1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Ladbergen
  6. >
  7. Die Jecken haben die Schlüsselgewalt

  8. >

Elferrat freut über den Start in die Session und feiert auf dem Rathausplatz

Die Jecken haben die Schlüsselgewalt

Ladbergen

Nach der Corona-Zwangspause im vergangenen Jahr starteten die Narren in Ladbergen am Donnerstag mit der Schlüsselübergabe durch. Sie freuen sich auf spannende Wochen und hoffen, dass auch der Bollerwagenumzug am Rosenmontag durchs Dorf ziehen kann.

-del-

Er macht was her, der goldfarbene, 70 Zentimeter lange Schlüssel, den die Mannen des Elferrates an die Rathauswand hängten. Dass der Zutritt zum Verwaltungsgebäude nicht einfach war (rechts), nahmen die Jecken selbstverständlich mit Humor. Foto: Dietlind Ellerich

Von wegen nur 3G! Wer am Donnerstag, 11.11., um 13.11 Uhr glaubte, es sei damit getan, seine vollständige Impfung, Genesung oder einen negativen Corona-Test nachzuweisen. war auf dem Holzweg. Diese Erfahrung machten auch die Männer des Elferrates, die das Rathaus stürmen wollten, um ihren Schlüssel zu übergeben und den des Gebäudes mitzunehmen. Mit einem Sturm hatte ihr Auf- respektive Eintritt ins Gebäude gar nichts zu tun. Es waren eher leichte Böen, die sie in winzigen Schritten ihrem Ziel, dem Büro von Bürgermeister Torsten Buller, näher brachten.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machten es den Jecken wahrlich nicht einfach. Nicht nur dass sie mit Abstand (genau 1,50 Meter) voneinander vor dem Eingang Schlange stehen mussten und Daniel Salinga alles mit einem Zollstock kontrollierte. Auch wer‘s hineingeschafft hatte, wunderte sich kaum noch. Weder übers Fiebermessen (auch mit dem Zollstock), noch über den Abstrich für den PCR-Test mit der – schwarzen, aber sauberen – Klobürste, die Erstimpfung mit „Jeck-Zeneca“ als Schluck-Impfung oder die Zweitimpfung in Form von etwas Flüssigem aus einer Ampulle. Das alles musste durchstehen, wer aus den Händen von Torsten Buller den Jecken-Impfausweis mit den 3G „Gestürmt, gebremst, geimpft“ ergattern wollte. Dieser allein berechtigte nämlich dazu, die Treppe ins Obergeschoss zu erklimmen, wo nicht nur der alte Schlüssel, sondern flugs auch ein Feuerlöscher von der Wand genommen wurde.

„Geschafft“ mögen die Jecken in diesem Augenblick gedacht haben und verliehen ihrer Erleichterung durch einen Schluck aus den mitgebrachten „Klopfern“ Ausdruck. Beendet war ihre Mission allerdings noch nicht. Denn der Bürgermeistersessel wartete darauf, von dem einen oder anderen besetzt zu werden. Ein Experiment, das manchen zu einem verheißungsvollen Blick in die Zukunft inspirierte. „Keine Straßenreinigungsgebühren, keine Müllgebühren...“, es hätte ewig so weitergehen können, wenn denn nicht des Bürgermeisters Gesichtsausdruck immer düsterer geworden wäre.

Am Ende machten alle gute Miene zum nicht ganz so ernsten Spiel, waren sie doch heilfroh, dass es mit dem Sessionsstart geklappt hat. Nun freuen sie sich auf spannende närrische Wochen, auf einen Umzug am Rosenmontag und danach auf den Rücktausch der beiden Schlüssel.

Startseite
ANZEIGE