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Action-Painting sorgt für große Begeisterung

Kreatives Chaos vor dem Jugendzentrum

Ladbergen

Spontanität fördert Kreativität. Davon sind Susanne Niemöller und Claudia Wolff überzeugt. Das Action-Painting im Rahmen des Kinderferienprogramms werten sie als Beleg für ihre Einschätzung.

Kreativität entsteht aus Spontanität: Das haben Antje und ihre Mitstreiterinnen beim Action-Painting im Jugendzentrum in dieser Woche gelernt. Foto: Luca Pals

Antje ist stolz auf ihr Werk: Mit dem Pinsel tupft die Ladbergerin dunkelblaue Punkte auf die Leinwand, gelbe und orangene Streifen zieren den Hintergrund. Welche Farbe als nächstes kommt, weiß sie noch nicht – ist ja auch nicht so wichtig: Kreativität entsteht eben aus Spontanität. Nach diesem Motto verfahren auch Susanne Niemöller und Claudia Wolff, die mit den Mädchen beim Action-Painting im Rahmen des Kinderferienprogrammes einen bunten Nachmittag zwischen Pinseln, Farbtupfern und abstrakter Kunst erlebten.

Als der Moment gekommen ist, in dem sich alle eine Leinwand schnappen dürfen, kommt passend die Sonne raus. „Wie eigentlich jedes Jahr“, schwärmt Niemöller. Seit sechs Jahren bietet sie Workshops für das Jugendzentrum an. Ihr ist besonders das freie Schaffen der Kinder wichtig: „Wir setzen keine Begrenzungen. Damit bieten wir ein ganz anderes Konzept als in der Schule, in der Benotungen und Vorgaben den Alltag prägen“, so die beiden Frauen, die eine kunsttherapeutische Ausbildung absolviert haben.

Der Vorteil des abstrakten Malens sei, dass sich die Kinder nicht vergleichen könnten: „Wer ist besser? Wer ist schlechter? Das steht zum einen bei uns nicht im Vordergrund und zum anderen können es die Kinder hier nicht, weil wir nicht gegenständlich arbeiten.“ Wenn man vorgebe, ein Haus oder einen Baum zu malen, sei ja ein Vergleich möglich.

Für den bunten Nachmittag (für Kinder ab acht Jahren) hatten sich zehn Mädchen angemeldet. Wie bei jeder Aktion des Ferienprogramms mussten die Kinder einen negativen Corona-Test vorweisen.

Bevor sich alle ihren Kunstwerken widmen konnten, gaben Wolff und Niemöller das Material aus und führten die Mädchen an die Materie heran: „Manchmal muss man auch die Scheu abbauen, sich dreckig zu machen oder das zu dürfen. Das ist für manche eine Überwindung, gehört aber genauso zum Programm“, erklärt Niemöller.

Die Kreativität fördern und in der Gruppe trotz der Individualität der einzelnen Werke etwas gestalten zu können – genau das seien Aspekte, die durch die Corona-Pandemie, den Distanzunterricht und monatelange Selbstisolation an Bedeutung gewonnen hätten. Bei den Kids kommt es super an, einige wie Marie-Lou sind schon seit vielen Jahren dabei. Ihr Bild werden die „Stammgäste“ wohl neben denen der Vorjahre aufhängen – eines kreativer als das andere.

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