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Diskussion über „Modellkommune Tempo 30“

In einem Atemzug mit Paris?

Ladbergen

Tempo 30 – und das innerorts überall. Das ist die Idee, die hinter dem Projekt „Modellkommune Tempo 30“ steckt, die im Umwelt- und Verkehrsausschuss der Gemeinde Thema war. Hintergrund war eine Anregung aus der Einwohnerfragestunde einer Sitzung vom September des vergangenen Jahres.

Von Luca Pals

Bürgermeister Torsten Buller verwies darauf, dass bereits auf vielen Gemeindestraßen wie hier der Kattenvenner Straße Tempo 30 gilt. Foto: Luca Pals

Tempo 30 – und das innerorts überall. Das ist die Idee, die hinter dem Projekt „Modellkommune Tempo 30“ steckt, die im Umwelt- und Verkehrsausschuss der Gemeinde Thema war. Hintergrund war eine Anregung aus der Einwohnerfragestunde einer Sitzung vom September des vergangenen Jahres. Die Verwaltung informierte bereits im Vorfeld, dass keine Erkenntnisse über Umsetzungen entsprechender Modellversuche in NRW vorliegen. Zur Diskussion gestellt wurde das Thema dennoch. Bürgermeister Torsten Buller verwies darauf, dass bereits viele gemeindeeigene Straßen innerorts eine Geschwindigkeitsbegrenzung hätten. Eine Teilstrecke auf der Kattenvenner Straße sowie Abschnitte der Mühlenstraße seien hierfür gute Beispiele.

Dr. Thomas Schulze Eckel (FDP) stellte fest: „Somit gelten diese Bestrebungen vor allem nur den Hauptdurchfahrtstraßen. Das würden wir als Partei stark ablehnen.“ In diesem Zusammenhang verwies er auf eine ADAC-Studie, die unter anderem vor vermehrter Unaufmerksamkeit bei Temporeduzierung auf 30 Stundenkilometer warnt. Aus Reihen der Grünen kam Widerspruch. Jörg Berlemann: „Es gibt auch ganz andere Meinungen zu dem Thema. Tempo 30 führt vor allem zu mehr Verkehrssicherheit.“ Dem schloss sich Thomas Kötterheinrich (SPD) an: „Tempo 30 im ganzen Ort – das fände ich grundsätzlich gut.“

Diskussion hin oder her, Schulze Eckel stellte am Ende fest, was bereits im Vorfeld klar war: „Über diese Straßen haben wir nach den aktuellen Bestimmungen des Gesetzgebers nicht zu bestimmen.“ Es müsse zu einer Regeländerung kommen.

Unter anderem aus den Reihen der CDU wurde die Idee unterstützt, das Thema weiter im Blick zu behalten und sich weiteren interessierten Städten und Gemeinden anzuschließen.

Regional gibt es (noch) keine Modellkommunen. Im Sommer des vergangenen Jahres hatten unter anderem sieben deutsche Großstädte bekanntgegeben, dass sie in einem Pilotprojekt fast flächendeckend Tempo 30 ausweisen wollen. Auch Karlsruhe möchte diesem Wunsch folgen, Hartmut Kotlewski, Vorsitzender des Umwelt- und Verkehrsausschusses, scherzte: „Die französische Hauptstadt ist auch Modellkommune. In einem Atemzug mit Paris – das wäre doch schön.“

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