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Corona in Kindergärten

Die Unsicherheit nimmt überall zu

Ladbergen/Lengerich/Lienen

Seit Monaten schwebt das Coronavirus wie ein Damoklesschwert auch über dem Thema Kinderbetreuung. Mittlerweile häufen sich die Corona-Fälle in Kitas, sagt Gudrun Baackmann vom DRK-Kreisverband. Die katholische Kirchengemeinde geht in ihren Einrichtungen noch einen Schritt weiter.

Von Mareike Stratmann

Und immer wieder der Blick aufs Testergebnis der Kinder: Die Kindertageseinrichtungen appellieren mehr denn je an die Eltern, die kostenfrei zur Verfügung stehenden Corona-Schnelltests zu nutzen. Die katholischen Kindergärten ziehen erste Konsequenzen. Foto: dpa/Friso Gentsch

Freitagmorgen, halb acht. Die Brotdosen für die Kinder stehen bereit. Nur noch fertig anziehen, dann geht‘s in den Kindergarten. Doch da, das Handy vibriert. Eine Meldung aus der Einrichtung: Es gibt positive Schnelltests. Und nun? Kinder trotzdem schicken? Zuhause behalten und den Tag in Windeseile umorganisieren? Seit Monaten schwebt das Coronavirus wie ein Damoklesschwert auch über dem Thema Kinderbetreuung. Doch nun rückt das Virus von Tag zu Tag in greifbarere Nähe.

Das bestätigen die Träger der hiesigen Kindertageseinrichtungen. Bislang seien sie gut durch die Pandemie gekommen, sagen sie. „Aber jetzt häufen sich die Fälle massiv“, erklärt beispielsweise Gudrun Baackmann vom DRK-Kreisverband, der mit den „Kleinen Strolchen“ und dem „Abenteuerland“ sowie den „Wasserzwergen“ und dem „Zirkus Rabauki“ allein in Ladbergen und Lengerich vier Einrichtungen betreibt. „Aber noch haben wir keine Gruppe schließen müssen“, stellt sie erleichtert fest – wohl wissend, dass das eine Momentaufnahme ist. Und: „Die Unsicherheit unter Erziehern und Eltern nimmt angesichts der rasant steigenden Zahlen zu.“

Was sie sich da wünscht? „Dass die Politik aktiv wird und uns einen Rahmen vorgibt, um handlungsfähig zu bleiben“, sagt die Frau, die im DRK-Kreisverband für insgesamt elf Kindergärten zuständig ist. „Und dass die Eltern das Testangebot, was wir ihnen machen, annehmen, um allen eine größtmögliche Sicherheit zu bieten. Aber da können wir nur immer wieder appellieren.“ Zudem informierten die DRK-Kindergärten sehr transparent und zügig über sämtliche Fälle.

In der Kita „Spielkiste“ ist man froh, dass ein solcher Fall noch nicht eingetreten ist. Mittlerweile eine Ausnahme unter den Einrichtungen in den hiesigen Kommunen, auch wenn sich die meisten Gesprächspartner mit konkreten Zahlen mit Verweis auf den Datenschutz bedeckt halten. „Noch sind wir von Corona verschont geblieben“, heißt es aus der Einrichtung an der Ladberger Dorfstraße, in der ebenfalls intensiv Werbung für die freiwilligen Selbsttests betrieben wird – und womit man laut eigener Aussage auf offene Ohren in der Elternschaft stoße.

Die katholische Kirchengemeinde Seliger Niels Stensen will es dabei nicht mehr belassen, stellt Ulrich Witte „angesichts der aktuellen Gefährdungslage“ fest. Der stellvertretende Vorsitzende des Kirchvorstands berichtet, dass man dem Betreuungsauftrag für alle Kinder selbstverständlich vollumfänglich nachkomme. Gleichwohl wird in den Einrichtungen St. Christophorus (Ladbergen) und St. Margareta (Lengerich) ab heute unterschieden: zwischen getesteten und nicht getesteten Kindern. So hat der Träger die Eltern darüber informiert, dass Kinder, die nicht getestet in der Einrichtung erscheinen, in einer separaten Gruppe betreut werden. „Um die anderen Kinder, deren Familien und unser Personal bestmöglich zu schützen“, wie Witte sagt.

Zum Prozedere in den Einrichtungen der katholischen Kirche: Getestet wird zuhause am Montag und Donnerstag und dieses wird schriftlich von den Eltern dokumentiert. Nur wer diesen Nachweis vorlegt, geht dort in die Regelgruppen. Die Resonanz? „Frau Hülsmann hat mir berichtet, dass sie darauf durchweg positive Rückmeldungen erhalten hat“, berichtet Witte aus einem Gespräch mit der Leiterin des St.-Christophorus-Kindergartens, der am Freitag ebenfalls keinen aktuellen Corona-Fall hatte. Gleichwohl sei die Verschärfung der Maßnahmen unumgänglich, „um sowohl die Betreuung als auch den Schutz aller zu gewährleisten“, betont Witte.

Ralf Evers, Geschäftsführer des Verbunds Evangelischer Kindertageseinrichtungen im Evangelischen Kirchenkreis Tecklenburg, war am Freitag nicht zu erreichen. In seinen Zuständigkeitsbereich fallen allein in Ladbergen, Lienen und Lengerich neun Einrichtungen.

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