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Kurt Knabenschuh auf der Kulturbühne

Ein Hunde-Chef mit trockenem Humor

Ladbergen

Eigentlich war für Otiz keine Karriere auf der Bühne vorgesehen, er sollte Backstage-Hund werden, erzählt Kurt Knabenschuh. Dieser Plan war allerdings nicht im Sinne der charakterstarken Bulldogge. Sie wollte mit auf die Bühne, also kreierte Knabenschuh sein Programm rund um den Hund. Und das kam bei den Besuchern der Kulturbühne bestens an. Die Nachricht, dass es das erfolgreiche Kulturformat in seiner regelmäßigen Form ab 2022 nicht mehr geben wird, indes nicht.

Von Birga Jelinek

Die Bulldogge Otiz und Herrchen Kurt Knabenschuh sind auf der Bühne ein eingespieltes Team. Foto: Birga Jelinek

Einen tierischen Auftritt gab es am Donnerstag auf der Kulturbühne. Die Organisatoren begrüßten vor ausverkauftem Haus Kurt Knabenschuh. Gemeinsam mit seiner englischen Bulldogge Otiz präsentierte er Alltagskabarett und Comedy in seinem Programm „Wer ist der Boss? – oder: Ist das Ihr Hund, der sich grade am Buffet bedient?“

Von Otiz erhofft sich Kurt Knabenschuh Entlastung im Alter durch Unterstützung auf der Bühne, dabei dachte er an eine Parodie und ein paar Kartentricks. Otiz macht daraus aber sein ganz eigenes Ding und macht es sich auf dem Sofa so richtig gemütlich. Die englische Bulldogge mit ausgeprägtem Charakter und dem edlen Namen Ottfried vom Ottilienbaum zur Sabbelwiese prägte trotz seiner vor Ort eher passiven Rolle das Programm.

Es ging um Begegnungen zwischen Hunden, Hundehaltern, Hund und Halter und Hundehalter und Nicht-Hundehalter, von denen Knabenschuh als deprimierter Hunde-Chef mit trockenem Humor, treffsicherer Schlagfertigkeit und einer guten Portion Selbstironie berichtete.

Knabenschuh schilderte den weitestgehend erfolglosen Besuch verschiedener Hundeschulen, um dem grantigen Otiz seinen Unmut gegenüber Mountainbikern abzugewöhnen, vom umfangreichen Zuspruch, den man als Mann mit Gehstütze und Hund erfährt und von der nervenaufreibende Passwortsuche zum Abschluss einer Hundeversicherung.

Otiz quittierte derweil jede Ansprache je nach Laune mit Ignoranz, stellte sie in Frage oder führte sie ad absurdum. Das Ganze geschah so charmant und liebenswert, dass man ihm nichts übelnehmen konnte – noch nicht mal die übelriechenden Flatulenzen.

Zur Höchstleistung brachte es Otiz, als von seinem Casting berichtet wurde. Hieß es „In den Staub!“, sank er mit schauspielerischer Eleganz darnieder und setzte die Regieanweisungen gekonnt um. Angesicht dessen könnten ihm die Hunde, die nur mal Hallo sagen wollen, die Schnöselhunde und die kleinen Hunde mit großen Namen deutlich mehr Respekt entgegenbringen.

Eigentlich war für Otiz gar keine Karriere auf der Bühne vorgesehen, er sollte Backstage-Hund werden, erzählte Kurt Knabenschuh, der im wirklichen Leben Uwe Kleibrink heißt. Dieser Plan war allerdings nicht im Sinne der charakterstarken weißen Bulldogge. Sie wollte mit auf die Bühne, also kreierte Knabenschuh sein Programm rund um den Hund. Dies ist ihm gelungen, wie die Besucher bei Buddemeier bestätigten.

Viel Witz auf der Kulturbühne, aber auch traurige Worte: So verkündeten Ilse Nowak und Ingo Kielmann dem amüsierten Publikum denn auch, dass es das erfolgreiche Kulturformat in seiner regelmäßigen Form im nächsten Jahr nicht mehr geben werde (die WN berichteten). Es fehlt an ehrenamtlicher Unterstützung.

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