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Wie die Bürger mit Inflation und Pandemie umgehen

Lengericher im Krisenmodus?

Lengerich

Wie gehen Lengericher mit Inflation, Energiekrise und Corona um? Wie stark macht ihnen die krisenhafte Gesamtsituation zu schaffen? Die WN haben nachgefragt.

Von Lasse Maßmann

Wer kann sich in Zukunft noch einen vollen Einkaufswagen leisten? Mancher Bürger hält sich offenbar schon jetzt beim Konsum zurück.          Foto: Fabian Sommer/dpa

Seit Beginn der Corona-Pandemie scheint es, als würde eine Krise die nächste jagen. Die aktuelle Corona-Lage deutet auf einen schweren Herbst und Winter hin. Der Frieden auf europäischem Boden scheint unsicherer denn je. Und der Sommer hat neben extremer Hitze und Trockenheit auch einen deutlichen Anstieg der Preise mit sich gebracht. Eine Entwicklung, mit der die Menschen in diesem Ausmaß lange nicht konfrontiert waren. Wie bewerten Lengericher die Lage? Was belastet sie am meisten? Und mit welchen Maßnahmen reagieren sie womöglich auf die Krisen? Die WN haben nachgefragt.

Eines wird während der Gespräche in der Innenstadt rasch klar: Die gestiegenen Lebensmittelpreise bereiten den Menschen offenbar die größten Sorgen. So sagt Sonja Kippich auf die Frage, ob sie persönlich bereits Auswirkungen der Preissteigerung spüre: „Das merkt man schon. Wir versuchen, auf einiges zu verzichten.“

Es scheint vielen so oder ähnlich zu ergehen. Meike Winter bestätigt: „Ich persönlich merke die Preissteigerungen in den Supermärkten.“ Sie scheint damit vielen Lengerichern aus der Seele zu sprechen.

Dabei stolpern die Befragten aber offensichtlich nicht blind in den kommenden Winter, sondern fühlen sich gut gerüstet für weiter steigende Preise. Sie ergreifen Maßnahmen, um die Mehrkosten aufzufangen. „Wir kaufen kaum noch Fleisch und weniger Süßigkeiten“, erzählt Sonja Kippich weiter. Und sie ist nicht die Einzige, die bereits jetzt Verzicht übt.

Katharina Römpler erklärt, dass sie besser plane und weniger Dinge einkaufe. Sie blickt dennoch eher pessimistisch in die Zukunft. „Die Probleme werden mehr. Und ich werde mir nicht mehr alles leisten können.“

Viele der Menschen, die in Lengerich unterwegs waren, gaben an, dass sie unterschiedliche Methoden entweder bereits anwenden oder in der Hinterhand haben, um auf die steigenden Preise zu reagieren. Einige bewahren demnach die Essenreste des Vortages auf, andere besorgen Lebensmittel im großen Einkauf beim Discounter, und wieder andere haben schon im Voraus finanzielle Rücklagen gebildet, auf die sie nun in Krisenzeiten zurückgreifen können.

Dennoch hört man die Sorgen vor den anstehenden Preiserhöhungen im Winter heraus. Die Gaspreissteigerung treibt anscheinend einige Menschen um. Die Mehrheit der Befragten erklärt, dass die Mehrkosten bei ihnen zwar noch nicht angekommen seien, sie jedoch jetzt nach Sparmöglichkeiten suchten, etwa indem sie weniger heiß duschen.

Allein die Corona-Pandemie scheint die Lengericher Bevölkerung kaum noch zu belasten. Beispielhaft dafür kann Simone Lotz stehen: „Es ist wie bei einer Grippe. Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben.“

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