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Ferienprogramm: Von Ohrenkneifern und Ohrwürmern

Ein Haus für kleine Nützlinge

Ladbergen

Das Ladberger Ferienprogramm ist vielfältig – sportlich, amüsant und bisweilen auch unglaublich informativ. Das haben die Mädchen und Jungen feststellen dürfen, die mit der Jugendreferentin des Kirchenkreises Tecklenburg Annika Kipp ein Zuhause für kleine Nützlinge wie Ohrenkneifer und Ohrwürmer gebaut haben.

-del-

Jugendreferentin Annika Kipp erzählte den Kindern, wie nützlich Ohrenkneifer beziehungsweise Ohrwürmer sind, und zeigte ihnen, wie sie mithilfe von Stroh aus kleinen Blumentöpfen Lebensräume für die Foto: Dietlind Ellerich

Wer bei Ohrwürmern, und es sind nicht die Lieder gemeint, die man nicht aus dem Kopf bekommt, oder Ohrenkneifern an Schädlinge denkt, ist auf dem Holzweg. Denn auch wenn sich die krabbelnden Insekten hin und wieder ins Haus verirren und dort nicht gerngesehen sind, handelt es sich um Nützlinge, deren natürlicher Lebensraum in Baumrinden, unter Laub und Holz oder in der Erde ist.

Die Kinder, die am Donnerstag auf Einladung des evangelischen Jugendbüros der Region Süd-Ost des Kirchenkreises Tecklenburg „Häuser“ für die Tierchen gestalteten, wussten gut Bescheid. Da die Ohrwürmer die Eier vom Apfelwickler – ein Falter, der ein Schädling ist – fressen würden, sei es gut, wenn sie im Baum steckten, weil sie die Apfelernte schützen, sagte ein Junge. Und Jugendreferentin Annika Kipp bestätigte, dass die bis 17 Millimeter winzigen Insekten sich auch gerne über Milben, Motten und Blattläuse hermachen würden. Grund genug also, dem Nützling ein Zuhause zu bieten, das überall einen Platz findet und schnell gemacht ist.

Die Kids befüllten bunt bemalte Töpfe mit Stroh, banden Bändchen zum Aufhängen daran – fertig waren die Miniatur-Ohrenkneiferhäuser, die sie an Bäume im heimischen Garten hängen können. „Relativ eng an den Ast, denn Ohrenkneifer können nicht fliegen“, rät Kipp den Kindern.

Auch zum Begriff „Ohrenkneifer“ gibt es Geschichten. „Früher hat man die Ohrenkneifer als Medizin gegen Ohrenschmerzen verwendet“, weiß ein Junge. Annika Kipp bestätigt, dass die Insekten früher einmal in der Arzneikunde eine Rolle gespielt haben sollen. Dass der Ohrenkneifer seinen Namen aber daher haben soll, dass er durch die engen Gehörgänge gekrochen und das Trommelfell kaputt gekniffen haben soll, hält die Jugendreferentin für ein Märchen.

Annika Kipp hat im vergangenen Jahr in der „WildnisWerkstatt“ in Münster eine Weiterbildung zur Naturpädagogin absolviert und möchte gerne eine Gruppe einrichten, in der sich Kinder regelmäßig treffen, um der Natur und der Schöpfung auf die Spur zu kommen. Damit könne man nicht früh genug anfangen, ist die Jugendreferentin, die in Ladbergen, Lienen und Kattenvenne im Einsatz ist, überzeugt.

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