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Teile der CDU kritisieren massiven Flächenverbrauch

Trotz Gegenwind: Weg für Solarpark an der A1 geebnet

Ladbergen

Hatten die Politiker in der Ausschusssitzung dem Projekt „Solarpark entlang der A 1“ bei einer Enthaltung zugestimmt, gab es eine Woche später im Rat Gegenwind für das Vorhaben der Stadtwerke Lengerich. Teile der CDU kritisierten den massiven Flächenverbrauch. Bei vier Gegenstimmen machte der Rat am Ende den Weg für die weitere Planung frei.

Auf einer 5,5 Hektar großen Fläche im Norden Ladbergens möchten die Stadtwerke einen Solarpark errichten. Foto: Waltraud Grubitzsch

Das kam etwas überraschend – zumindest für jene, die die Diskussion über den von den Stadtwerken Lengerich geplanten Solarpark entlang der A1 bereits im Planungs- und Bauausschuss verfolgt hatten. In der Sitzung vor anderthalb Wochen hatten die Lokalpolitiker dem Vorhaben bei einer Enthaltung zugestimmt und es zudem mit reichlich Lob bedacht. In der Ratssitzung sah es dann anders aus.

Wie berichtet, möchten die Stadtwerke auf einer 5,5 Hektar großen Fläche im Norden Ladbergens eine Anlage mit einer Nennleistung von circa 6,5 Megawatt Peak errichten. Oder anders: Die Photovoltaik-Freiflächenanlage soll ab 2025 etwa 2500 Haushalte mit regenerativ erzeugtem Strom versorgen. Dafür hat sich der Projektentwickler bereits die Flächen im Dreieck zwischen Overbecker Weg, Tecklenburger Straße und Autobahn für eine Laufzeit von 30 Jahren gesichert. Die Krux: Es handelt sich um landwirtschaftliche Flächen – und diese Tatsache rief Teile der CDU-Fraktion auf den Plan.

Deren Vorsitzender Reiner Aufderhaar, der schon im Bauausschuss den landwirtschaftlichen Flächenverbrauch kritisch angemerkt hatte, ging während der Ratssitzung ins Detail. „Gerade in dieser Woche hat das Landwirtschaftliche Wochenblatt berichtet, dass im Kreis Steinfurt innerhalb der vergangenen zehn Jahre eine landwirtschaftliche Gesamtfläche von 5199 Hektar verloren gegangen ist. Das entspricht sehr genau der Fläche Ladbergens“, berichtete er und machte deutlich, dass dieser Flächenfraß ein Ende haben müsse. Zumal nicht geklärt sei, ob der Status der landwirtschaftlichen Fläche nach 30 Jahren noch Bestand habe.

Er wie vier weitere Fraktionskollegen stimmten in der Folge gegen die entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans und den Aufstellungsbeschluss. Die übrigen 18 Ratsmitglieder, darunter auch vier Christdemokraten, machten den Weg für den weiteren Planungsprozess dennoch frei. Wobei der Verbrauch der landwirtschaftlichen Fläche nicht allein von der CDU kritisch gesehen wurde.

So monierte Klaus Buddemeier (SPD): „Ich kann Reiners Einwände absolut verstehen. Zudem sind die Solarplatten das Schäbigste, was man in die Natur stellen kann.“ Trotzdem stimmte er ebenso dafür wie sein Fraktionschef Thomas Kötterheinrich, der betonte: „Irgendwo muss der Strom ja herkommen. Windräder gehen aufgrund der Nähe zum FMO nicht und Biogasanlagen verbrauchen ein Vielfaches der Fläche als Photovoltaik.“

Das sahen die Liberalen genauso. Jens Tiemann befand den gewählten Standort denn auch als „optimal“, das Vorhaben als „äußerst effizient, um grünen Strom zu produzieren“. Und Jörg Berlemann (Grüne) stellte klar: „Wir stimmen dem Vorhaben natürlich auch zu, werden im Verfahren aber sehr genau darauf achten, dass auf der Fläche unter den Solarplatten eine extensive landwirtschaftliche Nutzung vorgesehen ist.“

„Ich bin überhaupt nicht gegen Photovoltaik, nur gegen den Standort“, stellte Reiner Aufderhaar klar und hatte gleich eine andere Idee parat: „Warum wartet man nicht, bis die A1 ausgebaut wird. In jenem Zuge wird wieder die Fläche eines Ladberger Hofes verloren gehen, Flächen müssen gerodet werden. Warum nutzt man nicht deren Hanglage?“, fragte er.

Die SWL werden darauf nicht warten wollen. Wie Ingo Leufke, bei den Stadtwerken verantwortlich für das PV-Freiflächenprojekt, im Planungs- und Bauausschuss betont hatte, dauere die weitere Planungsphase im Idealfall etwa zwei Jahre, sodass mit dem Bau im dritten Quartal 2024 und der Inbetriebnahme der Anlage 2025 gerechnet werden könne.

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