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Mehr als 70 Menschen lassen sich im Rathaus gegen das Corona-Virus impfen

Freude über unerwarteten Ansturm

Ladbergen

Damit hatten die Verantwortlichen nicht gerechnet: Die offene Impfaktion im Rathaus stieß am Freitagnachmittag auf unerwartet großes Interesse. Über 70 Impfwilligen verabreichten die beiden Ärzte Dr. Tanja zu Bentheim und Dr. Wolfgang Hungerberg wahlweise die Vakzine von Biontech oder Johnson & Johnson. Am 5. November lädt die Gemeinde zu einer zweiten Impfaktion ein.

Von Mareike Stratmann

Ein bereits eingespieltes Team: Dr. Tanja zu Bentheim und Dr. Wolfgang Hungerberg impften gestern mehr als 70 Personen gegen das Corona-Virus. Foto: Mareike Stratmann

Dass sie gestern zur offenen Impfaktion ins Rathaus kamen, hatte ganz unterschiedliche Gründe: Die einen wollten eine Auffrischung nach der einmaligen Johnson & Johnson-Impfung, die anderen kamen mit ihren jugendlichen Kindern und wiederum andere, weil sie sich „dem öffentlichen Druck“ beugten, wie sie es formulierten.

Die Gründe, sich den Piks gegen das Corona-Virus abzuholen, mögen variieren. Für die Verantwortlichen indes indes stand eines unumstößlich fest: Nämlich dass mehr als 70 Impfungen gestern „ein richtig toller Erfolg sind“, wie es Sigrid Bücker-Dowidat und Heike Peters nannten. Oder um es mit den Worten der Ärzte Dr. Tanja zu Bentheim und Dr. Wolfgang Hungerberg auszudrücken: „Wir sind überrascht, aber sehr erfreut, wie viele der Einladung gefolgt sind. Und vor allem, wie viele Erstimpfungen wir vorgenommen haben.“ Denn, so die Einschätzung der beiden Ärzte: In Ladbergen dürfte die Impfquote ziemlich hoch sein. Allein Dr. Tanja zu Bentheim hat bis dato „um die 3000“ Corona-Impfungen vorgenommen.

Gleichwohl hatte sich, als die Rathaustüren um 13.30 Uhr geöffnet wurden, eine ordentliche Schlange gebildet. Und längst nicht alle Impfwilligen kamen aus Ladbergen, wie eine kleine Umfrage zeigte. Auch aus Greven und Lengerich reisten sie an. Ebenfalls bemerkenswert: Sehr viele Bürger mit Migrationshintergrund – gerade aus Osteuropa – ließen sich impfen. Was Sigrid Bücker-Dowidat unter anderem darauf zurückführte, dass ihre Kollegin Anke Batzke im Vorfeld viel Werbung für die Impfaktion betrieben und Unterlagen in sechs verschiedenen Sprachen organisiert hatte und dass Heike Peters die Ladberger Firmen auf die Impfaktion aufmerksam gemacht hatte. Außerdem standen zwei Dolmetscher bereit, die bei Sprachproblemen behilflich waren – und deren Hilfe gerne angenommen wurde.

Im Rathaus ging es dann recht zügig. Am Eingang hieß es Fieber messen, Unterlagen ausfüllen und dann für die Impfung – wahlweise mit Johnson & Johnson beziehungsweise Biontech – anmelden und warten. Wobei sich die Wartezeit in der Regel auf wenige Minuten beschränkte. War die Impfung erledigt, hieß es noch eine Viertelstunde ausruhen. Für etwaige Nebenwirkungen standen Thomas Niemeier und Robert Schramm von DRK-Ortsverein bereit. Die beiden verlebten aber einen recht ruhigen Nachmittag.

Interessant: Gerade diejenigen, die sich vorrangig durch den Arbeitgeber, den gesellschaftlichen Druck oder die ab Montag kostenpflichtigen Corona-Tests zu einer Impfung durchgerungen hatten, ließen sich das Vakzin von Johnson & Johnson verabreichen. „Um schnell damit durch zu sein“, wie zwei jüngere Männer erzählten. Ansonsten wurde vorrangig Biontech geimpft. Insgesamt 60 der über 70 Impfungen erfolgten mit dem mRNA-Impfstoff. Etwa eine Handvoll Bürger ließ sich die dritte, die sogenannte Booster-Impfung verabreichen.

Diese und all jene Personen, die sich doch noch dazu entschließen, sich impfen zu lassen, sollten sich den 5. November vormerken. An jenem Freitagnachmittag findet im Rathaus von 13.30 bis 17 Uhr die zweite offene Impfaktion statt.

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