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Kreisverbandsversammlung des WTL

Gebühren werden steigen

Tecklenburger Land

Nicht nur die Kosten für Gas und Strom steigen. Auch beim Wasser müssen die Kunden des Wasserversorgungsverbandes ab dem 1. Januar tiefer in die Tasche greifen. Darüber wurde während der Kreisverbandsversammlung informiert.

Von Anke Beiing

Bei der Kreisverbandsversammlung des Wasserversorgungsverbandes Tecklenburger Land erläuterte Geschäftsführer Thomas Meyer im Saal des Ibbenbürener Rathauses unter anderem den Wirtschaftsplan für das nächste Jahr. Foto: Anke Beiing

Die wichtigste Nachricht für den Verbraucher ist wohl folgende: Die Wassergebühren werden im Einzugsbereich des Wasserversorgungsverbandes Tecklenburger Land (WTL) in den nächsten Jahren steigen. Und zwar um voraussichtlich 40 bis 45 Cent pro Kubikmeter Frischwasser bis 2026. Das erläuterte WTL-Geschäftsführer Thomas Meyer am Montagnachmittag bei der Kreisverbandsversammlung im Ibbenbürener Rathaus.

Demnach steigt die Gebühr ab 1. Januar 2023 zunächst um acht Cent auf dann 1,58 Euro pro Kubikmeter. Das hat die Kreisverbandsversammlung einstimmig beschlossen. Eigentlich hätte die Gebühr sogar um 20 Cent steigen müssen, erklärte Meyer. Grund sind im Wesentlichen Abschreibungen und Zinsen für die zahlreichen Maßnahmen an seiner Versorgungsstruktur, die der WTL derzeit umsetzt. Nur eine Überdeckung der Gebührenhaushalte aus den Vorjahren, die nun an die Verbraucher zurückgegeben wird, verhindert den deutlich höheren Anstieg des Kubikmeterpreises. Große Unsicherheitsfaktoren sind zudem – wie überall – die Entwicklung der Energiepreise.

Um künftig gerade vom Strompreis unabhängiger zu werden, plant der WTL, seine Eigenstromproduktion in den nächsten Jahren deutlich auszuweiten. Derzeit liefen konkrete Planungen für vier Fotovoltaikanlagen – unter anderem auf den Gebäuden des im Bau befindlichen Wasserwerks Dörenthe, das 2024 fertig werden soll. Zudem sei eine Windkraftanlage am Wasserwerk Brochterbeck geplant und weitere Maßnahmen würden geprüft. Passend dazu soll auch die Fahrzeugflotte des WTL weitgehend auf E-Mobilität umgestellt werden.

Trotz Investitionen von 10,6 Millionen Euro, vor allem in die Wasseraufbereitungs- und Wassergewinnungsanlagen in Dörenthe, hat der WTL im vergangenen Jahr einen Gewinn von 1,6 Millionen Euro erwirtschaftet. Hans-Jürgen Streich schlug in der Sitzung am Montag vor, einmal darüber nachzudenken, ob nicht angesichts schwieriger Haushaltslagen ein Teil des Gewinns an die am WTL beteiligten Kommunen ausgeschüttet werden könnte. Theoretisch sei das möglich, erklärte Thomas Meyer. Verbandsvorsteher Dr. Marc Schrameyer riet angesichts parallel laufender Kredite und auch der Absicht weiterer geplanter Investitionen jedoch davon ab, die Eigenkapitalquote derart abzusenken. Schließlich wolle man auch in Zukunft noch kreditwürdig bleiben.

Für das laufende Jahr rechnet der Wasserversorgungsverband inzwischen mit einem Jahresplus von 1,075 Millionen Euro – das sind bereits 500.000 Euro weniger als der ursprüngliche Planansatz. In Dörenthe sind im Jahresverlauf weitere 13,35 Millionen Euro investiert worden. 2023 liegt der angepeilte Überschuss zurzeit bei 1,025 Millionen Euro. Allerdings seien die Kostenentwicklungen in einigen wesentlichen Punkten, etwa Strom und Personal, derzeit kaum absehbar.

Personal, das sei nämlich auch noch so ein Thema beim WTL. Der Fachkräftemangel trete bereits deutlich zutage, sagte Thomas Meyer in seinem Jahresbericht. Zudem stünden etliche Mitarbeiter, vor allem auf Vorarbeiter- und Meisterebene, auf der Schwelle zum Ruhestand. Um sie künftig zu ersetzen, möchte der WTL unter anderem bestehende Mitarbeiter weiter qualifizieren.

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