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31-jähriger Ladberger mehrfach ohne Führerschein hinterm Lenkrad

Empfindliche Strafe für Wiederholungstäter

Tecklenburg

Sechs Monate Gefängnis auf Bewährung ein ein einjähriges Verbot, den Führerschein zu erwerben. Einen 31-Jährigen aus Ladbergen kommt das mehrfache Autofahren ohne Fleppen teuer zu stehen. Weiterer Ärger steht ins Haus: Gegen den Mann wird wegen Körperverletzung und Unfallflucht ermittelt.

Das Amtsgericht Tecklenburg Foto: Michael Baar

Wenige Tage nachdem ein Freund für ihn gelogen hatte und für seine Falschaussage – „Ich habe das Auto gefahren“ – verurteilt wurde, ist auch der tatsächliche Fahrer wegen des Führens eines Fahrzeugs ohne gültige Fahrerlaubnis bestraft worden.

In gleich zwei Fällen von „Fahren ohne Führerschein“ stand ein 31-jähriger Mann aus Ladbergen am Freitag vor dem Amtsgericht in Tecklenburg. Erst zwei Tage zuvor hatte er in einem anderen Verfahren an gleicher Stelle aussagen müssen. Dort war ein Freund von ihm verurteilt worden, durch eine Falschaussage eine Anklage gegen den aus Syrien stammenden Mann verhindert zu haben (WN berichteten).

Jetzt ging es darum, dem Angeklagten eben diese Fahrt nachzuweisen. Was war geschehen? Im August 2020 fiel einem Polizisten auf einer Streifenfahrt in Ladbergen ein Pkw auf, den er schon mehrfach – unter anderem auch bei Geschwindigkeitskontrollen – überprüft hatte. Dabei erwischte er wiederholt den Angeklagten, der keine gültige Fahrerlaubnis besitzt, hinter dem Steuer.

Die Zeugenvernehmung des Beamten brachte keine Überraschung. Der Polizist beschrieb klipp und klar, wie der Beschuldigte direkt vor seinem Streifenwagen hinter dem Lenkrad eines Autos die Straße gequert habe. Der Beamte war sicher, dass der ihm persönlich bekannte Täter allein das auf dessen Ehefrau zugelassene Auto fuhr.

Der zweite Tatvorwurf bezog sich auf eine Geschwindigkeitsmessung aus dem September 2019 auf der Autobahn 1 in Höhe Burscheid. In diesem Fall hatte der Angeklagte ebenfalls behauptet, nicht er, sondern ein – ihm sehr ähnlich sehender Freund aus Belgien – habe das Auto gefahren. Das Amtsgericht Tecklenburg hatte weder Kosten noch Mühengescheut, diesen Freund ausfindig zu machen und vorzuladen. Trotz Protest des Verteidigers, der die in Inaugenscheinnahme durch den Vorsitzenden Richter infrage stellte, kam das Gericht zu dem Ergebnis, dass der Mann auf keinen Fall, derjenige auf dem Blitzerfoto sei. „Viel mehr ähnelt das Bild auffällig Ihrem Mandanten“, bemerkte der Vorsitzende Richter. Den Beweisantrag des Verteidigers zur Hinzuziehung eines Sachverständigen lehnte das Gericht ab.

Die Staatsanwältin forderte für den mehrfach einschlägig vorbestraften Mann eine Gefängnisstrafe von fünf Monaten, der Verteidiger einen Freispruch aus Mangel an Beweisen. Das Gericht ging in seinem Urteilsspruch dann über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus. Das Urteil lautete sechs Monate Gefängnis auf Bewährung und ein weiteres Jahr Verbot zum Erwerb einer Fahrerlaubnis.

Damit nicht genug. Dem Verurteilten droht neuer Ärger, das ließ der Vorsitzende Richter durchblicken. Zur Zeit werde gegen den Mann wegen eines Verkehrsunfalls mit Körperverletzung und Unfallflucht ermittelt. In diesem Fall hatte die Frau des Ladbergers das Auto am Tag nach dem Unfall als gestohlen gemeldet.