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„Nu män tou“ lädt zum Familiennachmittag

Keine Kirmes, kein Oktoberfest, kein Kartoffelfest:
Nicht alles ist abgesagt

Ladbergen

Seit eineinhalb Jahren hat in Ladbergen keine Großveranstaltung mehr stattgefunden. Aber wie geht es weiter? Die WN haben sich bei Verantwortlichen nach deren Plänen erkundigt und haben unterschiedliche Antworten bekommen.

Von Mareike Stratmann

Fröhliche Bilder aus 2019: Nach der Komplettabsage der Großveranstaltungen im vergangenen Jahr werden auch 2021 die Kirmes, das Oktoberfest und das Apfel- und Kartoffelfest der Corona-Pandemie (von links oben im Uhrzeigersinn) zum Opfer fallen. Das Weihnachtsdorf möchten die Verantwortlichen – wenn möglich – gerne durchführen. Foto: pal (2), rei, bj

Für gewöhnlich hätten sich am kommenden Wochenende die Karussells in Ladbergens guter Stube gedreht. Eine Traditionsveranstaltung, die aber wie so viele Feste und Feierlichkeiten in den vergangenen eineinhalb Jahren der Corona-Pandemie zum Opfer fällt. Generell: Blickt man in den Veranstaltungskalender der Gemeinde, so ist dort bis Jahresende nicht eine einzige Veranstaltung aufgeführt. Totale Leere. Dabei sieht es ganz so düster dann doch nicht aus.

Nachdem die ersten Vereine ihre Aktivitäten Stück für Stück wieder aufnehmen und beispielsweise der Schützenverein Hölter unlängst verkündet hat, am Samstag, 28. August, mit dem Königsschießen und der Proklamation einen Schritt Richtung „Normalität“ gehen zu wollen (die WN berichteten), gibt es auch an anderer Stelle Überlegungen.

So hat die Marketing-Initiative „Nu män tou“ beschlossen, am Freitag, 20. August, spontan einen Familiennachmittag rund um den Afrouper auf die Beine zu stellen. Überschrieben als „Open-Air-Café“, wie Ingo Kielmann auf Nachfrage der WN berichtet. Von 14.30 bis 18 Uhr sollen das Dorfcafé mit seinen Köstlichkeiten und das Klönen unter der Eiche im Mittelpunkt stehen.

Unter die hoffentlich zahlreichen Gäste, die geimpft oder genesen sein müssen – bei schulpflichtigen Kindern reicht ein negativer Test –, werden sich zudem Stimmenimitator Hans Albrecht und Zauberer Hatino mischen und für die eine oder andere Überraschung sorgen, verspricht Kielmann. Während der eine Meister der Imitation von Kape Kerkelings Kunstfigur Horst Schlemmer ist, verwandelt der andere unter anderem einfache Luftballons in fabelhafte Wesen.

Mit dem spontanen Familiennachmittag möchte „Nu män tou“ den Beweis erbringen, „dass wir nicht in Lethargie verfallen sind“, so Kielmann. Und die Planungen gingen mit Blick auf Mitte September intern weiter. Die Devise: mit kleinen spontanen Veranstaltungen das Dorfleben aus dem coronabedingten Dornröschenschlaf holen.

Das hätten auch die Macher des Moorland-Festivals und die Karnevalisten des Elferrates LA um Helmuth Gollan nur allzu gerne getan. Doch weder an ein zweitägiges Musik-Event im Friedenspark Ende August noch an ein zünftiges Oktoberfest mit mehreren hunderten Gästen in der Lönshalle ist momentan zu denken. „Wir würden so gerne, aber wir dürfen es nicht“, bringt der Elferrats-Sprecher Helmuth Gollan die Stimmung in den eigenen Reihen auf den Punkt. „Keiner giert mehr danach als wir selbst“, lässt er keinen Zweifel daran, dass die Karnevalisten Anfang Oktober nur allzu gerne bajuwarische Traditionen ins Heidedorf geholt hätten. Nun ruhen die Hoffnungen auf der Durchführung des Rosenmontagsumzugs am 28. Februar 2022.

Keine Kirmes, kein Oktoberfest und auch kein Apfel- und Kartoffelfest Mitte Oktober – das steht bereits jetzt fest. „Wir wollen einfach kein Risiko eingehen und planen statt mit großen lieber mit kleineren spontanen Veranstaltungen“, sagt Ingo Kielmann.

Einzig: Das Ladberger Weihnachtsdorf am zweiten Adventswochenende, 4. und 5. Dezember, als letzte verbliebene Großveranstaltung dieses Jahres ist noch nicht abgesagt. „Der Trend ist, dass wir es gerne versuchen möchten, wenn es vertretbar ist“, sagt Ingo Kielmann im Namen der veranstaltenden Marketing-Initiative „Na män tou“, der Schützenvereine Hölter und Overbeck sowie der Gemeinde.

Nach den Sommerferien werde sich der Arbeitskreis treffen und erste Planungen aufnehmen. Allerdings sei das, räumt Ingo Kielmann ein, alles noch „mit Vorsicht zu genießen“. „Dass wir das Ladberger Weihnachtsdorf in diesem Jahr tatsächlich veranstalten können, da ist momentan vor allem der Wunsch Vater des Gedankens.“

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