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Politik völlig uneins über Umgestaltung der Mühlenstraße

Große, kleine oder keine Lösung?

Ladbergen

Was denn nun? Im Rahmen des Dorfinnenentwicklungskonzepts (DIEK) angeregt, liegen seit zwei Jahren die Planungen für die Umgestaltung der Mühlenstraße auf dem Tisch. Anfreunden – so scheint es – mag sich damit aber niemand. Der Planungs- und Bauausschuss rang sich jedenfalls zu keiner Lösung durch. Im Rat geht das Gezerre um das künftige Erscheinungsbild kommende Woche weiter.

Von Mareike Stratmann

Die Umgestaltung der Mühlenstraße ist und bleibt ein politischer Zankapfel: Die Planungen für eine große und kleine Lösung liegen auf dem Tisch. So richtig glücklich scheint jedoch niemand mit einem der beiden Vorschläge. Foto: Michael Baar

Seit zwei Jahren liegen die Planungen zur Umgestaltung der Mühlenstraße auf dem Tisch, die Förderung von maximal 250 000 Euro seitens des Landes ist ebenfalls längst bewilligt. Allein: Die Frage, wie die Ortsdurchfahrt in Zukunft am Ende wirklich sowohl verkehrssicherer als auch attraktiver und barrierefreier daherkommen soll, ist auch nach mehreren Ortsterminen noch lange nicht geklärt. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Planungs- und Bauausschusses mehr als deutlich.

Gibt es eine große Lösung, bei der die Mühlenstraße auf dem Teilstück von der Brücke bis zur Dorfstraße auf eine Breite von 7,50 Metern ausgebaut wird und einen beidseitigen je 1,50 Meter breiten Fahrrad-Schutzstreifen erhält? In diesem Fall würden die Fahrradfahrer auf der Seite vor der Häuser- und Geschäftszeile von dem aktuell kombinierten Fuß-Radweg auf die Straße wechseln. Oder genügt eine kleinere Lösung, bei der die Fahrbahnbreite bleibt und die Radfahrer im Westen – ohne Schutzstreifen – wahlweise auf der Straße oder dem Weg fahren können?

Die Maximalvariante würde rund 524 000 Euro kosten, von denen bei der Förderung ein Eigenanteil von 275 000 Euro bei der Gemeinde verbliebe. Käme die kleinere Variante zum Tragen, würde sich der Kostenrahmen bei rund 360 000 Euro bewegen, von denen die Gemeinde 170 000 Euro stemmen müsste. Denn: Die Förderung ist auf 65 Prozent gedeckt und würde dann nur noch 190 000 Euro betragen – wenn sie denn genehmigt würde. Was laut Bürgermeister Torsten Buller aber „durchaus denkbar“ ist.

In beiden Fällen würde die Busbucht aufgegeben, der Halt auf die Fahrbahn verlegt und der Zebrastreifen zur Kreissparkasse wandern. Zudem soll der Stichweg zum Seniorenheim auf eine Breite von 4,50 Metern ausgebaut werden, um Begegnungsverkehr zu ermöglichen, so Thomas Rakel vom Planungsbüro Hahm.

Richtig glücklich schien mit den aufgezeigten Lösungen niemand aus den Reihen der Politik. Und so brachte Dr. Markus Boertz (CDU) schließlich die Frage ins Spiel: „Rechnet sich ein derartiger Kostenaufwand für die marginalen Verbesserungen? Wem sollen wir das in der Gemeinde erklären?“ Und auch Andreas Will (FDP) blies ins gleiche Horn: „Ich bin ein riesiger Verfechter des Dorfinnenentwicklungskonzeptes und der Sicherheit, aber ich sehe den Erfolg bei diesen Maßnahmen nicht.“

Rückblende: Die Umgestaltung der Mühlenstraße war im Rahmen des DIEK gefordert und von den Bürgern mit einer hohen Priorität versehen worden. Entsprechend schwer tut sich die SPD, von der Maßnahme Abstand zu nehmen. „Wenn wir jetzt nichts machen, ist das doch ein Schlag ins Gesicht der Bürger. Dann bekommen wir nie wieder Bürgerbeteiligung zustande“, wetterte Sascha Gläser und sein Parteifreund Stefan Helmer sprang ihm bei: „Außerdem kann mir keiner erzählen, der sich die Straße mal angesehen hat, dass da kein Sanierungsbedarf besteht.“ Der Fraktionsvorsitzende der SPD betonte: „Nichts zu machen, ist für uns keine Lösung. Dann greifen die Fördermittel eben andere ab.“

Auch Hartmut Kaubisch (Grüne) war überzeugt: „Wenn wir jetzt nichts machen, herrscht an der Stelle auf Jahre Stillstand.“ Gleichwohl tat sich der Ausschussvorsitzenden „sehr schwer damit, die Kreisstraße auf Gemeindekosten zu sanieren“. Seine Fraktion favorisiere die kleine Lösung. Zumal, wie Anne Vietmeier betonte: „Wenn die Straße auf 7,50 Meter Breite ausgebaut wird, verleitet das zum schneller Fahren.“

Eine Entscheidung wurde vertagt. Im Rat dürfte das Thema noch einmal Fahrt aufnehmen. Fortsetzung folgt. Garantiert.

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