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Kurzzeitige Entschädigung für enttäuschende Erträge in den vergangenen Jahren

Maisernte hellt Mienen auf

Lienen/Ladbergen

Überall auf den Straßen in der Region sind sie derzeit unterwegs: Schlepper mit zwei oder sogar dreiachsigen Muldenkippern, die frischgehäckselten Mais einfahren. Und so mancher Landwirt dürfte sich durch die Ernte in diesem Jahr zumindest etwas entschädigt fühlen für die enttäuschenden Erträge in den vergangenen.

Von Michael Schwakenberg und Luca Pals

Die Maisernte fällt in diesem Jahr deutlich besser aus als in den Jahren zuvor. Foto: Michael Schwakenberg

Überall auf den Straßen in der Region sind sie derzeit unterwegs: Schlepper mit zwei oder sogar dreiachsigen Muldenkippern, die frischgehäckselten Mais einfahren. Und so mancher Landwirt dürfte sich durch die Ernte in diesem Jahr zumindest etwas entschädigt fühlen für die enttäuschenden Erträge in den vergangenen.

Maik Hollenberg vom Ladberger Lohnunternehmen Heemann OHG ist in diesen Tagen fast pausenlos im Einsatz. Als „keine hervorragende, aber eine gute Ernte“ bezeichnet er die 45 Tonnen Häckselmais, die er derzeit pro Hektar im Auftrag der Bauern von den sandigen Böden holt. Das seien bei vielen Bauern zehn Tonnen mehr als in den Vorjahren.

Apropos: Mit Blick in den zeitlichen Rückspiegel bildet sich bei Eva Niederdalhoff immer noch so manche Sorgenfalte. Mit den Erträgen in diesem Jahr ist die Lienener Ortslandwirtin insgesamt aber „ganz zufrieden“. Das geht sogar mit noch mehr Optimismus: „Es war deutlich besser als in den vergangenen Jahren.“ Grund dafür sei das Ausbleiben von langanhaltenden Dürreperioden gewesen.

Niederdalhoff hat einen guten Überblick. Unter anderem durch die sozialen Medien seien viele Landwirte vernetzt, sei ein bequemer Austausch auch über die Ortsgrenzen hinweg schnell und bequem möglich. Der Tenor, so Niederdalhoff, sei überall derselbe: „Es hätte schlimmer kommen können.“ Für sie ist aber auch klar, dass sich daraus keine Gewissheit für die kommenden Jahre ableiten lasse. Es bestehe immerhin die Hoffnung, „dass die zu heißen und zu trockenen Sommer nicht der Maßstab für jedes Jahr sind“.

Beim Stichwort Mais hellt sich aber auch bei Niederdalhoff die Stimmung auf. Besonders die Erträge bei dieser Frucht, die immerhin 50 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Lienen ausmache, seien erfreulich: „Das Jahr und vor allem der Sommer hatten sehr erfreuliche feuchtere Phasen, die die Qualität im Kolben noch einmal gesteigert haben.“ Beim Blick auf das Getreide vergibt sie nur ein „Durchschnittlich“, in der Blütephase sei es oft zu kalt gewesen.

Und auch ein bereits in den vergangenen Jahren des Öfteren angesprochenes Problem, der Maiszünsler, macht den Landwirten in Lienen noch nicht zu schaffen, so Niederdalhoff. Einerseits würde die Verbreitung des kleinen Schädlings am Gemeindegebiet vorbeigehen, andererseits gäbe es Möglichkeiten zur Prävention: „Der Zünsler hält sich besonders gerne in den Stoppelresten auf, die werden von uns gemulcht. Damit fehlt dem Zünsler die Grundlage zum Überleben auf unseren Äckern.“

Beim Blick auf das kommende Jahr übt sich die Ortslandwirtin in Zurückhaltung. „Wie es dann wird, müssen wir erst einmal abwarten.“ Das gelte nicht nur für die Ernte, sondern auch für die politischen Rahmenbedingungen. Da heiße es gerne mal „erst einmal warten und hoffen“. Angesichts steigender Kosten, beispielsweise bei Futter und Energie, und sinkender Erlöse sie die Lage weiterhin angespannt. Niederdalhoff: „Wenn man sich umhört, wird schnell klar, dass viele Existenzsorgen haben.“

Maik Hollenberg, der täglich mit Bauern zu tun hat und die Stimmung auf den Höfen hautnah mitbekommt, formuliert es so: „Kurzfristig wird die Laune durch die gute Maisernte vielleicht besser, langfristig bei vielen Bauern aber nicht, solange die Schweine- und Milchpreise im Keller sind. Denn in unserer Region wird in den meisten Betrieben das Geld im Stall verdient.“

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