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Die Ladbergerin Neele Kötterheinrich gibt Geflüchteten Nachhilfe

Mit Neeles Hilfe zum Erfolg

Ladbergen

Mit Unterstützung der Ladberger Studentin Neele Kötterheinrich haben zwei junge Frauen, die aus dem Libanon und aus Georgien nach Deutschland kamen, ihre ersten Schulabschlüsse bestanden. Während ihrer Treffen ging es nicht nur um Nachhilfeunterricht, die drei haben auch viel Spaß gehabt und sind zu Freundinnen geworden.

Von Luca Palsund

Neele Kötterheinrich Foto: Luca Pals

Nach

einer Flucht vor Krieg, Zerstörung und Not kam Fatima Nader mit ihrer Familie aus dem Libanon nach Deutschland. Damals ging es zunächst in eine Unterkunft nach Hamm, später nach Ladbergen. Das Problem: Niemand konnte Deutsch, die Verständigung mit den Mitbürgern war unmöglich und an Schule erst einmal kaum zu denken. Mit Blick auf den schwierigen Anfang ist Fatima Nader heute ebenso dankbar wie Nanuka Buzaladze, die mit ihrer Familie aus Georgien kam. Die ersten Schulabschlüsse haben die beiden jungen Frauen geschafft und sich damit eine Perspektive geschaffen – auch dank der Lernförderung von Neele Kötterheinrich.

Im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepaketes des Kreises Steinfurt und durch die Vermittlung der Gemeinde fanden die drei zusammen. Kötterheinrich, die im fünften Semester Mathematik und Sozialwissenschaften an der Universität Bielefeld studiert, traf sich zunächst samstagvormittags mit Nader und Buzaladze. Als Prüfungen anstanden, trafen sie sich auch unter der Woche. Wegen der Corona-Pandemie musste das Trio das ein oder andere Mal auf Online-Unterricht ausweichen.

Das Engagement hat sich gelohnt. Fatima Nader hat in Lengerich ihren Realschulabschluss gemacht. Mit der Ausbildungsstelle zur Bürokauffrau hat es bisher nicht geklappt. Wegen der Corona-Pandemie sei die Lage auf dem Arbeitsmarkt angespannt. Leider gebe es nur wenige passende Angebote, sagt Neele Kötterheinrich. „Wir haben über 20 Bewerbungen geschrieben, aber leider wurde daraus nichts.“, erinnert sie sich. Doch Fatima Nader steckt den Kopf nicht in den Sand. Aktuell besucht sie die kaufmännische Schule in Ibbenbüren im Bereich FOS Wirtschaft und behält den Arbeitsmarkt und eine mögliche Ausbildungsstelle im Blick.

Nanuka Buzaladze freut sich, dass sie eine hat. Nach dem Abschluss am Berufskolleg Tecklenburger Land begann sie ihre Ausbildung bei einem Friseur in Greven: „Ich fühle mich dort sehr wohl. Es ist schön, etwas Praktisches leisten zu können. Und etwas Kreatives fand ich immer schon gut“, sagt die 19-Jährige. Ihre Familie ist inzwischen wieder in Georgien. Nanuka Buzaladze darf bleiben, weil sie eine Stelle hat. Ihre Zwischenprüfung hat sie gerade erfolgreich bestanden. Die Zukunft nach der Ausbildung bleibt ungewiss.

Die jungen Frauen sind dankbar. Vielen Menschen, besonders aber Neele Kötterheinrich, die sich in zahlreichen Nachhilfestunden um sie gekümmert hat. Nader: „Wir hatten immer sehr viel Spaß und sind auch außerhalb der Nachhilfe zu Freunden geworden. Ich wusste, dass ich immer mit meinen Problemen zu Neele kommen kann.“ Vor einem Problem steht ihre Familie auch im Moment. Sie muss aus den Räumen des Schultenhofes ausziehen. Ihre Perspektive lautet dann erst einmal „wohnungssuchend“. Auch in Ladbergen sei es schwierig, etwas zu finden“, weiß Kötterheinrich. Doch die junge Frau ist überzeugt, dass wir „auch das schaffen werden“.

Außerhalb von Nachhilfe, Schule und Ausbildung treffen sich Buzaladze und Nader oft in ihrer Freizeit. Das Jugendzentrum wurde für sie bald zum festen Anlaufpunkt. Hier lernten sie neue Freunde kennen und entdeckten die vielen unterschiedlichen Seiten Deutschlands auf Ausflügen.

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