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Michaela Wierzbinski will Gesundheitskiosk in Ladbergen etablieren

Gesundheitsversorgung neu denken

Ladbergen

Michaela Wierzbinski möchte einen Gesundheitskiosk in Ladbergen etablieren, der in das von der Kanzlei Klöcker Knippenberg und Partner geplante Unternehmerzentrum mit einzieht. Dieser soll auf der einen Seite digitale und stationäre Angebote der Gesundheitsversorgung bündeln und auf der anderen Seite die Basis mit seinen Bürgerinnen und Bürgern, den pflegerischen und Versorgungssektor einbinden. Geplant sind unter anderem digitale Sprechstunden mit (Fach-)Ärzten, Ernährungsberatung und Sportangebote sowie Präventions- und Gesundheitsreisen.

Von Mareike Stratmann

In das Unternehmerzentrum der Kanzlei Foto: Grai Architekturteam/privat

Als Unternehmen, das „Gesundheits- und Präventionsdienstleistungen vermitteln und die medizinische Situation auf dem Land verbessern soll“, hatte Ruven Klöcker den Gesundheitskiosk von Michaela Wierzbinski unlängst beschrieben. Dieser soll, wenn das Unternehmerzentrum der Kanzlei Klöcker Knippenberg & Partner im Gewerbepark am Espenhof errichtet ist, dort miteinziehen (wir berichteten). Was sich genau dahinter verbirgt, das haben die WN mit der Gründerin selbst besprochen.

So ist der Gesundheitskiosk für die Versmolderin eine Antwort auf die bange Frage, ob die Gesundheitsversorgung in ländlich geprägten Regionen auf lange Sicht sicherzustellen ist. „Noch“, sagt Michaela Wierzbinki, die Gesundheitsmanagement für Unternehmen, in Kommunen, Schulen und Vereinen lebt, „sieht es in Ladbergen und den umliegenden Ort ganz gut aus“. Allerdings hätten die Hausärzte häufig ein gewisses Alter erreicht und würden ihre Praxis über kurz oder lang aufgeben. Um darauf zu reagieren, hat Michaela Wierzbinski mit ihren strategischen Partnern Deutschlands erstes digitales Gesundheits- und Präventionszentrum auf die Reise gebracht. Verankert sind dort digitale Sprechstunden mit (Fach-)Ärzten, Therapieangebote, Ernährungsberatung, Pflegeangebote, Beratungsleistungen, Talkrunden, um über relevante und aktuelle Gesundheitsthemen zu sprechen und aufzuklären, sowie Präventions- und Gesundheitsreisen.

„Digital vernetzt, regional verankert“: Unter diesem Leitgedanken möchte die Unternehmerin dafür sorgen, dass sich die Gesundheitskompetenz auf Dauer nicht vollends aus dem ländlichen Raum zurückzieht. Genau dafür gibt es dann den stationären Gesundheitskiosk. Dieser soll digitale und stationäre Angebote bündeln und auf der anderen Seite die Basis mit seinen Bürgern, den pflegerischen und Versorgungssektor einbinden. Angebote sollen digital und stationär alltagstauglich gemacht werden.

Da passt es gut, dass in dem lichtdurchfluteten Gebäude mit abfallendem Runddach auch ein rund 70 Quadratmeter großes Fitnessstudio sowie eine große Küche untergebracht werden. Denn Bewegung und Ernährung sind zwei weitere Punkte, die Michaela Wierzbinski besonders am Herzen liegen. Diesbezüglich möchte sie mit Schulen, Vereinen sowie Unternehmen kooperieren. Immer mit dem Ziel, positive Veränderungen im puncto Gesundheit hervorzurufen, die während der Corona-Pandemie hier und dort bereits zu Tage getreten sind. „Viele haben das Laufen für sich entdeckt, bewusster gekocht und auf Regionalität geachtet“, so Michaela Wierzbinski. Als Instrumente, diesem Strohfeuer weitere Impulse zu geben, schweben ihr klassische Präventions- und Sportkurse vor, immer aber verknüpft mit besonderen Aktionen, sowie die Etablierung von ersten e-Sports-Angeboten. „Es soll ja auch Spaß machen und die Leute sollen bei der Stange bleiben.“

Als Strategiepartner stehen ihr das Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft (ZIG) aus Bielefeld und Hans Dittrich vom Reisebüro Dittrich in Rheine zur Seite, der erste Kontakte ins Münsterland knüpfte. Und schließlich, sagt sie, solle es eine enge Kooperation mit der Gesundheitsregion Münsterland geben, in der die Orte Lengerich, Ladbergen, Lienen und Tecklenburg eine Modellkommune bilden.

Zum Jahresende möchte Michaela Wierzbinski den ersten Gesundheitskiosk in Versmold eröffnen. Wann Nummer zwei in Ladbergen durchstartet? „Voraussichtlich im zweiten Quartal 2022“, sagt die Unternehmerin. Noch seien einige Fragen zu klären. „Aber ich freue mich schon drauf“.

Auch Bürgermeister Torsten Buller bezeichnet das Vorhaben als „sehr interessantes Projekt“, das er gerne mit Fachwissen bezogen auf Förderanträge und dergleichen unterstütze. Ich bin sicher, dass es ein vorbildliches Projekt für die Zukunft sein kann.“

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