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Grüne enttäuscht über Nein der CDU

Steingärten sind Reizthema im Ausschuss

Ladbergen

Schon im September 2019 hatten die Grünen versucht, der Stein- und Schottergärten in Ladbergen Herr zu werden. Auch mit einem neuen differenzierten Antrag der Fraktion an die Verwaltung taten sich CDU und FDP schwer.

Dietlind Ellerich

Die Grünen möchten es Bauherren in Zukunft schwieriger machen, Foto: Annika Wienhölter

Von Konsens in Sachen Stein- und Schottergärten sind die Ladberger Politiker weit entfernt. Das wurde im Planungs- und Bauausschuss deutlich, in dem über einen Antrag von Bündnis 90/Die Grünen abgestimmt wurde. Mit Sorge beobachtet die Partei einen wachsenden Trend, „Gärten vegetationsfrei beziehungsweise vegetationsarm mit Steinen, Schotter, Kies und Splitt zu gestalten“. So formuliert es Fraktionssprecher Jörg Berlemann im Antrag „zur Verringerung von Schotter- und Steingärten“.

Schon im September 2019 hatten die Grünen versucht, der monotonen grauen Anlagen Herr zu werden. Sie hatten mit dem Antrag eines Verbots eine kontroverse Diskussion angestoßen. Der Ausschuss hatte damals beschlossen, bei der Aufstellung und Änderung von Bebauungsplänen eine „naturnahe Gartengestaltung festzugesetzen“. Vorhandene Anlagen sollten Bestandsschutz haben. In der folgenden Ratssitzung wurde der Punkt auf Antrag der FDP und mit Unterstützung der CDU von der Tagesordnung genommen (WN berichteten).

Auch mit dem neuen differenzierten Antrag der Grünen taten sich CDU und FDP schwer. Er sieht die Erarbeitung eines Musterleitfadens, die Förderung naturnaher Gärten für Neubaugebiete, den Hinweis in Bebauungsplänen auf die Bauordnung des Landes, nach der nicht überbaute Flächen begrünt werden sollen, den Zusatz „Schotter- und Steingärtenflächen sollen bei der Ermittlung des Maßes der baulichen Nutzung mit eingerechnet werden“ sowie die Erstellung von Mustergärten und die Gewährung eines Anreizes zum Rückbau von Steingärten vor.

Während die CDU alle Punkte mehrheitlich ablehnte, zeigte sich die FDP gesprächsbereiter, stimmte für Leitfaden sowie Mustergarten und Anreize. Die SPD war in allen Punkten für den Antrag der Grünen und äußerte sich ebenso wie diese befremdet über das Nein der Union. Enttäuscht war Grünen-Fraktionssprecher Berlemann, der Diskussion und Abstimmung als Zuschauer folgte. „Der CDU scheint es nur darum zu gehen, dagegen zu sein“, war er überzeugt.

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