1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Ladbergen
  6. >
  7. 91-Jährige von aggressiven Hornissen gestochen

  8. >

Insektennest im Wintergarten

91-Jährige von aggressiven Hornissen gestochen

Ladbergen

Mit einem großen Hornissennest lebt seit einigen Monaten Ursula Pufahl in Ladbergen. Lange ging das für die 91-Jährige gut. Doch dann wurden einige der Insekten plötzlich aggressiv und stachen zu.

Von Anne Reinker

Beeindruckend ist das Hornissennest, das Ursula Pufahl aus ihrem Wohnzimmerfenster betrachten kann. Permanent summt und brummt es. Foto: Anne Reinker

Beeindruckend ist das, was seit einigen Monaten am Wintergarten von Ursula Pufahl hängt: ein Hornissennest, ein wahrer Koloss von beeindruckendem Ausmaß. Auch wenn sich die 91-Jährige gerne für den Tierschutz einsetzt und das Nest daher auch hängen lässt, freut sie sich doch auf den November. Denn dann werde sich das dann leere Gebilde gefahrlos abnehmen lassen.

Normalerweise misst ein Hornissennest etwa 60 Zentimeter in der Länge und ist rund 25 Zentimeter breit, das Exemplar bei Ursula Pufahl jedoch ist noch ein gutes Stück größer. Permanent summt und brummt es, die Tiere scheinen ständig in Bewegung zu sein. Anzunehmen ist, dass wohl mehrere Hundert der Insekten dort ihre Heimat haben.

Nest wurde rapide größer

„Als ich das Nest das erste Mal gesehen habe, war es erst etwa zehn Zentimeter lang“, erinnert sich Ursula Pufahl. Zunächst habe sie nicht gewusst, ob Wespen, Bienen oder Hornissen bei ihr eingezogen waren. „Die Tiere waren noch zu klein. Doch dann wurde das Nest rapide größer.“

Sie informierte sich erst bei der Gemeinde- und dann bei der Kreisverwaltung, wie sie zu handeln habe. „Aus Gründen des Tierschutzes sollte ich es hängen lassen“, berichtet Pufahl von den telefonischen Gesprächen. Die Tiere, so sei ihr mitgeteilt worden, würden ihre Stimme erkennen, sich nicht bedroht fühlen und daher auch nicht stechen wollen.

„Ich hab mich dann immer ganz ruhig im Wintergarten bewegt und die Blumen dort gegossen“, sagt sie. „Und mit ihnen gesprochen“, führt sie weiter aus. „Die Hornissen haben mich dabei gar nicht weiter beachtet.“

„Revolution“ endet mit vier Stichen

Nun hat Ursula Pufahl aber Angst vor diesen Insekten bekommen. Vermutlich habe sie beim Gießen mit dem Schlauch die Tiere erschreckt, obwohl sie dies eigentlich kennen müssten, meint sie. Wie genau es passiert ist, kann die Seniorin nicht sagen, aber: „Es ist eine wahre Revolution entstanden.“ Etliche Hornissen seien auf sie zugeflogen. „Ich hatte mehrere auf dem Rücken, eine vermutlich sogar unter dem Rollkragen.“

Vier Einstiche zählte sie, nachdem ihr Sohn dazugekommen und ihre Panik langsam abgeklungen war. „Ich kann gar nicht sagen, wie sehr der Körper juckte“, erinnert sich die Rentnerin an die Momente des Schreckens. Durch Medikamente sei es dann aber besser geworden.

Auch wenn sich Hornissen üblicherweise nicht zwei Mal denselben Platz für ein Nest suchen, hat Ursula Pufahl Angst vor dem nächsten Frühjahr, denn: „So einen schönen Ort finden die Hornissen bestimmt nicht so schnell wieder.“ Daher hat sie sich dazu entschlossen, sich rechtzeitig beraten zu lassen, wie sie eine Ansiedelung vermeiden kann. „Vielleicht ist dann Ruhe“, hofft Ursula Pufahl, dann wieder wie gewohnt im Wintergarten sitzen zu können.

Startseite
ANZEIGE