1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Ladbergen
  6. >
  7. Frisches Grün statt PVC-Geflecht

  8. >

Politik will natürlichen Sichtschutz fördern

Frisches Grün statt PVC-Geflecht

Ladbergen

Statt Plastik steht die Gemeinde eher auf Pflanzen und natürlichen Wachstum. Das gilt auch beim Sichtschutz.

Von Anne Reinker

Es geht auch ohne Plastik: Eine Vielzahl von Pflanzen eignet sich, um einen Drahtzaun zu begrünen, so dass im Laufe der Zeit daraus ein Sichtschutz entsteht. Foto: Matthias Ahlke

Ein

PVC-Geflecht in Metallzäunen haben Hausbewohner seit einigen Jahren für sich als probates Mittel entdeckt, Nachbarn und Passanten die Sicht in den Garten zu versperren. Zugunsten des Klimaschutzes möchte die Gemeinde finanzielle Anreize schaffen, das Geflecht zu entfernen und durch eine Begrünung zu ersetzen.

Diskutiert hat darüber jetzt der Ausschuss für Umwelt und Verkehr. Einen Beschlussvorschlag für den Gemeinderat hat der Ausschuss wegen mehrer offener Diskussionspunkte zum Entwurf der Richtlinien aber noch nicht formuliert.

Bereits im Sommer vergangenen Jahres wurde über einen Rückbau von PVC-Zäunen gesprochen, für die Förderung wurden 5000 Euro bereitgestellt. „Das ortstypische Erscheinungsbild ist von Einfriedungen wie Hecken, senkrechten Holzzäunen oder Natursteinmauern geprägt“, heißt es unter anderem im Entwurf, den Klimaschutzmanagerin Alexandra Kattmann vorstellte.

Grünstrukturen erhöhen die Lebensqualität von Bewohnern und Besuchern, leisten Luftverbesserung, eine Erhöhung der Artenvielfalt und reduzieren Staub- und Lärmbelästigung, lautete die Begründung für das Förderprogramm, mit dem Bürger zum Rückbau des PVC-Sichtschutzes und Bepflanzung motiviert werden sollen.

Antragsberechtigt sind laut Entwurf nicht nur Privatpersonen, sondern auch Unternehmen, Vereine, Stiftungen und gemeinnützige Einrichtungen, die ein Grundstück im Dorf besitzen. Förderfähig sind Pflanzen zur Begrünung von bereits bestehenden Metall- oder Kunststoffzäunen. Pro laufendem Meter Zaun ist eine Summe von maximal 15 Euro zu erwarten. Die Auswahl der Pflanzen ist begrenzt und richtet sich nach ihrem Wert für den Klimaschutz. Der Richtlinienentwurf betrachtet als förderfähige Pflanzen unter anderem Wein, Clematis, Kletterrosen oder Knöterich.

Dem Antrag sind eine Rechnung mit Rechnungsnachweis über Pflanzen, ein Wohnortnachweis und Fotos zur Darstellung der Vorher-/Nachher-Situation hinzuzufügen.

Inkrafttreten sollte das Förderprogramm eigentlich zum ersten Oktober dieses Jahres. Aufgrund mehrerer Punkte, die weitere Planungen und Überlegungen notwendig machen, muss dieser Termin verschoben werden.

Diskutiert wurden unter anderem die förderfähigen Pflanzen, die auf insgesamt 13 Sorten beschränkt war. „Man sollte die Auswahl offener halten“, schlug Monika Stork (Bündnis 90/die Grünen) vor und meinte damit, dass es eine große Vielzahl an Stauden, Blumen und Sträuchern gibt, die ökologisch wertvoll sind. Klaus Buddemeier (SPD) schlug vor, dass es möglich sein sollte, die Pflanzenwahl vorher mit der Gemeinde abzuklären.

Gesprächsthema war im weiteren, dass das Fördergeld zwar eine Bepflanzung fördere, nicht aber die Entfernung und die Entsorgung des PVC-Geflechts. „Das kann ja Jahre dauern, bis man das über die Restmülltonne entsorgt hat“, kommentierte Bürgermeister Torsten Buller.

Bevor die Richtlinien festgesetzt werden, sollte die eventuell über die Gemeinde mögliche Entsorgung sowie die Pflanzenauswahl geklärt sein, waren sich die Ausschussmitglieder einig. Dementsprechend wird sich die Verwaltung mit dem Bestimmungen im Weiteren auseinander setzen. Bei der nächsten Sitzung im November sollen die Richtlinien dann wieder auf der Tagesordnung stehen.

Startseite
ANZEIGE