Auf dem Hof der Tierärztin Natascha Schwake

Jagdhunde reißen Schafe

Ladbergen

Natascha Schwake ist ihres Berufs wegen zweifellos einiges gewöhnt. Aber das, war sie vor Kurzem am frühen Morgen auf ihrer Weide an der Grevener Straße erblicken musste, bezeichnet auch die Tierärztin als „wirklich nicht schön“. Drei ihrer 16 Pommern-Mix-Schafe waren verendet – eines zu Tode gehetzt und zwei weitere gerissen von Jagdhunden, die sogar noch im Gehege waren und sie dort freundlich begrüßten.

Mareike Stratmann

Natascha Schwake kümmert sich um ihre verbliebenen 13 Pommern-Schafe auf der weitläufigen Weide. Drei, davon zwei Lämmer, sind durch Jagdhunde zu Tode gehetzt beziehungsweise gerissen worden. Das Mutterschaf (Bild rechts), vermutet die Tierärztin, habe ihr Lamm wohl retten wollen. Foto: Mareike Stratmann/privat

„Nachts gegen zwei sind wir das erste Mal von einem Bellen wach geworden“, blickt Natascha Schwake im Gespräch mit den WN zurück. „Aber da macht man sich ja noch nicht so viele Gedanken.“ Anders ist das zwei Stunden später, „weil das Gebell so nah war“. Die Tierärztin steht auf, geht mit der Taschenlampe ums Haus und wundert sich, dass ihre Schafherde „zusammengepfercht in einer Ecke am Haus stand“. In der Dämmerung ist jedoch nichts Auffälliges zu sehen.

Gegen sechs Uhr, als sie mit ihrem Lebensgefährten beschließt – wieder geweckt durch lautes Gebell –, der Sache auf den Grund zu gehen, ist das anders. Als sie das Badezimmer-Fenster öffnet, springen an der Mauer zwei fremde Hunde – ein schwarzer und ein brauner „Deutsch-Langhaar“ – hoch. „Total freundlich, und sie haben sich auch gut von uns einsperren lassen“, erinnert sich Natascha Schwake. Ihr Lebensgefährte muss auf der weitläufigen Wiese indes „ein Massaker“ erblicken, wie es die Tierärztin mit ein paar Tagen Abstand beschreibt.

„Unser kleinstes, gerade mal vier Wochen altes Lamm ist offenbar zu Tode gehetzt worden, ein weiteres drei Monate altes Lamm in Stücke gerissen worden. Nur ein Bein war noch am Körper“, hat die Schafhalterin die schrecklichen Bilder noch vor Augen. „Und das Mutterschaf lag verendet und angebissen ein paar Meter weiter. Furchtbar.“

Dass die Schafe von den Hunden – wie sich später mit Hilfe der Polizei herausstellt, handelt es sich um zwei am Abend als vermisst gemeldete, ausgebildete Jagdhunde – und nicht von einem Wolf gerissen worden, ist der Tierärztin direkt klar. Nicht nur, weil die Übeltäter noch vor Ort sind. „Wölfe fressen die Tiere regelrecht auf.“

Folglich ist deren Halter schnell ermittelt. Er, so Natascha Schwake, sei regelrecht am Boden zerstört gewesen. Auch sie kann sich keinen Reim auf die nächtliche Tat machen. Ihr bleibt nichts anderes, als den Fall der Versicherung zu melden. Und sich in den ersten Tagen vermehrt um die verbliebenen 13 Schafe zu kümmern. Vor allem den einen Zwilling, dessen Bruder und Mutter tot sind, päppelt sie mit Kraftfutter auf. Mittlerweile hätten sich die Tiere einigermaßen erholt, „aber in den ersten Tagen waren die völlig durch den Wind“.

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