-, Apfel- und Birnensorten verwendet.

Parallel wird die Wiese gemäht und ein 25 Meter langer Streifen gefräst. In diesem Abschnitt wird vom Kreis zur Verfügung gestelltes Saatgut für insektenfreundliche Pflanzen ausgebracht. An dieser kombinierten Aktion sollten sich Bürgerinnen und Bürger beteiligen können. Die Corona-Pandemie ließ das allerdings nicht zu.

Vorgesehen ist die Aufstellung eines Info-Schildes, auf dem auf die Bedeutung von Streuobstwiesen hingewiesen und der Einsatz der Unternehmergemeinschaft Ladbergen gewürdigt wird. Mindestens genau so wichtig ist die Tatsache, dass für das Wässern, den regelmäßigen fachgerechten Schnitt und das ein- oder zweimalige Mähen im Jahr – ein Streifen bleibt für den Winter ungemäht stehen – gesorgt ist.

Startseite