Fachausschuss sieht viel Potenzial

Quo vadis, Tourismus?

Lienen

Lienen hat viele Potenziale im Tourismusbereich. Wie diese genutzt werden können, darüber haben Anja Schmidt von der Tourist-Information und Alexia Finkeldei (Tecklenburger Land Tourismus) den Fachausschuss informiert.

Von Michael Schwakenberg

Alexia Finkeldei vom Tecklenburger Land Tourismus riet den Ausschussmitgliedern dazu, sich auf wenige wichtige Projekte zu konzentrieren. Die Erweiterung und Aufwertung des Wohnmobil-Stellplatzes unterhalb des Jagdschlösschens ist in ihren Augen eine Foto: msc

Nicht erst seit Corona steht Urlaub in der Heimat bei den Deutschen hoch im Kurs. Doch wohin geht für Lienen die Reise in Sachen Tourismus? Welche Potenziale hat Lienen? Und worauf sollte sich der Ort konzentrieren?

Anja Schmidt von der Tourist-Information hatte dazu im Ausschuss für Touristik, der jetzt wieder in Präsenz tagte, eine Präsentation vorbereitet, die so ziemlich alles aufzeigte, was der Ort zu bieten hat und wo man anknüpfen kann: vom Barfußpark über Pferdeurlaub bis hin zu Radwandern. Schmidt skizzierte auch, in welche Netzwerke die Gemeinde eingebunden ist und bei welchen regionalen Angeboten sie mitmacht. All das war nicht neu, führte den Ausschussmitgliedern aber vor Augen, aus welcher Fülle sie bei der Festlegung von Prioritäten schöpfen können. Schmidt riet grundsätzlich dazu, Bestehendes zu stärken, anstatt noch mehr dazu zu holen.

Eine Einschätzung, die Alexia Finkeldei vom Tecklenburger Land Tourismus teilt. Für sie ist das Ensemble mit Barfußpark, Matschplatz, Dorfteich und Haus des Gastes nach wie vor etwas „Besonderes“ im Tecklenburger Land. Wichtig sei es, die Verbindung zum Teuto wieder zu stärken. Die habe durch das Baugebiet und die Dorfentlastungsstraße gelitten.

Laut Finkeldei braucht es „Leuchttürme“, um im Tourismus erfolgreich zu sein. Neben dem Teuto mit Malepartus und dem „Holperdorper“ sowie dem Barfußpark gehört für sie auf jeden Fall die Landschaft zwischen Lienen und Kattenvenne mit den schönen Höfen sowie dem Heckentheater dazu. Gästezimmer und Ferienwohnungen würden sich dort anbieten.

Für Anja Schmidt ist das letztlich ein Thema, dass die Lienener selbst angehen müssen: „Die Frage ist: Wer kann? Wer will?“ Gasthöfe oder Pensionen mit Gästezimmern seien dabei gefragter als Ferienwohnungen.

In Sachen Tourismus und Tourismus-Förderung steht für Bürgermeister Arne Strietelmeier fest: „Aufgrund der finanziellen Situation sehe ich maximal fünf Punkte, um die wir uns in absehbarer Zeit verstärkt kümmern können.“ Einen absoluten Favoriten hat er offensichtlich auch schon: „Der Wohnmobil-Stellplatz am Freibad. Den könnte man richtig aufwerten. Camping ist in. Und die Nähe zum Freibad, mit Gastronomie direkt daneben und dem Blick ins Münsterland, das gibt es im Tecklenburger Land nicht oft.“

Alexia Finkeldei pflichtete ihm bei: „Wenn ich überlege, wer sich in meinem Bekanntenkreis alles ein Wohnmobil gekauft hat oder gerade darüber nachdenkt – mit dem Stellplatz hat Lienen auf jeden Fall ein Alleinstellungsmerkmal in der Region.“

Kommentar

Chancen für Gastgeber

Nicht erst seit Corona haben die Deutschen ihre Liebe zur Heimat wiederentdeckt, steht Urlaub im eigenen Land hoch im Kurs. Und die aktuelle Klimaschutz-Debatte dürfte nicht nur wegen steigender Spritpreise das Umdenken beschleunigen. Zwar mögen Vielfliegerei und Kreuzfahrten weiterhin fleißig beworben werden, aber neben schönen Bildern von Traumstränden wird künftig wohl mehr denn je das Gewissen mitentscheiden, wohin es gehen soll.

Aktuell können drei Wohnmobile gleichzeitig auf dem Stellplatz unterhalb des Waldschlösschens stehen. Nach Auskunft der Verwaltung gibt es dort aber keinen Bebauungsplan, sodass die rechtlichen Voraussetzungen für eine Erweiterung erst geschaffen werden müssten.

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