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Flüchtlingsarbeit wird ab November dezentral organisiert

Gemeinde kündigt Schultenhof

Ladbergen

Die Geschichte des Schultenhofs als Begegnungsstätte ist bald auserzählt. Die Gemeinde hat den Mietvertrag gekündigt.

Von Mareike Stratmannund

In den vergangenen Jahren hat sich der Schultenhof als Zentrum für die Flüchtlingsarbeit Foto: Mareike Stratmann

Sprachkurse, Internetcafé, Fahrradwerkstatt, Erzähl-, Film-, Vortrags- und Frauenabende, Netzwerktreffen, Feste: Was hat in den vergangenen Jahren nicht alles im Treffpunkt Schultenhof stattgefunden? Die ehemalige Kneipe mit dem nach wie vor besonderen Flair hatte sich, nachdem die Gemeinde das Gebäude Anfang 2017 angemietet hatte, recht zügig zur Begegnungsstätte und für Integrationszwecke der Zugewanderten und Geflüchteten entwickelt. Diese Geschichte des Schultenhofs ist allerdings in wenigen Wochen auserzählt. Die Gemeinde hat das Mietverhältnis fristgerecht zum Monatsende gekündigt.

Sigrid Bücker-Dowidat

Sigrid Bücker-Dowidat will nicht verschweigen, dass sie grundsätzlich gerne an dem Standort festgehalten hätte. Der Treffpunkt war ihr Projekt. Aber, so die Leiterin des Amts für soziale Angelegenheiten: „Die Rahmenbedingungen haben leider nicht mehr gestimmt.“ Es ist ein offenes Geheimnis, dass die sanitären Anlagen in die Jahre gekommen sind und dringend hätten saniert werden müssen. Nach langen Verhandlungen mit der Eigentümerin hatte die ihre Zusage zur Erneuerung der Toiletten allerdings revidiert. Außerdem fehlte es der Gemeinde an Planungssicherheit, nachdem die Vermieterin überdies mitgeteilt hatte, das Grundstück künftig anders nutzen zu wollen, listet Sigrid Bücker-Dowidat die Gründe auf, die zur Kündigung führten.

Doch wohin mit all jenen Aktivitäten, von denen die Fachamtsleiterin sagt, dass sie sich „gut entwickelt hätten“? Auch wenn angesichts der Corona-Pandemie für rund eineinhalb Jahre alles zum Erliegen gekommen war. Die eine Anlaufstelle, wie es der Schultenhof knapp fünf Jahre lang war, wird es künftig nicht mehr geben. Ab November wird die Flüchtlingsarbeit dezen-tral organisiert.

Dann ergibt sich folgendes Bild: Bei Buddemeier werden künftig Feste gefeiert sowie Erzähl-, Frauen- und Filmabende stattfinden, dort ist Raum für Netzwerktreffen und Betreuerrunden. Im Stübchen an der Dorfstraße werden Sprachkurse und Nachhilfe der Ehrenamtlichen sowie die 14-tägliche Flüchtlingsberatung der Diakonie stattfinden, Treffen hauptamtlicher Flüchtlingsbetreuer abgehalten und das Internetcafé wird dort geöffnet sein.

Stübchen als Treffpunkt

Sigrid Bücker-Dowidat würde sich wünschen, dass sich das Stübchen auf Dauer zu „dem“ Treffpunkt entwickelt. Entsprechend hofft sie, dass, wie der Schultenhof zuvor, auch das Stübchen künftig finanziell durch das kommunale Integrationszentrum des Kreises Steinfurt – Komm.an.NRW gefördert wird.

Die Fahrradwerkstatt soll ins Jugendzentrum inte-griert werden. Und die katholische Kirchengemeinde hat angeboten, bei Bedarf das Pfarrheim für Sprachkurse der VHS und Ehrenamtlicher zur Verfügung zu stellen. Für die Aktionen, die sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt haben und die die Gemeinde nach interner Evaluation für erhaltenswert erachtet, sind Räume gefunden, freut sich Sigrid Bücker-Dowidat.

Für die beiden Familien, die in den zwei Wohnungen oberhalb des Treffpunkts wohnen, gibt es ebenfalls eine Perspektive. Die eine Familie hat bereits eine neue Wohnung bezogen, die andere „wird zunächst von uns versorgt“, so die Amtsleiterin.

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