1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Ladbergen
  6. >
  7. Kleine Härchen irritieren

  8. >

Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners ist inzwischen Routine

Kleine Härchen irritieren

Ladbergen

Als vor vier Jahren der Eichenprozessionsspinner zum großen Thema wurde, war die Aufregung - auch in der Ladberger Gemeindeverwaltung - groß. Schließlich ist die Eichendichte im Ort sehr hoch. Inzwischen ist Routine bei der Bekämpfung der kleinen Raupen mit den fiesen Härchen eingekehrt.

Von Luca Pals

Die Haare der Raupen des Eichenprozessionsspinners sorgen Foto: Oliver Werner

„Das war damals schon eine sehr große Aufregung“, erinnert sich Ingrid Kuhn vom Bauamt der Gemeindeverwaltung an den Sommer 2018 zurück. Der Eichenprozessionsspinner war damals für die meisten Menschen nur ein sehr langes Fremdwort, brachte es aber mit sich, dass die letzte Auflage des Bärenfestes abgesagt beziehungsweise in die Innenräume verlegt werden musste. Zu groß war das Risiko, dass das Vergnügen wegen des massiven Befalls der Raupen mit den fiesen Reizhaaren das Vergnügen trüben würde. Inzwischen ist die Bekämpfung der kleinen Tiere für die Verwaltung Routine geworden.

Vor allem aus der Erfahrung der vergangenen Sommer sei man gut gewappnet. „Wir wissen zum Beispiel, welche Methoden wir nicht einsetzen“, sagt Kuhn. Sie führt vor allem die damals angepriesenen Beutelfallen an, die mit einem Ring an den Bäumen befestigt werden und mit einem speziellen Duft die Raupen in die Beutel locken sollten. „Das hat gar nicht funktioniert. Manchmal sind die Tiere einfach über den Ring gekrochen“, so Kuhns ernüchternde Bilanz des Jahres 2019, als der Befall in und rund um das Dorf aufgrund der hohen Eichendichte massiv war.

Die Verwaltung konzen-triere sich auf die Spielplätze, die Flächen an der Grundschule und die Kindergärten“, erläutert Kuhn die Vorgehensweise. Auch weil aufmerksame Bürger Nester melden, funktioniere die Bekämpfung gut.

Aber: „Wir geben unser Bestes, alles kann man natürlich nicht entfernen.“ Bei der Bekämpfung der Nester sind die Männer vom Bauhof bis auf Kopfhöhe selber aktiv, hierbei helfe auch der Flammenwerfer oder der Einsatz von Haarspray, das zum Verkleben der Nester führe: „Alles über dieser Höhe wird von einer externen Fachfirma aus Osnabrück abgenommen und abgesaugt.“ Ebenfalls gute Erfahrungen haben die Verantwortlichen mit dem Sprühen eines Biozids gemacht, das einzig für den EPS tödlich ist.

Besonderes Augenmerk wird wohl auch in diesem Jahr wieder auf dem Friedenspark liegen, der voller Eichen steht.

Wer wissen möchte, wo die Raupen besonders stark verbreitet sind, sollte die digitale Karte des Kreises Steinfurt konsultieren, rät Ingrid Kuhn. Darin seien Punkte eingezeichnet, an denen Raupennester gefunden wurden. „Hier können Bürger ihre eigenen Beobachtungen protokollieren und festhalten, über eine Mail werden die Verantwortlichen in der Gemeinde benachrichtigt“, bittet sie Mithilfe.

In der zweiten Mai-Woche würden die ersten Biozide gespritzt, kündigt Kuhn an. Da die Raupen entpuppt sein müssten, sei es wichtig, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Bisher habe es noch keine Meldung über Nester auf Gemeindegebiet gegeben. „Das wird sich bis Ende Mai aber schnell ändern“, ist die Bauamtsmitarbeiterin überzeugt.

Startseite
ANZEIGE