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Vorsätzliche Körperverletzung

Streit auf Campingplatz eskalierte: 39-Jähriger zu Geldstrafe verurteilt

Ladbergen

Was für eine Gruppe Jugendlicher aus dem Kreis Steinfurt ein paar unbeschwerte Tage mit Entspannung und Party auf dem Campingplatz werden sollten, landete vor dem Amtsgericht Tecklenburg und endete am Mittwoch für den Angeklagten mit einem Urteil wegen vorsätzlicher Körperverletzung. Er bekam eine Geldstrafe von 1500 Euro, weil er mehrmals mit der Faust und mit der flachen Hand zugeschlagen haben soll.

-gpg-

Für eine Gruppe Jugendlicher aus dem Kreis Steinfurt sollten es ein paar unbeschwerte Tage mit Entspannung und Party auf dem Campingplatz werden, doch nach einem Streit mit den Gästen der Nachbarparzelle endete der Spaß mit einem Polizeieinsatz. Einer der jungen Männer musste sogar im Krankenhaus behandelt werden, nachdem er mehrmals mit Faust und flacher Hand ins Gesicht geschlagen worden war, so die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklageschrift.

Der Tecklenburger Amtsrichter verurteilte den Angeklagten wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 1500 Euro. Der Mann aus Essen gab zwar zu, ein einziges Mal zugeschlagen zu haben, weitere Schläge stritt er aber ab. Er versuchte, sein Verhalten zu rechtfertigen. Er stellte die jungen Leute besonders negativ da. „Je mehr sie gesoffen haben, desto aggressiver wurden sie.“ Die jungen Männer hätten sich „wildpinkelnd“ auf die Wiese gestellt und damit ihre Geschlechtsteile auch gegenüber seinen kleinen Kindern gezeigt. Darauf angesprochen hätten sich die Männer nur abfällig und beleidigend geäußert.

Die so Beschuldigten - das Opfer und die als Zeugen geladenen Partygäste – widersprachen dieser Darstellung vehement. Weitgehend übereinstimmend schilderten sie den Tag aus ihrer Sicht völlig anders. Nach einer ersten Beschwerde der Freundin des Angeklagten wären sie zum Urinieren in den Wald gegangen.

Warum es am späten Abend dann doch zur Eskalation kam, konnte das Gericht nicht endgültig klären. In seiner Urteilsbegründung vermutete der Richter, dass die Frau sich offenbar weiterhin von der Gruppe gestört gefühlt habe – zumal im Laufe des Tages weitere Feiernde hinzugekommen seien. Da habe sich der Angeklagte wohl genötigt gefühlt, „den starken Mann“ zu spielen.

Genervt zeigte sich der Richter auch vom Verhalten des Angeklagten während der Verhandlung. Immer wieder unterbrach er die Zeugen, warf ihnen vor zu lügen. „Ein wenig Einsicht ihrerseits hätte das Strafmaß wohl verringert, so mussten wir uns durch eine Beweisaufnahme mit acht Zeugenaussagen quälen.“ Der Forderung des Angeklagten, weitere Zeugen zu laden, erteilte das Gericht in Absprache mit der Staatsanwaltschaft eine Absage. Die benannten Personen könnten, da sie bei der Tat nicht zugegen gewesen seien, keine neuen Aspekte beitragen.

Der einzige Zeuge, der die Aussage des Angeklagten stützte, war ein Verwandter, der den Vorfall beobachtet haben will. Das Problem dieses Zeugen, der, so der Richter, am Rande eines Meineides stand, war, dass er vor Gericht bereits die vierte Version der Vorfälle präsentierte. Zwischendurch hatte er seine Aussage dahin geändert, dass der Angeklagte mehrfach zugeschlagen habe. Auf den Grund für die Änderung angesprochen, sagte er, dass er damals mit dem Angeklagten im Streit gelegen habe: „Ich wollte ihm eine reinwürgen, aber jetzt ist alles wieder okay.“

Wenig überraschend folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwältin und verurteilte den mehrfach, teils einschlägig vorbestraften Mann zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je 15 Euro.

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