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Flüchtlinge in Ladbergen 

„Situation ist noch mal anders als 2015“

Ladbergen

In Ladbergen wohnen aktuell 203 Flüchtlinge aus 18 Nationen. Sie sind in Unterkünften der Gemeinde, im angemieteten Hotel Zur Post sowie privat untergebracht. Allein in diesem Jahr hat die Gemeinde bereits 129 Menschen aufgenommen – und ein Ende ist nicht absehbar, berichtete Fachamtsleiterin Sigrid Bücker-Dowidat im Gesellschafts-, Kultur- und Sportausschuss.

-msm-

Ein Glücksfall: Im zur Zeit angemieteten „Hotel Zur Post“ stehen der Verwaltung insgesamt 44 Betten zur Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung. Foto: Mareike Stratmann

Ob die aktuelle Situation mit der von 2015 vergleichbar sei, wird Sigrid Bücker-Dowidat gefragt, nachdem sie im Gesellschafts-, Kultur- und Sportausschuss die jüngsten Flüchtlingszahlen präsentiert hat. Die Leiterin des Sozialamtes schüttelt den Kopf. „Die Situation ist noch mal anderes“, sagt sie und verweist darauf, dass die Gemeinde allein in diesem Jahr 129 Flüchtlinge aufgenommen hat – darunter 99 Menschen aus der Ukraine, von denen 13 bereits wieder verzogen oder ausgereist sind.

Insgesamt wohnen in Ladbergen damit aktuell 203 Flüchtlinge mit 18 Nationalitäten, die in den Unterkünften der Gemeinde, im angemieteten Hotel Zur Post sowie privat untergebracht sind. Die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine machen den größten Teil aus, dazu kommen unter anderem 44 Personen aus Syrien, 28 aus der Türkei und jeweils 13 aus dem Irak und Afghanistan.

Für die Kollegen in der Verwaltung eine Mammutaufgabe. Zumal Sigrid Bücker-Dowidat weiß, dass das nicht das Ende der Fahnenstange ist. „Wir rechnen mit weiteren Zuweisungen, weil wir trotz hoher Zahlen unsere Quoten nicht erfüllen“, verdeutlicht die Fachamtsleiterin und weist darauf hin, dass man neben bereits angekündigten Ortskräften aus Afghanistan (15) mit dem Familiennachzug von 30 bis 35 Angehörigen aus der Türkei und Syrien kalkuliere. Die aktuell wieder große Flüchtlingswelle aus der Ukraine, im Zuge derer weitere Menschen nach Ladbergen kommen dürften, ist dabei nicht berücksichtigt.

Umso mehr sei die Gemeinde auf Wohnraum angewiesen, macht die Fachamtsleiterin deutlich. Sehr genau wissend, dass der Markt ziemlich leer gefegt ist. Sie ist dankbar, dass 30 Flüchtlinge privat bei Familien untergebracht werden konnten, sucht aber insbesondere für rund zehn Familien mit drei und mehr Personen, die für Ladbergen eine Wohnsitzauflage haben, nach langfristigen Unterkünften – um so gleichzeitig auch Platz für Neuankömmlinge bereit stellen zu können.

Mit seinen 44 Betten in 22 Doppelzimmern ist das Hotel Zur Post, das die Gemeinde im Mai für ein Jahr für die Unterbringung von Ukraine-Flüchtlingen gemietet hat, ein regelrechter Glücksfall. Aktuell sind in dem Hotel noch sechs Zimmer frei. Allerdings rüstet sich die Verwaltung für die Zukunft. Auf Nachfrage der Lokalpolitiker verhehlt sie nicht, dass die aktuelle Situation sie und ihre Kollegen in vielen Fachbereichen der Verwaltung an Grenzen bringe. Gleichwohl ist ihr eine langfristige Planung – auch ohne das Hotel Zur Post ab Mitte 2023 – wichtig. Die Belegungen von Sporthallen und Co. konnte bis dato vermieden müssen. „Und das soll auch so bleiben“, verdeutlicht Sigrid Bücker-Dowidat.

Wer privat Wohnraum zur Verfügung stellen kann, wird gebeten, sich mit der Flüchtlingsbeauftragten der Gemeinde, Anke Batzke,

 0 54 85/81 33, in Verbindung zu setzen.

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