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„Anti Rost“: Burghardt Schröder geht in den zweiten Ruhestand

Mehr als nur eine kleine Reparatur

Ladbergen

Zehn Jahre lang hat Burghardt Schröder für Senioren Wasserhähne repariert, Glühbirnen ausgetauscht und Gardinenstangen angebracht. Zehn Jahre war er Kopf der ehrenamtlichen Anti-Rost-Initiative, die dann zum Einsatz ausrückte, wenn der Anruf beim Handwerker überflüssig gewesen wäre. Nun hängt der 75-Jährige, für den das Ehrenamt mehr als nur eine kleine Reparatur war, seinen „Job“ an den Nägel. Aber es geht weiter.

Von Lasse Maßmann und Mareike Stratmann

Fahrrad, Schraubendreher und Kneifzange Foto: Lasse Maßmann

Wenn irgendwo im Ort Hilfe beim Aufhängen von Bildern, beim Reparieren von Lampen oder beim Austausch von Wasserhähnen vonnöten war, brauchte es nur einen Anruf und er war da.

Rund zehn Jahre lang stieg Burghardt Schröder dann auf sein Fahrrad und radelte los, um Rentnern in Ladbergen bei kleinen Haushaltsreparaturen zu helfen. Immer unter der Prämisse, dass die Aufgaben, die anfielen, zu geringfügig waren, um dafür extra einen Handwerker zu rufen. Denn Konkurrenz für die örtlichen Betriebe sollte die „Anti Rost-Initiative“ als Ableger von „Nu män tou“ nie sein.

Nach zehn Jahren hat der 75-Jährige nun beschlossen, einen Schlussstrich unter die besondere Form der Nachbarschaftshilfe zu ziehen. Schraubendreher, Kneifzange und Co. bekommen eine Verschnaufpause. Wenngleich der gelernte Elektriker bei „Anti Rost“ in den vergangenen Monaten schon deutlich kürzer getreten war und dankbar ist, dass ihm Manfred Höse schon seit Längerem zur Seite stand und das Ehrenamt auch fortan weiterführt. Es muss also niemand befürchten, dass der der Anruf bei „Anti Rost“ ungehört bleibt.

Kleine Reparaturen verbinden 

In den vergangenen zehn Jahren, überlegt Burghardt Schröder, habe er hunderte Einsätze abgearbeitet – auch wenn der Start holprig verlief und die Nachfrage zunächst gering war. Also kümmerte sich der gelernte Elektriker um Flyer, die die Menschen in Ladbergen über die angebotenen Möglichkeiten informierten. Und schnell war „Anti Rost“ in aller Munde. Zwischen 25 und 30 Mal im Monat rückte der Rentner laut eigener Aussage fortan aus, um zu helfen – und lernte so nebenbei viele Menschen kennen.

„Man kommt ja zu den Leuten nach Hause. Da setzt man sich danach auch schon mal auf einen Kaffee zusammen und verquatscht sich ein wenig“, sagt der Ladberger und muss lachen. So sei es manchmal schon vorgekommen, dass seine Frau nachgefragt hätte, wo er denn so lange gewesen sei, es hätte sich doch eigentlich nur um eine kleine Reparatur gehandelt.

Für Burghardt Schröder war das Ehrenamt eben mehr als nur die kleine Reparatur. Die Gespräche und Begegnungen motivierten ihn, immer weiter zu machen. „Das hat mir eben Spaß gemacht“, erklärte der 75-Jährige nach hunderten Einsätzen im Dienste gerissener Jalousiengurte, tropfender Wasserhähne und kaputter Lampen.

Manfred Höse von der „ Anti-Rost-Initiative“ ist auch weiterhin unter

 01  78/26 52 400 erreichbar.

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