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Zertifizierung

Ladbergen will „Familiengerechte Kommune“ werden

Ladbergen

Für den Antrag der SPD, dem Verein „Familiengerechte Kommune“ beizutreten, votierten in der jüngsten Sitzung des Gesellschafts-, Kultur- und Sportausschusses SPD und CDU, Grüne und FDP sahen noch Beratungsbedarf. Die Entscheidung fällt im Dezember.

-msm-

Kinder benötigen mehr, als die passende Kleidung für jedes Wetter. Die Gemeinde Ladbergen nimmt die Familie in den Fokus: Durch einen Foto: picture alliance/dpa

Zwei Stellen für die Arbeit im Jugendzentrum, eine Stelle für die Seniorenarbeit, etliche Vergünstigungen für Familien im Rahmen der Laki-Card, das Versprechen der Politik, kein Kind in Sachen Betreuung zurückzulassen: Die Gemeinde lässt es sich einiges kosten, um ihrer Wunschvorstellung einer familienfreundlichen Kommune gerecht zu werden. Und doch gehe da noch mehr, findet die SPD, stellte im März den Antrag, dem Verein „Familiengerechte Kommune“ beizutreten – und scheint damit jetzt Erfolg zu haben. In der jüngsten Sitzung des Gesellschafts-, Kultur- und Sportausschusses votierten SPD und CDU für den Beitritt, Grüne und FDP sahen noch Beratungsbedarf.

„In Ladbergen wird schon vieles für Kinder getan, aber wir können uns noch verbessern. Und wir könnten über eine Zertifizierung als ‚familiengerechte Kommune‘ ein Alleinstellungsmerkmal im Kreis Steinfurt kreieren – ähnlich wie Saerbeck als Klimakommune“, fasste Thomas Kötterheinrich (SPD) die Beweggründe seiner Partei zusammen. Und holte dann noch ein Ass aus dem Ärmel. So habe die Familienstiftung Absichten geäußert, den vierjährigen Prozess nicht nur begleiten, sondern auch finanziell unterstützen zu wollen.

Die Rahmenbedingungen hatte Professor Peter Strohmeier den Politikern bei der Vorstellung des Vereins „Familiengerechte Kommune“ im Mai erläutert. Die Kernaussagen: Über den Zeitraum von einem Jahr soll durch professionelle Begleitung seitens des Vereins eine Bestandsanalyse erfolgen, Strategien für mehr Familien- und Generationengerechtigkeit vor Ort sollen entwickelt und konkrete Zielvereinbarungen für bestimmte Handlungsfelder vereinbart werden. Daran schließt sich eine dreijährige Umsetzungsphase mit abschließender Zertifizierung an. Strohmeier hatte betont, dass unter anderem „das gesamte Vereinsleben durch diese professionelle Unterstützung profitieren könnte“.

Natürlich gibt es das Engagement des Vereins nicht umsonst. 13. 000 Euro kostet die Gemeinde der Prozess, außerdem wird viel Wert auf die Mitarbeit von Vereinen und Verwaltung gelegt. Im Rathaus, so Strohmeier, sollten für diesen Prozess 0,2 Stellen bereitstehen. Bürgermeister Torsten Buller äußerte, diesen Prozess mitzugehen und den Personalbedarf in der avisierten Ehrenamtsstelle zu veranschlagen.

Christoph Korte (SPD) war überzeugt, „dass uns dieser Prozess alle weiterbringt“, Sabine König (CDU) betonte, dass das Votum des Bürgermeisters bei der Entscheidungsfindung sehr geholfen habe. „Wenn die Gemeinde das mitträgt, sehen wir das als Bereicherung an“, sagte sie die Unterstützung der Christdemokraten zu. Meike Steube-Niemeyer betonte, dass sich die Grünen gefreut hätten, wäre der Verein „Kinderfreundliche Kommune“ zum Zuge gekommen. Dieser hatte sich den Politikern im September als Alternative vorgestellt. In dessen Mittelpunkt hätte die Implementierung von Kinderrechten gestanden. Ein Aspekt, den Thomas Kötterheinrich (SPD) auffing. „Mit der ‚Familiengerechten Kommune‘ würden wir die gesamte Familie in den Blick nehmen, die Kinderrechte können wir aber doch hinzufügen“, betonte er. Die Grünen wollen sich bis zur Ratssitzung am 15. Dezember beraten – dann dürfte die Entscheidung fallen.

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