Mann wegen falscher Aussage gegenüber der Polizei verurteilt

Geldstrafe für einen Freundschaftsdienst

Ladbergen/Tecklen...

Wohl um einem Freund einen Gefallen zu tun, ließ sich ein 27-jähriger Mann aus Ladbergen im August des vergangenen Jahres zu einer Falschaussage gegenüber einem Polizeibeamten hinreißen. Am Mittwoch verurteilte ihn das Amtsgericht Tecklenburg deshalb zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 30 Euro.

Wohl um einem Freund einen Gefallen zu tun, ließ sich ein 27-jähriger Mann aus Ladbergen im August des vergangenen Jahres zu einer Falschaussage gegenüber einem Polizeibeamten hinreißen. Am Mittwoch verurteilte ihn das Amtsgericht Tecklenburg deshalb zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 30 Euro.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Mann Strafvereitelung vor. Einer Polizeistreife war in Ladbergen ein Pkw aufgefallen, den sie schon mehrfach kontrolliert hatte. Der Fahrer war immer wieder wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis erwischt worden. Auch diesmal, so war sich der Beamte sicher, führte der ihm bekannte Täter das auf die Ehefrau zugelassene Fahrzeug. Bei der Kon-trolle fand der Beamte das Auto zunächst verlassen vor. Im Lauf der Ermittlungen gab der Ladberger an, er, und nicht sein mehrfach straffälliger Freund sei gefahren. Der Beamte bezweifelte das und erstattete Anzeige.

Die Beweisaufnahme musste klären, wer tatsächlich am Steuer gesessen hatte. Ein schwieriges Unterfangen, weil es Verständigungsprobleme mit den aus Syrien stammenden Zeugen gab und der Beamte bei seiner Aussage blieb.

Weiter erschwert wurde die Vernehmung des Zeugen und seiner Ehefrau dadurch, dass sich der Mann wegen anderer Fahrten am heutigen Freitag vor dem Amtsgericht verantworten muss. Um sich nicht selbst zu belasten, hätten die beiden die Aussage verweigern können. Sie verzichteten darauf, wobei unklar blieb, ob sie den Sachverhalt überhaupt verstanden hatten.

Sie stimmten in der Schilderung des Geschehens nicht ganz überein, blieben aber in der zentralen Aussage standhaft: Der Angeklagte habe das Fahrzeug geführt. Man habe einen Grill transportieren wollen und dafür das größere Auto benutzt. Die Frau behauptete sogar, vom Fenster oben aus gesehen zu habe, wie der Angeklagte an der Fahrerseite ausgestiegen sei, ihr Mann an der Beifahrerseite.

Der Beamte indes blieb dabei, den Fahrer, der allein unterwegs gewesen sei, erkannt zu haben. Dem Verteidiger gelang es, Zweifel an dessen Version zu säen. Denn der Polizist konnte sich nicht an den Grill erinnern, den die Männer transportiert hätten. Auch dass er den Angeklagten in der Vergangenheit zweimal mit dem Fahrzeug kontrolliert habe, wusste der Beamte nicht. „Klar ist wohl nur, dass die Polizei das Auto auf dem Kieker hatte,“ bemerkte dazu der Verteidiger.

So stand Aussage gegen Aussage. Der Verteidiger forderte einen Freispruch aus Mangel an Beweisen, die Staatsanwältin eine Geldstrafe.

Vor der Urteilsverkündung trat das Gericht erneut in die Beweisaufnahme. Fotos aus dem heute beginnenden Verfahren gegen den Zeugen zeigten, dass das Auto so geparkt gewesen war, dass auf der Beifahrerseite ein Ein- und Aussteigen unmöglich war. Zudem glaubte der Beamte jetzt, sich an die Farben der Pullover der beiden Männer zu erinnern, und bekräftigte, dass auf keinen Fall der Angeklagte das Auto gefahren habe.

Zwei kleine Indizien, die letztlich zur Verurteilung des Angeklagten zu einer Geldstrafe von 900 Euro führten. Außerdem trägt er die Kosten des Verfahrens. Das Urteil ist noch nichts rechtskräftig.

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