1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Ladbergen
  6. >
  7. Noch sind die Regale gut gefüllt

  8. >

Zu Besuch im Kaufhaus Hakmann

Noch sind die Regale gut gefüllt

Ladbergen

Strapazierte Lieferketten, teure Rohstoffe, große Nachfrage – Händler beklagen schon seit geraumer Zeit Lieferengpässe, die vielerorts zu unübersehbaren Lücken in den Regalen führen. Enttäuschungen unter dem Weihnachtsbaum sind also keineswegs ausgeschlossen. 

Von Mareike Stratmann

Dank früher Bestellungen sind die Regale noch gut gefüllt: Aber auch Julia Apel vom Kaufhaus Hakmann rät, nicht mehr lange mit dem Weihnachts-Einkauf zu warten. Foto: Mareike Stratmann

„Sie müssen jetzt ordern.“ Diesen Satz, den ihr ein Vertreter im Sommer nahe legte, wird Julia Apel so schnell wohl nicht vergessen. Immerhin ging es in dem Gespräch im Juni um das Weihnachtsgeschäft. Und das beginnt im Kaufhaus Hakmann für gewöhnlich mit der Bestellung der ersten Ware vier Monate später – im Oktober.

In diesem Fall haben Julia Apel und ihr Vater Heinrich Hakmann geordert. Nicht zu knapp, wie sie sagen. „Und genau das zahlt sich jetzt aus“, berichtet die Geschäftsführerin beim Besuch des Ladens an der Dorfstraße. Sie steht inmitten gut gefüllter Regale mit Lego-Bausätzen, Schleich-Tieren und Puppen-Accessoires und freut sich zudem über ein noch recht volles Lager. Was in diesem Jahr und zu diesem Zeitpunkt beileibe keine Selbstverständlichkeit ist.

Strapazierte Lieferketten, teure Rohstoffe, große Nachfrage – Händler beklagen schon seit geraumer Zeit Lieferengpässe, die vielerorts zu unübersehbaren Lücken in den Regalen führen. Und sie warnen: Manches Weihnachtsgeschenk wird nicht mehr lieferbar sein oder teuer werden. Enttäuschungen unter dem Weihnachtsbaum sind nicht ausgeschlossen.

So weit will die Ladberger Expertin in Sachen Spielwaren nicht gehen. „Wer nichts Spezielles sucht, wird auch kurz vor Weihnachten noch fündig“, beruhigt sie. Aber sie sagt auch: „Wer die Kinder mit speziellen Geschenken erfreuen möchte, sollte sich in der Tat beeilen.“

Die Gründe für den Zustand, den auch Hakmann Senior „in dieser Form noch nie erlebt hat“ sind vielfältig. So hapere es bei der Firma Bruder an Verpackungen für ihre Fahrzeuge. „Die nehmen schon gar keine Bestellungen zu Weihnachten mehr an“, erzählt Julia Apel. V-Tech als Anbieter von elek-tronischem Lernspielzeug fehlten dringend benötigte Chips, Ravensburger die entsprechenden Mitarbeiter im Logistikzentrum. Schleich lasse in China produzieren und warte händeringend auf Nachschub. Coppenrath wiederum kämpfe damit, dass in Vietnam angesichts eines sehr strikten Corona-Lockdowns über Monate keine Kuscheltiere produziert wurden. Und das sind nur einige Beispiele.

Zugegeben: Von diesen Problemen sieht man im Ladenlokal aktuell nichts. Das ist ein echtes Paradies für kleine Spielzeugfans. Aber auch hier hat die Familie zuletzt viele Monate auf gewisse Lieferungen gewartet.

Das Weihnachtsgeschäft ist jedenfalls in vollem Gange. Und damit deutlich früher als sonst, wie die Geschäftsführerin feststellt. „Weil viele wirklich Sorge haben, nicht mehr das eine Geschenk zu bekommen. Umso glücklicher und dankbarer sind sie, wenn sie hier eines Besseren belehrt werden“, berichtet sie aus Verkaufsgesprächen.

Apropos: In denen stellen sie und ihr Vater noch eines fest: nämlich dass der Familie in Zeiten der Corona-Pandemie wieder ein größerer Stellenwert eingeräumt werde. „Viele Eltern wollen ihre Kinder vernünftig beschäftigen und legen größeren Wert auf die Geschenke.“

Familie Hakmann freut`s. Deren Mut und Vertrauen auf ihre Vertreter zahlt sich jetzt aus. Aber sie machen auch noch einmal deutlich: „Wer nachgefragte Geschenke der Firmen Bruder, Siku, Lego, Schleich oder eine Toniebox zu Weihnachten verschenken möchte, sollte bald aktiv werden.“ Um an Heiligabend einer etwaigen Enttäuschung unter dem Weihnachtsbaum vorzubeugen.

Startseite
ANZEIGE