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Arbeiten an evangelischer Kirche auf Zielgeraden

Ein Bauprojekt mit Überraschungen

Ladbergen

Wenn das Gerüst wandert, geht‘s mit den Bauarbeiten voran. Aktuell werden die Fugen auf der Nordseite saniert, anschließend geht es auf der Südseite weiter. Trotz einiger unvorhergesehener Überraschungen sollen die Arbeiten an dem Gotteshaus spätestens zum Winter hin abgeschlossen sind.

Von Dietlind Ellerich

Bald wird das Gerüst (großes Bild) auf die der guten Stube des Ortes zugewandten Seite wandern. Die Bauarbeiten zur Restaurierung der Kirche wurden im Spätsommer des vergangenen Jahres begonnen und sollen spätestens zum Winter abgeschlossen sein. Foto: Dietlind Ellerich (2)/Martin Oelrich (1)

Wenn das Gerüst wandert, geht‘s mit den Bauarbeiten voran.

So ist es auch an der evangelischen Kirche. Im Spätsommer des vergangenen Jahres starteten die Handwerker auf dem Dach. Dort war zumindest auf der Chorseite dringender Handlungsbedarf, was die undichten Anschlüsse zwischen Treppengiebel und Dach angingen. Sie wurden durch Kupferanschlüsse ersetzt, damit in Zukunft kein Wasser mehr eindringen kann. Was auf der Westseite sein musste, ließ die Kirchengemeinde auf der Turmseite gegenüber prophylaktisch erneuern. Das wäre sowieso irgendwann fällig gewesen, weiß Martin Oelrich. Der Vorsitzende des Presbyteriums ist froh, dass Maßnahmen, die sich während der Bauarbeiten als sinnvoll oder notwendig erweisen, gleich erledigt werden können. Zumal das Gerüst, das in der Gesamtrechnung einen nicht unerheblichen Posten ausmacht, gerade steht.

Dank eines ausreichenden Puffers sei das möglich, macht Oelrich deutlich, dass die Kirchengemeinde gut kalkuliert hat. Insgesamt 363 000 Euro hat sie für die kurzfristig notwendigen Arbeiten veranschlagt, die sie dank Rücklagen und Spenden zur Sanierung zu einem großen Teil (292 350 Euro) aus Eigenmitteln zahlen kann. Die fehlenden 70 650 Euro hat die Bezirksregierung aus Mitteln der Denkmalförderung des Landes NRW zugesichert (die WN berichteten).

Die Fugenarbeiten an der Nordseite – dort steht das Gerüst im Augenblick – sind im Bereich des Gerüstes so gut wie abgeschlossen, sagt Oelrich. Knapp 80 Jahre alt waren die Fugen, die damals mit relativ viel Speis gefüllt worden seien. Darin sammle sich das Wasser und wenn es friere, platzten sie. „Die neuen Fugen mit Sandsteinmörtel sind wasserdurchlässig, da passiert das nicht“, weiß Martin Oelrich. Die Fugenarbeiten an der Südseite stehen noch an.

Die Restaurierung der denkmalgeschützten Kirche ist ein sehr zeitaufwendiges Bauprojekt, das immer wieder Überraschungen zu Tage fördere. So haben die Handwerker während der Arbeiten festgestellt, dass die Holzrahmen der Fenster zum Teil weggefault gewesen seien. „Ein Wunder, dass sie so lange gehalten haben“, sagt der Presbyteriumsvorsitzende und macht damit deutlich, wie marode die Rahmen bereits waren. Deren Erneuerung konnte die Kirchengemeinde dank des finanziellen Puffers ebenfalls stemmen. Die Sanierung der zwölf großen und sechs kleinen Fenster habe begonnen. Sie würden nach und nach in einer Fachwerkstatt saniert und wieder eingebaut, fährt Oelrich fort. Ein Glück, dass das Fenster im Turm Anfang des Jahres vom Sturm eingedrückt worden sei. „Das zahlt die Versicherung“, sagt er schmunzelnd.

In den vergangenen Wochen seien Bögen und Köpfe in einer Werkstatt hergestellt worden, so dass die Sandsteinelemente über den Fenstern an der Nordseite eingebaut werden konnten. Im nächsten Schritt gehe es bald an der Südseite der Kirche weiter, kündigt Martin Oelrich weiter an. Auch diese Arbeiten erfordern Zeit. „Die Simse abzuschlagen, ist schnell gemacht. Neue wieder einzusetzen, ist sehr zeitaufwendig“, ist er sich bewusst. Er ist dankbar, dass die Kirchengemeinde dank der Mittel der Denkmalförderung diese Details wieder herstellen lassen kann.

Er rechnet damit, dass die Arbeiten an dem Gotteshaus noch mindestens zwei Monate dauern werden, spätestens zum Winter aber abgeschlossen sind.

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