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Verurteilung wegen Drogenverkaufs an Minderjährige

„Keine Kleinigkeit, sondern ein Verbrechen“

Ladbergen/Lengeri...

Der Verkauf von zwei Gramm Marihuana an eine 13-Jährige im Sommer 2019 im Ladberger Friedenspark brachte einem jungen Mann eine Freiheitsstrafe von sieben Monaten ein.

gpg

Der Verkauf von zwei Gramm Marihuana an eine 13-Jährige im Sommer 2019 im Ladberger Friedenspark hat einem jungen Mann jetzt eine Freiheitsstrafe von sieben Monaten eingebracht.

In den Sommerferien war es in der Nähe des Jugendzentrum zu der Tat gekommen. Mehrfach hatte der Angeklagte, der das Geschehen einräumte, zusammen mit Freunden Cannabis geraucht. Auch die Jugendliche sei oft dabei gewesen. Meistens habe sie „mitgeraucht“. Mindestens einmal aber, so der Angeklagte, habe er ihr zwei Gramm Marihuana für 20 Euro verkauft.

„Das hier ist keine Kleinigkeit, sondern ein Verbrechen“, stellte die Staatsanwältin klar und zählte die strafverschärfenden Gründe auf, die in ihren Augen eine Gefängnisstrafe rechtfertigten. Nach der geständigen Einlassung des Angeklagten stehe fest, dass dieser genau wusste, dass die Kundin erst 13 Jahre alt war.

Die verkaufte Menge habe für einen mehrfachen Konsum ausgereicht. Das wiege deshalb besonders schwer, da junge Menschen schneller abhängig werden könnten und auch schwerwiegendere Schäden davontrügen als Erwachsene. Dazu zitierte sie aus Paragraf 29a des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG): „Mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr wird bestraft, wer als Person über 21 Jahre Betäubungsmittel unerlaubt an eine Person unter 18 Jahren abgibt.“

Zu Gunsten des Angeklagten wertete die Staatsanwältin das umfassende Geständnis und die glaubhafte Reue des Mannes, der zum Tatzeitpunkt selber drogenabhängig war. Mildernd könne auch berücksichtigt werden, dass der Lengericher nicht vorbestraft sei und sich in einer Drogentherapie befinde. „Somit können wir von einem minderschweren Fall ausgehen“, führte sie weiter aus.

Die Verteidigung schloss sich den Ausführungen an. Sieben Monate auf Bewährung, dazu 90 Sozialstunden und eine Drogenberatung, lautete das Urteil.

Der Angeklagte, der zudem die Kosten des Verfahrens trägt, zeigte sich sichtlich erleichtert, mit diesem Kapitel seines Lebens abschließen zu können. Er nahm das Urteil an.

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