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Wohnraumverdichtung im Ortskern schreitet voran / Weitere Bauten erstmal auf Eis gelegt

Die ersten Mieter ziehen ein

Ladbergen

Die Wohnraumverdichtung im Ortskern schreitet immer weiter voran. Im vergangenen Sommer wurde der Komplex mit Luftgeschoss unmittelbar am Kreisverkehr fertiggestellt, an diesem Wochenende ziehen die ersten Mieter in das Mehrfamilienhaus an der Grevener Straße/Breedenstraße, und auch an der Lengericher Straße geht es mit großem Temp voran. Wie die Vermarktung läuft und was (aktuell nicht) geplant ist: Die WN haben sich einen Überblick verschafft.

Von Mareike Stratmann

Auf dem Eckgrundstück Grevener Straße/Breedenstraße rücken an diesem Wochenende die Umzugswagen an. Die acht Einheiten des Solitärhauses sind vermietet. Und auch in dem markanten Neubau an der Lengericher Straße (kleines Bild) schreiten Fertigstellung und Vermarktung mit großen Schritten voran. Foto: Mareike Stratmann

Am liebsten wäre es Bauherr Uwe Berlemann gewesen, wenn seine Mieter bereits das Weihnachtsfest im Neubau auf dem Eckgrundstück Grevener Straße/Breedenstraße hätten feiern können. Das hat vorrangig aufgrund von Lieferungsschwierigkeiten im Bereich Sanitär nicht ganz geklappt. Aber an diesem Wochenende ist Umzug. Die ersten fünf von acht Parteien ziehen zum 1. Februar in den roten Klinkerbau gegenüber der Westfalen-Tankstelle ein. Die übrigen drei folgen einen Monat später.

Damit ist das Solitärhaus mit Wohnungen zwischen 55 und etwa 100 Quadratmetern Größe komplett vermietet. „Schon nach dem ersten Bericht in den WN über unsere Pläne gab es Anfragen“, berichtet der Bauherr davon, dass letztlich sechs der acht Wohnungen „komplett ohne Werbung“ vergeben werden konnten. Und: „Die kleineren Wohnungen hätten wir vermutlich 20 mal vermieten können“, so Berlemann.

Der Bedarf an Wohnraum ist also eindeutig da. Trotzdem will er den Bau des zweiten Solitärhauses mit fünf weiteren Wohneinheiten, den er auf dem insgesamt 1600 Quadratmeter großen Areal in direkter Nachbarschaft zu Haus Nummer eins beabsichtigte, zurückstellen. „Er ist nicht vom Tisch, aber erstmal in weite Ferne gerückt“, stellt der Ladberger fest, der bei den Gründen nicht lange um den heißen Brei drumherum redet. „Bei den derzeitig explodierenden Baupreisen ist das nicht mehr kalkulierbar“, sagt er. Die Konsequenz: Statt ein zweites Haus zu bauen wird jetzt erstmal eine große Rasenfläche eingesät.

Rund 250 Meter nordöstlich haben in dem im Bau befindlichen Mehrfamilienhaus an der Lengericher Straße noch die Handwerker das Sagen. Gleichwohl biegen auch sie peu à peu auf die Zielgerade ein. Für die Monate Mai/Juni rechnet das Unternehmen Richter Wohnbau aus Greven, das für einen Bauherrn aus der Emsstadt die Vermarktung des barrierefreien Komplexes übernommen hat, mit der Fertigstellung.

Jan Richter erzählt, dass fünf der sieben Wohnungen und zwei Penthäuser mit Größen zwischen 66 und 114 Quadratmetern bereits vermietet seien. Weitere Gespräche liefen. Das Kfw40-Haus, das über Erdwärme geheizt und von einer Photovoltaik-Anlage unterstützt wird, soll sich durch niedrige Energiekosten und einen gehobenen Standard auszeichnen, sagt er. Die einzelnen Wohneinheiten in dem modernen Mehrfamilienhaus mit seinen zur Straße immer wieder vorspringenden Wänden seien nicht nur allesamt über einen Aufzug zu erreichen und verfügten über Terrassen oder Balkone. Im Innenhof stünden ausreichend Parkplätze zur Verfügung, zudem gebe es einen Fahrradraum.

Wer die künftigen Mieter sind? Richter spricht von einer „schönen Durchmischung der Generationen“. Bei Berlemann an der Grevener Straße ist das ähnlich. „Wobei wir auch viele jüngere Mieter unter 30 haben“, wie er sagt.

Damit schreitet die Wohnraumverdichtung im Ortskern immer weiter voran. Bereits im vergangenen Sommer fertigstellt worden war der Wohnkomplex mit zwei Etagen, ausgebautem Dachgeschoss und Luftgeschoss für die Stellplätze des Discounters Aldi unmittelbar am Kreisverkehr. Die 24 Zwei- und Drei-Zimmerwohnungen mit Größen zwischen 60 und 90 Quadratmetern, bestätigt Jan Richter, seien allesamt vermietet – an Studierende, Paare, junge Familien und Rentner. Unterm Strich hat das Haus aus der Feder des Ladberger Architekten Paul-Gerhard Welp dem Ort 30 Neubürger beschwert.

Bleibt die Frage, wie weit das Vorhaben fortgeschritten ist, das Torsten Etgeton neben der Gaststätte „Zum Timpen“ beabsichtigt – und zwar an der Stelle, wo an der Lengericher Straße (noch) der alte Schuppen steht? Im März vergangenen Jahres hatte die Politik dem Ladberger grünes Licht für den Neubau eines Mehrfamilienhauses gegeben, das in einem Voll- und einem Dachgeschoss mit einer Traufhöhe von 1,50 Meter sechs Wohneinheiten beherbergen soll. Auf Nachfrage der WN berichtete Etgeton, dass das Vorhaben „vermutlich 2023 Realität wird“. „Es kann sein, dass der Schuppen noch in diesem Jahr abgerissen wird“, so der Bauherr.

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