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Politik kann sich (noch) nicht entscheiden

Gelbe Tonne oder gelber Sack?

Ladbergen

Wie soll die Entsorgung von Leichtverpackungen ab dem 1. Januar 2024 flächendeckend in Ladbergen vonstatten gehen? Bleibt es beim gelben Sack oder wird die Einführung einer gelben Tonne bevorzugt? Darüber hat die Politik zu befinden. Im Haupt- und Finanzausschusses gab es noch ein mehrheitliches Votum, nun ist der Rat am Zug.

Von Mareike Stratmann

Vereinzelt sind in Ladbergen bereits gelbe Tonnen vorzufinden. Sie müssen aktuell aber aus privater Tasche finanziert werden. Ob sie ab 2024 flächendeckend im Ort anzutreffen sind, bleibt abzuwarten. Foto: Mareike Stratmann

Die einen befürworten die Einführung einer gelben Tonne, die anderen wollen lieber beim gelben Sack bleiben. Für beide Seiten gibt es gute Gründe. Gleichwohl: Wie soll die Entsorgung von Leichtverpackungen ab dem 1. Januar 2024 flächendeckend in Ladbergen vonstatten gehen? Diese Frage stellen sich aktuell – und das nicht zum ersten Mal – Politik sowie Verwaltung.

Denn will die Gemeinde von Sack auf Tonne umstellen, muss ein entsprechender Ratsbeschluss her – und das bis zum 30. Juni 2022. Konkret: Der Rat muss in seiner Sitzung am kommenden Donnerstag, 9. Juni, klare Kante zeigen. Und noch kann sich die Politik nicht zu einer eindeutigen Entscheidung durchringen.

Der Hintergrund: Mit dem aktuellen Verpackungsgesetz, das am 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist, besteht für die Kommunen zu jeder Neuausschreibung regelmäßig theoretisch die Möglichkeit, das Sammelsystem von den gelben Säcken auf Tonnen umzustellen. Das wäre zum 1. Januar 2024 wieder der Fall und müsste im Vorfeld von der EGST (Entsorgungsgesellschaft Steinfurt mbH) als Verhandlungsführer für 23 von 24 Kommunen im Kreis Steinfurt mit den Dualen Systemen geklärt werden.

Eva Witthake, Prokuristin bei der EGST, nannte es bei ihrer Präsentation im Haupt- und Finanzausschuss das „leidige Thema“. Auf der einen Seite seien die Säcke, die ein unbegrenztes Sammelvolumen böten, weniger Platz beanspruchten und alle 14 Tage abgeholt würden, dafür aber schneller reißen, Tiere anlocken und bei starken Wind durch die Gegend fliegen würden. Auf der anderen Seite stünden die stabileren 240 Liter fassenden Tonnen, die aber mehr Stellfläche beanspruchten, lediglich alle vier Wochen geleert würden und deren Kapazität entsprechend begrenzt sei. „Am Ende ist es vermutlich eine Bauchentscheidung“, sagte Witthake und betonte, dass die EGST dem Votum der Politik „recht wertfrei“ gegenüberstünde. Einzig der Einführung einer Wertstofftonne, in der beispielsweise auch Kinderspielzeuge, Töpfe oder Putzeimer gesammelt werden könnten, erteilte sie eine klare Absage.

Während sich Bürgermeister Torsten Buller und Andreas Kuck (CDU) mit der gelben Tonne anfreunden mochten, hatten Parteikollege Reiner Aufderhaar und Jens Tiemann (FDP) ein Problem mit der Abfuhr alle vier Wochen. Sie orientiere sich an der Restmülltonne und sei nicht verhandelbar, hatte die EGST-Prokuristin erklärt. Thomas Kötterheinrich (SPD) störte sich indes an der weitaus höheren Fehlwurfquote, die Witthake im Fall einer Umstellung auf die gelbe Tonne prognostiziert hatte und würde ebenfalls bei den gelben Säcken bleiben. Zumal diese, wie Witthake ausgeführt hatte, zuletzt reißfester geworden seien. „Hin- und hergerissen“ zeigte sich Jörg Berlemann (Die Grünen) und wollte das Thema fraktionsintern noch einmal diskutieren lassen.

Das Ende vom Lied: Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses verzichteten auf eine Beschlussfassung und reichten das Thema weiter in den Rat, der am kommenden Donnerstag zusammenkommt. Dort wird die Glaubensfrage „Sack oder Tonne“ vermutlich noch einmal intensiv diskutiert, ehe klar ist, wie in Ladbergen die Leichtverpackungen ab 2024 entsorgt werden.

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